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08.04.2026 | Campus-Meldung

Mit KI Unfallrisiken von Radfahrenden mindern: Bewegungsdaten präziser erfasst

Bewegungsdaten von Radfahrenden lassen sich mithilfe handelsüblicher Smartphones mit einer Genauigkeit von rund einem Meter erfassen. Dies zeigt eine aktuelle Forschungsarbeit des Fachgebiets Kommunikationstechnik unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Klaus David an der Universität Kassel. Das Fachgebiet beschäftigt sich mit der Entwicklung von Schutzsystemen, die Fahrzeugführende und ungeschützte Verkehrsteilnehmende vor möglichen Kollisionen warnen und so zur Vermeidung von Unfällen beitragen.

Bild: Uni Kassel
Lennart Busch bei der Präsentation der Ergebnisse auf der PerCom in Pisa.

Die Forschenden haben ein Verfahren entwickelt, mit dem Bewegungsdaten von Radfahrenden mit einer Ortsgenauigkeit von rund einem Meter beziehungsweise 0,64 Metern erfasst werden können. Die Umsetzung erfolgt mit handelsüblichen Smartphones. Der technische Ansatz basiert auf einem sogenannten „digitalen Zwilling“, der die Lokalisierung unter Einbezug von Umgebungsinformationen ermöglicht, insbesondere durch die Nutzung der Position, Größe und Höhe von Verkehrsschildern. Damit wird ein neuer methodischer Zugang zur Positionierung genutzt, der sich von klassischen GNSS/GPS-basierten Verfahren abgrenzt, deren Genauigkeit typischerweise im Bereich von drei bis zehn Metern liegt.

Im Vergleich zu bestehenden Ansätzen ermöglicht das Verfahren erstmals eine deutlich höhere Genauigkeit im Bereich unter einem Meter bei gleichzeitig massenmarkttauglicher Hardware. Alternative Lösungen seien hingegen deutlich kostenintensiver und ließen sich weniger gut im Alltag einsetzen.

Die Forschung wurde im Rahmen des Papers „SignAlign: A Smartphone-Based Visual Positioning System for Enhanced Bicycle Safety“ veröffentlicht und auf der internationalen Konferenz IEEE PerCom in Pisa präsentiert. Lennart Busch stellte die Ergebnisse dort am 19. März vor.

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