For­schungs­pro­fil des FB 02

An­schrift

Universität Kassel
Fachbereich 02 Geistes- und Kulturwissenschaften

Fachbereichsreferent
Dr. Hans Grote
Kurt-Wolters-Straße
34125 Kassel

For­schungs­pro­fil des Fach­be­reichs Geis­tes- und Kul­tur­wis­sen­schaf­ten

Die sehr differenzierte geisteswissenschaftliche Fächerkultur des Fachbereichs hat zu einer vielfältigen Forschungslandschaft geführt. In dieser Breite der Themen und Methoden, die keinesfalls auf wenige Leitbegriffe reduzierbar ist, sehen wir ein Profilmerkmal unserer Forschungskultur.
Charakteristisch sind dabei agile Formate des Forschungsdesigns. Im Gegensatz zu engmaschig vorgeplanten und deswegen fremdbestimmt anmutenden Großprojekten oder hochkomplexen und somit trägen Verbundforschungsapparaten beruhen sie auf individuell überschaubaren, nahezu unhierarchischen und daher schnell reaktionsfähigen Strukturen. Solche für das fortgeschrittene 21. Jahrhundert zeitgemäß schlanken Architekturen gewährleisten, dass die Forschungskapazitäten des FB 02 nicht durch umfangreiche Antrags-, Koordinations- oder Berichtsaufgaben blockiert werden, sondern nahezu ungeschmälert dem wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt zugutekommen. Moderne Prinzipien wie u.a. schonender Umgang mit den gegebenen Forschungsressourcen, strikt problemorientierte Interdisziplinarität oder binnenstrukturelle Sparsamkeit sind leitend für die zielgenaue und daher effektive Forschungskultur des Fachbereichs Geistes- und Kulturwissenschaften. 

 

Gleichwohl ist der Fachbereich auch in zwei hochschulweite Forschungsschwerpunkte eingebunden, in denen mehrere seiner Fachgebiete fachbereichsübergreifend und interdisziplinär zusammenarbeiten: in der Kultur- und Geschlechterforschung sowie in der Empirischen Bildungsforschung. Weitere Schwerpunktsetzungen ergeben sich unter den Oberbegriffen „Textwissenschaft und Textkompetenz“, „Mehrsprachigkeitsforschung“ sowie in der Forschung zum Werk und Wirken der Brüder Grimm.

For­schungs­schwer­punk­te am FB 02

For­schungs­schwer­punkt „Sys­tem und Tex­t“

Beteiligte
Prof. Dr. Vilmos Ágel
Prof. Dr. Karin Aguado
Prof. Dr. Olaf Gätje
Prof. Dr. Holden Härtl

Forschungsschwerpunkt „System und Text“: Mehr lesen

For­schungs­schwer­punkt „Text – Dis­kurs – Ge­sell­schaf­t“

Beteiligte
Prof. Dr. Holger Ehrhardt
Prof. Dr. Andreas Gardt
Prof. Dr. Michael Mecklenburg
Prof. Dr. Nikola Roßbach
Prof. Dr. Angela Schrott

Forschungsschwerpunkt „Text – Diskurs – Gesellschaft“: Mehr lesen

„Er­zäh­len und Wis­sen“

Beteiligte

Prof. Dr. Susanne Bach
Prof. Dr. Daniel Göske
Prof. Dr. Dr. Kristian Köchy
Prof. Dr. Stefanie Kreuzer
Prof. Dr. Norbert Kruse
Prof. Dr. Mirja Kutzer
Prof. Dr. Ilse Müllner
Prof. Dr. Nikola Roßbach
Prof. Dr. Angela Schrott
Prof. Dr. Jan-Henrik Witthaus

„Erzählen und Wissen“: Mehr lesen

For­schungs­schwer­punkt „Bil­dung – Ler­nen – Me­di­en“

Beteiligte
Prof. Dr. Claudia Finkbeiner
Prof. Dr. Olaf Gätje
Prof. Dr. Norbert Kruse
Prof. Dr. Annegret Reese-Schnitker
Prof. Dr. Dirk Stederoth

Forschungsschwerpunkt „Bildung – Lernen – Medien“: Mehr lesen

For­schungs­schwer­punkt „In­ter­pre­ta­ti­on und Un­ver­füg­bar­keit“

Beteiligte
Prof. Dr. Andreas Gardt
Prof. Dr. Daniel Göske
Prof. Dr. Tom Kleffmann
Prof. Dr. Paul-Gerhard Klumbies

Forschungsschwerpunkt „Interpretation und Unverfügbarkeit“: Mehr lesen

Lehr- und For­schungs­schwer­punkt "Cli­ma­te Thin­king"

Beteiligte

Tamara Bodden
Dr. Martin Böhnert
Dr. Felix Böhm
Dr. Dagobert Höllein
Nicole Kasper
Dr. Nils Lehnert
Philippe-André Lorenz
Anna-Carina Meywirth
Dr. Paul Reszke
Murat Sezi
Jan Sinning

Lehr- und Forschungsschwerpunkt "Climate Thinking": Mehr lesen

Ver­öf­fent­li­chun­gen des Fach­be­reichs

Stefan Greif/Turgay Kurultay/Nikola Roßbach (Hg.): Kein Ende des Gerüchts. Antisemitismus in Kultur und Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts  [= Intervalle 15]. Kassel: university press 2020.

Wie die jüngsten Anschläge auf jüdische Einrichtungen und Personen zeigen, grassiert in Deutschland immer noch und sogar verstärkt das unsägliche ‚Gerücht über die Juden‘, die vermeintlich den Untergang des Abendlandes heraufbeschwören und die Weltherrschaft an sich reißen wollen. Verbreitet werden solche Hassbotschaften unter anderem mittels rechter Verschwörungstheorien, die eine dumpfe Wut auf vermeintlich dunkle Machenschaften demokratischer Staaten schüren, gleichzeitig aber auch eine Angstkommunikation reaktivieren, die nach autoritärer Führung verlangt. Von der These ausgehend, dass der aktuelle Judenhass nicht nur uralte Vorurteile tradiert, sondern aggressiv die aufklärenden Antworten auf antisemitische Stereotype zu widerlegen versucht, widmen sich die hier versammelten Aufsätze aus Literaturwissenschaft, Philosophie und Geschichtswissenschaft der Frage, wie sich die Diffamierung des ‚Jüdischen‘ historisch entwickeln konnte, wie antisemitische Verfolgung literarisch bezeugt wurde und mit welchen Argumenten die neuen Sagbarkeitsdebatten im Kontext des Antisemitismus geführt werden. Das Spektrum des untersuchten Materials reicht dabei von den berüchtigten Protokollen der Weisen von Zion über die literarische Gestaltung von Zeitzeugenschaft im Angesicht der Schoah bis hin zu Antisemitismus und Antisemitismuskritik in Kultur, Medien und Musik der Gegenwart.

Le­sungs­pro­jekt "Li­te­ra­tur aus Kas­sel für Kas­sel"

„Literatur aus Kassel für Kassel“ ist ein Zuhause-Projekt. Wir verschenken Lese-Zeit – ohne technische Studiobedingungen. Zum Schmökern empfehlen wir Ihnen außerdem das Kleine Kasseler Literatur-Lexikon. Autorinnen und Autoren (Wehrhahn Verlag Hannover, 2018) mit seinen über 450 Artikeln.

Das Projekt „Literatur aus Kassel für Kassel: Online-Lesungen“ ist eine Zusammenarbeit von Universität Kassel (Prof. Dr. Nikola Roßbach) und Stadtbibliothek Kassel.

Es lesen für Sie: Jessica Bauer, Friedrich Block, Thomas Bündgen, Raphael Döhn, Holger Ehrhardt, Andreas Gebhardt, Stefan Greif, Hans Grote, Matthias Henke, Michael Kelbling, Maria Knissel, Sabine Köttelwesch, Dietfrid Krause-Vilmar, Stefanie Kreuzer, Urania Milevski, Hartmut Müller, Ilse Müllner, Sophia Nordheim, Thorwald Proll, Nikola Roßbach, Eva Schulz-Jander, Andreas Wicke, Marlis Wilde-Stockmeyer und Kerstin Wolff.

Wir danken allen Mitlesenden für ihr Engagement. Ganz besonderer Dank gilt Andreas Wicke nicht nur für Lese-, sondern auch technische Unterstützung. Und schließlich wäre ohne die Hilfe unseres Kollegen und IT-Experten Oliver Schuster Einiges nicht möglich gewesen.

Für die digitalen Lesungen von Gegenwartsliteratur erteilten die Autorinnen und Autoren die Genehmigungen und gestatteten die Veröffentlichung auf den Internetseiten der Stadt Kassel.

Zu den aktuellen Texten von Maria Knissel, Thorwald Proll und Friedrich Block werden die genauen Quellen angegeben – mit Einladung zum Weiterlesen.

Martin Böhnert: Methodologische Signaturen. Ein philosophischer Versuch zur Systematisierung der empirischen Erforschung des Geistes von Tieren. mentis 2020. Ebook.

Wie wissen wir, ob Tiere denken können? In Erweiterung der bisherigen Debatte um Mensch-Tier-Verhältnisse analysiert dieser Band die Bedingungen und Kontexte der naturwissenschaftlichen Gewinnung unseres Wissens von Tieren.
Die aktuellen Diskussionen innerhalb der Tierphilosophie drehen sich um die drei zentralen Fragen, ob wir Tieren einen Geist zuschreiben können, worin der Unterschied zwischen Menschen und Tieren besteht und wie sich Menschen gegenüber Tieren verhalten sollen. Unser Wissen über Tiere ist meist von der empirischen Forschung übernommen. Die Methoden, Theorien und Kontexte der empirischen Forschung wurden bislang nicht zum Gegenstand gemacht. Diese Lücke will der Band mit dem zentralen Konzept der methodologischen Signaturen schließen, das den systematischen Vergleich von Forschungsansätzen anhand deren fundamentalen methodologischen, ontologischen und epistemologischen Vorannahmen erlaubt.

Dagobert Höllein/Nils Lehnert/Felix Woitkowski (Hg.): Rap – Text – Analyse. Deutschsprachiger Rap seit 2000. 20 Einzeltextanalysen. Bielefeld: Transcript 2020.

Rap ist zuletzt vor allem negativ in die Schlagzeilen geraten. Antisemitismus, Sexismus und Homophobie dominieren nicht ohne Grund die mediale Berichterstattung, wie die vorliegenden Forschungsergebnisse zeigen. Damit ist der deutschsprachige Rap aber nicht abschließend erfasst. Längst ist die Musikrichtung kein Nischenphänomen mehr, sondern die Rap-Szene zeichnet sich durch vielfältige Formen, Stile und Haltungen aus. Der Sammelband widmet sich deutschsprachigem Rap seit 2000 und legt den Fokus erstmals auf Einzeltextanalysen, die sich diesem Musikgenre und seinen Künstler*innen multiperspektivisch und -disziplinär annähern.

Der herausgegebene Sammelband von Dagobert Höllein, Nils Lehnert und Felix Woitkowski wurde am 27.02.2020 im Deutschlandfunk Kultur präsentiert. 

Hier zum Link: https://srv.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm:audio_id=812056