15.10.2026 | Campus-Meldung

Diskussionsveranstaltungen zur Grundordnung

Am 4. November stimmt der Senat über eine mögliche Änderung der Grundordnung ab. Um noch einmal neue Argumente in die Debatte zu bringen, fanden am 13. und 14. Oktober hochschulöffentliche Diskussionsveranstaltungen statt, die jeweils mit zwei kurzen Impulsvortägen externer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eingeleitet wurden. Der Wissenschaftsjournalist Jan-Martin Wiarda moderierte. Die Mensa – der Veranstaltungsort – war an beiden Tagen mit rund 400 Personen besetzt. Das Publikum setzte sich dabei aus Vertreterinnen und Vertretern aller Statusgruppen der Universität zusammen.

Bild: Nick Mitmanski.

Am ersten Abend, dem Dienstag, referierten Prof. Dr. Reiner Anselm, Lehrstuhl für Systematische Theologie und Ethik an der Universität München, und Dr. Annette Barkhaus, Stv. Leiterin der Abteilung Forschung beim Wissenschaftsrat. 

Annette Barkhaus skizzierte Umbrüche in Politik und Gesellschaft, aber auch sich ändernde wissenschaftliche Rahmenbedingungen, und umriss, welche Beiträge Hochschulen zur Sicherung einer freien, resilienten Gesellschaft liefern können. Reiner Anselm schloss mit Erörterungen an, was über Verteidigungsbereitschaft hinaus für Frieden notwendig ist und wie man Eskalationsdynamiken entgegentritt. 

In einem zweiten Teil des Abends diskutierten die Gäste in zufälligen Vierergruppen über die Frage, was dem Frieden dient. Die Rückläufe wurden in die Veranstaltung am Mittwoch genommen. 

Impulsgeber des zweiten Tages waren Dr. Max Mutschler, Senior Researcher am Bonn International Centre for Conflict Studies, und Prof. Dr. Jan C. Behrends, Professor für Demokratie und Diktatur an der Europa Universität Viadrina. Während Max Mutschler dafür plädierte, militärisch anwendbare Forschung nur in Ausnahmefällen gutzuheißen, betonte Jan Behrends in einer institutionellen Perspektive die Wissenschaftsfreiheit und verwies in einer geopolitischen Perspektive auf die Situation in osteuropäischen Ländern, die sich von Russland bedroht fühlten.

Eine anschließende Fishbowl-Diskussion nutzten zahlreiche Mitglieder der Universität, um ihren Standpunkt deutlich zu machen.