Forschungsprofil des FB 02
Forschungsprofil des Fachbereichs Geistes- und Kulturwissenschaften
An unserem Fachbereich existiert eine vielfältige und differenzierte geisteswissenschaftliche Fächerkultur. Gerade die Breite und Diversifizierung von Themen und Methoden, von Theorien und Praktiken des Forschens bildet ein zentrales Merkmal unseres wissenschaftlichen Profils.
Germanistik, Anglistik und Romanistik, Philosophie, katholische und evangelische Theologie, Kunst und Gesellschaft, Kulturen der Nachhaltigkeit: das sind die Gebiete, auf denen an individuellen Einzelprojekten ebenso gearbeitet wird wie in interdisziplinären Konstellationen und Verbünden.
Die Forschungsschwerpunkte zu den Environmental Humanities bzw. der Nachhaltigkeit, zu „System und Text“, zu „Text – Diskurs – Gesellschaft“, zu „Erzählen und Wissen“ und zu „Bildung – Lernen – Medien“ ebenso wie der Lehr- und Forschungsschwerpunkt „Climate Thinking“ bündeln Interessen und Spezialforschungen und sind Foren der Begegnung und des Austauschs unter den Wissenschaftler:innen des Fachbereichs.
Weitere Schwerpunktsetzungen ergeben sich unter den Oberbegriffen Textwissenschaft und Textkompetenz, Mehrsprachigkeitsforschung sowie Werk und Wirkung der Brüder Grimm.
Die Relevanz all dieser in Kassel entstehenden Forschungen besteht darin, dass sie Antworten geben auf drängende Fragen der Gesellschaft: Fragen nach Sprache und Diskurs, nach Literatur und Kritik, nach Bildung und Digitalisierung, nach Religion und Kultur, nach Ethik und Biopolitik, nach Diversität und Geschlecht, nach Macht und Herrschaft, nach Populismen und Verschwörungstheorien, nach Freiheit und Zensur.
Forschungsschwerpunkte am FB 02
Veröffentlichungen des Fachbereichs
Stefanie Kreuzer u. Caroline Frank (Hrsg.): Klassiker österreichischer Literatur. Ein Literaturgeschichtlicher Streifzug in Einzeltextanalysen: Würzburg: Königshausen & Neumann 2026.
Der Band Klassiker österreichischer Literatur präsentiert ein literaturgeschichtliches Schlaglicht auf österreichische Literatur vom 19. bis 21. Jahrhundert. In exemplarischen Einzeltextanalysen wird ein Streifzug durch die Literaturgeschichte unternommen. Wichtige Texte bedeutender Autor:innen werden unter verschiedenen Gesichtspunkten vorgestellt und analysiert. In chronologischer Reihenfolge sind epische, lyrische und dramatische Texte versammelt. Diese stammen von Raimund, Grillparzer, Stifter, Ebner-Eschenbach, Andrian, Beer-Hofmann, Rosegger, Kubin, Rilke, Hofmannsthal, Meyrink, Trakl, Kraus, Kafka, Schnitzler, Horváth, Musil, Perutz, Canetti, Werfel, Zweig, Aichinger, Doderer, Haushofer, Bayer, Handke, Jandl, Wiener, Bachmann, Rosei, Jelinek, Bernhard, Ransmayr, Hackl, Streeruwitz, Geiger, Kehlmann und Glavinic. Zudem gibt es einen Exkurs zu Wien im Film um 1930. Die Beitragenden sind mehrheitlich an deutschen Universitäten angesiedelt und repräsentieren auf diese Weise einen Blick von ›außen‹ auf die österreichischen ›Klassiker‹ und deren Kanonisierung.
Im Band befinden sich unter anderem Beiträge von Caroline Frank, Stefan Greif, Urte Helduser, Stefan Höltgen, Stefanie Kreuzer, Urania Milevski, Birgit Nübel, Helmut Scheuer, Stefan Tetzlaff und Andreas Wicke.
Peter Hofmann / Natascha Raue (Hg.) (2026): Quotation Unbound – Bridging the Divide Across Quotation Types. Sonderheft des SKASE Journal of Theoretical Linguistics 23(2).
Das Special Issue „Quotation Unbound – Bridging the Divide Across Quotation Types“ widmet sich unterschiedlichen Formen von Zitat und Redewiedergabe – von direkter und indirekter Rede bis zu mixed quotation, scare quotes und freier indirekter Rede. Im Zentrum steht die Frage, welche gemeinsamen sprachlichen und pragmatischen Mechanismen diesen Formen zugrunde liegen und wie sich zugleich ihre Unterschiede theoretisch und empirisch erfassen lassen.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Gómez, Liliana / Brust, Alexander (Hg.), Arts and Extractivism in the Global Present, Routledge, New York, 2026.
Through the lens of contemporary art, this book focuses on social ecologies and those spaces that are characterized, on the one hand, by a high degree of biodiversity and, on the other, by a long history of the extraction of resources, (neo)colonial relationships, and extractivism.
Contributors discuss the importance of ignored knowledge practices and systems as well as alternative designs of the world that reach beyond simply thinking about progress. Chapters posit that contemporary art and ethnographic objects reflect extractive practices and the potential for regeneration in very different ways. In dialogue with one another, both art and the ethnographic object reveal alternative perspectives of agency, critical historiographies, and possible forms of living together in a new way. Foregrounding emerging environmental aesthetics, the book also critically engages the historical documents and artifacts collected by museums that bear witness today to knowledge gaps and the politics of resource transfer.
The book will be of interest to scholars working in art history, environmental humanities, ecocriticism, ethnology, exhibition, and museum studies.
David Römer / Steffen Pappert / Kersten Sven Roth (Hgg.): Zivilgesellschaftliche Linguistik. Hamburg: Buske (Sprache – Politik – Gesellschaft 36), 2025.
Ohne ein vertieftes Verständnis von Sprache sind soziale Wirklichkeit und Verhältnisse nicht beschreibbar. Der Band dokumentiert die Entwicklung einer Linguistik, die sich dem öffentlichen Sprachgebrauch widmet und gibt theoretische, methodische und empirische Einblicke in die Erforschung gesellschaftlicher Diskurse.
Gisa Bauer / Susanne Schuster (Hg.): Handbuch der Geschichte der Frauenordination in den aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen. Unter Mitarbeit von Johanna Herbst. Tübingen: Narr Verlag 2025.
Die Geschichte der Frauenordination in den aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen setzt sich aus einer Fülle von Geschichten der Frauenordination zusammen. Jede evangelische Landeskirche und jede Freikirche in Deutschland hat die Gleichstellung von Frauen und Männern im geistlichen Amt unter anderen Gesichtspunkten, in jeweils unterschiedlichen Zeiträumen und Etappen vorangetrieben und umgesetzt.
Das Handbuch stellt diese Geschichten erstmalig in ihrer Gesamtheit nebeneinander dar und bietet für Wissenschaftler:innen, interessierte Laien und kirchliche Mitarbeitende einen Überblick über die Entwicklungen hin zur Frauenordination in allen Landeskirchen und Freikirchen in Deutschland.
Den Geschichten der Frauenordination sind Beiträge zur Gleichstellung von Frauen und Männern aus Perspektive der theologischen und religionswissenschaftlichen Fächer vorangestellt. Die einzelnen Artikel sind von Expert:innen verfasst, die mit der jeweiligen regionalen und kirchlichen Spezifik vertraut sind.
Manuel García Serrano
El Quijote en la mudanza de la Edad Moderna (y otros ensayos filosóficos sobre ficción y narración)
Edition Reichenberger, Kassel 2023.
Los ocho trabajos aquí recopilados pueden ser leídos de forma independiente, pero comparten temas y preguntas, y confluyen en una misma línea metódica. Al universo del Quijote le es dispensada una atención especial. En el primer capítulo del presente libro se revisa una serie de lecturas ya clásicas del espíritu moderno de la novela cervantina, y se propone una alternativa a las conclusiones que de ellas se desprenden. En el capítulo que sigue, el Quijote sirve de atalaya para dar aviso de analogías y disparidades entre narrativa ficcional e historiografía seria: tema este de un debate prolongado hasta hoy tanto en la teoría de la literatura como en la filosofía de la historia. El tercer ensayo constituye una meditación sobre la cimentación dialógica, en el Siglo de Oro, de un realismo antiescéptico, en cuyo seno las ofuscaciones de don Quijote, con su encaje narrativo, al cabo coadyuvan a orillar escollos epistemológicos. Las inquietantes novelas de Javier Marías iluminan en el ensayo posterior una soterrada trabazón de la estética narrativa con la fundamentación moral, y conducen a una enmienda de los términos en que se plantean las disputas corrientes al respecto. A la naturaleza de la interpretación es dedicada alguna cavilación en todos los capítulos; pero particularmente en los dos siguientes se para la consideración en centrales problemas hermenéuticos. Una rápida evocación crítica de algunas paradigmáticas tramas fabulosas, así como una revisión más detenida, ya en el capítulo posterior, del cine surrealista de Buñuel y del teatro de García Lorca prestan refuerzo a los argumentos esgrimidos. Los dos capítulos finales tercian, por último, en una controversia aún candente en torno a la idea de una identidad personal narrativamente configurada y a sus condicionamientos intersubjetivos. Junto con los grandes nombres de la literatura áurea, que gravitan sobre el entero libro, Miguel de Unamuno y Roberto Bolaño son los autores a cuyas penetrantes ejemplificaciones ahí se recurre para una reconstrucción de ideas de Kant y Hegel.
Ilse Müllner: 2 Samuel 11–24. (Herders theologischer Kommentar zum Alten Testament), Freiburg/Br. u.a. 2025.
Aktuellster Kommentar zu 2 Samuel
Die Anfänge des Königtums stellen in der Erinnerungskultur Israels wesentliche Weichen für die politische Geschichte. David ist die Hauptfigur des Zweiten Samuelbuchs. Aber auch andere Figuren in der biblischen Erzählung sind im kulturellen Gedächtnis der jüdisch und christlich geprägten Gesellschaften tief eingeschrieben, etwa Batseba und Urija oder auch Abschalom. Die eindrückliche Wirkungsgeschichte der Samuelbücher weist auf die erzählerische Qualität dieser Texte hin. Der Kommentar geht den literarischen Zügen des Zweiten Samuelbuchs mit Methoden der kulturwissenschaftlichen Narratologie nach und verbindet diese mit einer gendersensiblen Wahrnehmung der Erzählungen.