Politikwissenschaft
Fachgebiete der Politikwissenschaft an der Universität Kassel
| Politische Theorie | Prof. Dr. Kathrin Braun |
| Geschlechterpolitik | Prof. Dr. Christa Wichterich |
| Internationale und intergesellschaftliche Beziehungen | Prof. Dr. Hans-Jürgen Burchardt |
| Politisches System der BRD - Staatlichkeit im Wandel | Prof. Dr. Wolfgang Schroeder |
| Vergleichende Politikwissenschaft | Prof. Dr. Sabine Ruß |
| Politische Bildung und ihre Didaktik | Prof. Dr. Bernd Overwien |
| Politik der Arbeitsmigration | Prof. Dr. Helen Schwenken |
| Politikwissenschaftliche Umweltforschung | Prof. Dr. Christoph Görg |
| Globalisierung und Politik | Prof. Dr. Christoph Scherrer |
Schwerpunkte politikwissenschaftlicher Forschung an der Universität Kassel
Das Kasseler Profil der Politikwissenschaft in Forschung und Lehre
Gegenwärtige politische, ökonomische und gesellschaftliche Problemstellungen bzw. Thematisierungen fordern das Fach Politikwissenschaft heraus. Die besondere Ausrichtung des Fachs in Kassel trägt diesem Rechnung. Beispielhaft seien folgende, öffentlich wie fachintern behandelte Felder angesprochen: politische Interventionen sozialer Bewegungen, Gewerkschaften und Nicht-Regierungsorganisationen, die Folgen globaler ökonomischer Krisen inklusive multipler Krisen (bspw. die Verknüpfung von ökonomischen Krisen mit Lebensmittelkrisen), Veränderungen im Bereich der Sozialstaatlichkeit, Umweltkonflikte, gesellschaftliche Umwälzungen wie die Linkswende in Lateinamerika, komplexe Entscheidungen in nationalen wie internationalen Mehrebenensystemen und sich nicht auflösende soziale und politische Ungleichheiten in Nord-Süd-Beziehungen. Die Politikwissenschaft kann dazu theoriegeleitete und empirisch gehaltvolle Forschungsbeiträge, aber auch öffentlich eingreifende Stellungnahmen leisten. Die politische Bildung vermittelt in verhaltensrelevanter Absicht diese Kenntnisse. Das Profil der Politikwissenschaft am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel ergibt sich aus der bisherigen Entwicklung des Fachs sowie der Kasseler Tradition der Politikwissenschaft und fokussiert auf internationale Aspekte ebenso wie komparative politisch-kulturelle Querschnittsanalysen. Hervorzuheben ist auch die Verbindung von Theorien und empirischer Forschung in der Lehre.
Besondere Bedeutung wird in der Forschung theoriegeleiteten (Fall-)Studien beigemessen, diese betreffen vor allem Arbeitsbeziehungen und Sozialpolitiken auf globaler, intergesellschaftlicher sowie nationaler Ebene, Fragen politischer Weichenstellungen und Steuerungsmöglichkeiten globaler ökonomischer Prozesse, zur Rolle von internationalen Organisationen in verschiedenen Politikfeldern (insbesondere Umwelt, Arbeit, Migration, Geschlecht, Entwicklung), Fragen von Klimawandel, Biodiversität und sozial-ökologischer Nachhaltigkeit, die Interessenvertretung von sog. „schwachen Interessen“ inklusive sozialer Bewegungen, Protest und bürgerschaftlichem Engagement sowie Migrationsprozessen und damit verbundene Fragen von Citizenship und Rechten.
In Kassel werden in der Lehre gegenwärtig folgende politikwissenschaftliche Schwerpunkte besonders betont: der Vergleich politischer Kulturen und demokratischen Verfasstheit von Gesellschaften, Politische Bildung und Didaktik (unter Betonung von Selbstbestimmung, globalem Lernen, Demokratiekompetenz und politisch-gesellschaftlicher Kommunikation), internationale und intergesellschaftliche Beziehungen (u.a. mit einem regionalen Fokus auf Lateinamerika), globale politische Ökonomie und ökonomische Governance, Geschlechterpolitiken sowie der Wandel von Staatlichkeit und organisierte Interessen. Methodisch werden kritisch-analytische und vor allem qualitative Verfahren vertreten. Diskurs-, Kontext- und Datenanalysen spielen ebenso eine Rolle wie Mehrebenenanalysen.
Diese Aktivitäten in Forschung und Lehre bündeln sich in drei übergreifenden Schwerpunkten:
- Nord-Süd- Beziehungen
- die Interessenvertretung von „schwachen Interessen“
- Sozialpolitiken in globaler und nationaler Perspektive



