LOEWE fördert Kirchheimer Forschungsprojekt zu Recycling von Teerstraßen
Bild: Petra A. KillickWissenschaftsminister Timon Gremmels hat sich heute vor Ort über das Projekt informiert und einen Zuwendungsvertrag überreicht: Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur fördert „NaReTE“ mit rund 472.000 Euro. Das Geld stammt aus der Förderlinie 3 des Forschungsförderprogramms LOEWE. Sie stärkt die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschung.
„Mit ,NaReTE‘ fördern wir ein Projekt, das zentrale Herausforderungen im Straßenbau angeht: Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Kosteneffizienz“, so Wissenschaftsminister Timon Gremmels. „Mit der LOEWE-Förderlinie 3 bieten wir hessischen Unternehmen ein zuverlässiges, niederschwelliges und gleichzeitig wettbewerbsorientiertes Instrument, um vom Forschungsstandort Hessen zu profitieren. Ich wünsche allen Beteiligten ein gutes Gelingen und eine erfolgreiche Zusammenarbeit, um Hessen als Innovationsstandort für nachhaltige Infrastrukturentwicklung zu gestalten und moderne, zeitgemäße Arbeitsplätze in der Region zu etablieren und zu sichern.“
Derzeit landet der teerhaltige Straßenaufbruch auf Deponien oder wird zur Aufbereitung ins Ausland transportiert – ein kostenintensiver und ökologisch fragwürdiger Prozess. Bundesweit sind noch rund eine Milliarde Tonnen teerhaltiger Straßenbeläge verbaut. Auch in Hessen entstehen jährlich hohe Kosten für deren Beseitigung.
Ziel von NaReTE ist es, bestehendes teerhaltiges Asphaltmaterial nachhaltig aufzubereiten, von den krebserregenden Schadstoffen zu befreien und in den Straßenbau zurückzuführen. Dadurch verringert das Projekt die Deponierung und energieintensive Spezialbehandlungen und eröffnet neue Möglichkeiten für eine verantwortungsvolle Infrastrukturentwicklung. Der Fokus liegt auf der Entwicklung eines marktfähigen und effizienten Recyclingverfahrens für teerhaltige Straßenbeläge.
Der wissenschaftliche Leiter, apl. Prof. Dr.-Ing. Konrad Mollenhauer von Universität Kassel, sagte: „NaReTE zeigt, wie durch angewandte Forschung zukunftsorientierte Lösungen für bestehende Infrastrukturprobleme entwickelt werden können. Die Wiederverwertung ursprünglich teerhaltiger Ausbaustoffe schafft eine Win-Win-Situation: ehemals problematische Abfallstoffe werden verwertet, neue Ressourcen eingespart und negative Umweltfolgen deutlich verringert.“