Der Orientierungsrahmen in Schule und Universität

Einbindung des Lernbereichs Globale Entwicklung in die Lehrerbildung

Das dargestellte Projekt soll aufzeigen, wie die Integration des Lernbereichs Globale Entwicklung im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) unter Einbeziehung außerschulischer Partner in die 1. Phase der Lehrerausbildung stattfinden kann. Dazu werden – in Absprache mit der Schulpraxis und dem außerschulischen Partner Tropengewächshaus Witzenhausen - einführende Veranstaltungen, vertiefende Seminare, Workshops und Exkursionen entwickelt. Laut Hellberg-Rode und Schrüfer (2016) ist es „primär Aufgabe der universitären Lehrerbildung […], ein entsprechendes BNE – spezifisches Professionswissen grundlegend zu vermitteln.“ In diesem Rahmen wird die Frage „Unter welchen Bedingung verbreitet sich Bildung für nachhaltige Entwicklung als Innovation in der Lehrerbildung?“ (LeNa 2014) aufgegriffen.

Der Projektansatz wird modellhaft durchgeführt und kann sich somit auch in anderen Fächern/Fachdidaktiken und anderen außerschulischen Lernorten umsetzen lassen. Anknüpfend an erste vorliegende Forschungsergebnisse (Overwien 2015, 2016) soll hier in einem komplexen Feld geklärt werden, wo die besonderen Lernpotentiale der Theorie-Praxis-Verschränkung liegen und wie formelles und informelles, arbeitsbezogenes Lernen zusammenwirken. „Eine frühe Auseinandersetzung mit der unterrichtlichen Praxis erscheint dabei insbesondere vor dem Hintergrund der oftmals schwierigen Übersetzung der Konzepte einer BNE in den Unterrichtsalltag geboten.“ (Barth 2016)

Fachdidaktische, fachwissenschaftliche und bildungswissenschaftliche Ansätze/Inhalte werden auf den konzeptionellen Grundlagen des „Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung“ (KMK/BMZ 2015) miteinander verbunden. Der Rahmen bezieht sich auf das Leitbild nachhaltiger Entwicklung und knüpft an Forschung und Praxis von Globalem Lernen und der Bildung für nachhaltige Entwicklung an (UNESCO 2014).

„Besonders wichtig war mir der Praxisbezug, [...]“

(Studierende*r im SPS-Vertiefungsseminar SoSe 2016)

Projektstruktur

Im Projektzeitraum werden verschiedene Lehr-/Lernformate aufeinander abgestimmt, die es ermöglichen, Studierende intensiv in den Lernbereich Globale Entwicklung einzuführen und Übungsfelder für eigene Erfahrungen mit dem Lernbereich sowie dem Besuch außerschulischer Bildungspartner zu eröffnen. Durch die fachlich-fachdidaktische Vertiefungen im Rahmen von Blockseminaren, außeruniversitären Bildungsveranstaltungen, Exkursionen und Beratungsgesprächen (auch mit den außerschulischen Bildungspartnern) bereiten sich Studierende auf ihre Praxisphase im Rahmen der SPS mit Schwerpunkt „Lernbereich Globale Entwicklung“ vor. Sie besuchen überdies das Begleitseminar zur Praxisphase (Abb.). Auf dieser Grundlage entwickeln Studierende Unterrichtsvorschläge zum Lernbereich Globale Entwicklung und bereiten in den Kooperationsschulen Schülerinnen und Schüler auf den Besuch eines außerschulischen Lernortes – hier das Tropengewächshauses Witzenhausen vor. Mit Unterstützung des/r Mentoren*in besuchen sie mit den SuS den Lernort und bereiten den Besuch mit der Klasse nach. Studierende und Mentoren*innen werden im Prozess organisatorisch und fachlich beraten.

Mit Unterstützung des/r Mentor*in besuchen sie mit den SuS den Lernort und bereiten den Besuch mit der Klasse nach. Studierende und Mentor*innen werden im Prozess organisatorisch und fachlich beraten. Bei erfolgreicher Teilnahme erwerben die Studierenden das Zertifikat "Globales Lernen - Einbindung eines außerschulischen Lernortes zu globalen Entwicklungen in die Schulpraktischen Studien II Politik und Wirtschaft".

„Die Einblicke in die Schulorganisation haben mir [...] gefallen“

(Studierende*r im SPS-Vertiefungsseminar SoSe 2016)

Projektstruktur in der Übersicht

Das Projekt wird gefördert durch Engagement Global mit Mitteln des BMZ und wurde im Rahmen der Länderinitiativen zur Umsetzung des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung erstellt.

Eva-Maria Kohlmann ist für den Inhalt alleine verantwortlich. Der Inhalt spiegelt nicht die Ansichten des BMZ wider.