BMBF-Nachwuchsgruppe Glocalpower

Projekt GLOCALPOWER: funds, tools & networks for an African energy transition

Das Pariser Abkommen hat klimapolitische Geschichte geschrieben. Eine schnelle Transformation der Energiesysteme – speziell im südlichen Afrika – rückt damit noch höher auf der Agenda (UNFCCC 2015). Die Begrenzung auf einen Temperaturanstieg unter 2°C avanciert dabei zu einem Investitionssignal für Erneuerbare Energien, mit dem endlich die klimapolitische Kluft zwischen Nord- und Südakteuren überwunden werden kann (Geden/Beck 2015, Bals et al. 2015). Dieses gemeinsame Vorhaben einer Dekarbonisierung ist dabei eingebettet in das übergreifende Projekt einer "großen Transformation" (WBGU 2011) und bereitet den Weg für eine Energiewende, die nicht nur wirksam und umfassend ist, sondern auch fair und demokratisch, insofern als sie eine Eigendynamik in Gang setzt, die eine breite Teilhabe und Verbreitung von Energietechnologien ermöglicht. Die Gestaltung dieser Energietransition ist eine gemeinsame, globale wie lokale (=glokale) Herausforderung. 

GLOCALPOWER analysiert die glokale Transformation des Energiesystems aus den Perspektiven globaler Umweltgovernance und Internationaler Politischer Ökonomie; dies erfolgt einerseits auf globaler Ebene mit Blick auf grüne Finanzinstitutionen und Geber; andererseits durch lokale Fallstudien in Ghana, Südafrika und Sambia. Wir setzen dabei zwei sehr konkrete Ankerpunkte, die für Gestaltung und produktiven Verlauf von Energiewendeprozessen im und mit dem globalen Süden von signifikanter Bedeutung sind: (1) die systemische Bedeutung grüner globaler Fonds und Finanzströme, sowie (2) Gestaltung, Angemessenheit und Wirkungen von Politik-Instrumenten für eine glokale Energietransition (d.h. Energieeinspeisetarife, Risikominimierung sowie Capacity Building und Trainings für Stakeholder). GLOCALPOWER umfasst zwei Querschnittsprojekte zu grünen Finanzströmen bzw. Politik-Instrumenten und führt zwei vergleichende Fallstudien durch. Unser abschließendes Transferprojekt zielt darauf ab, System- und Transformationswissen für Entscheider bereitzustellen und zu kommunizieren. Wir geben Empfehlungen für die Gestaltung und Governance grüner Fonds und Politikinstrumente, entwickeln hierfür eine Entscheidungsmatrix und führen einen Dialogprozess mit deutschen Institutionen (GIZ; Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Stiftung Wissenschaft und Politik(SWP)), sowie mit lokalen Partnern in Ghana, Südafrika und Sambia durch.