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Fisch -
Kanu - Pass
In unseren
Flüssen aller Größen gibt es eine große Zahl von Staustufen, die meist
schon vor längerer Zeit zu verschiedenen Zwecken angelegt wurden. Oft
war der Hauptanlass die Nutzung der Wasserkraft. Diese Staustufen
unterbrechen den Flusslauf nicht nur für wandernde Fische, sie behindern
auch die Ausbreitung kleinerer Wassertiere, die auf oder in der Sohle
leben. Für Kanusportler sind sie lästig und teilweise gefährlich
insbesondere dann, wenn Aus- und Einstieg schwierig und der
Bootstransport zum Unterwasser mühsam ist.
Bei
anstehenden Bauwerkssanierungen, Reaktivierungen von Wasserkraftnutzung
oder auch aus Gründen der Gewässerökologie wird deshalb von Seiten des
Naturschutzes in aller Regel angestrebt, eine Durchgängigkeit für
Wanderfische und Kleinlebewesen der Gewässersohle herzustellen. Aber
auch der Kanusport als Natursportart hat nicht nur ein Interesse an
einer problemlosen und ungefährlichen Passage der Stauanlage, sondern
auch an einem naturnahen, durchgehenden Gewässerlauf mit ausreichend
Wasserführung in allen Bereichen.
Anders wie
die bisherigen Lösungsmöglichkeiten zur Überwindung von Staustufen
werden nachfolgend drei kombinierte Lösungen vorgestellt:
1.
Kanugasse aus Betonfertigteilen für raue Rampen und Fischrampen
Häufig
werden Staustufen durch Raugerinne, Fischrampen, Blocksteinrampen oder
auch Sohlgleite für Fische durchgängig gemacht. Hier bietet die
breitflächig überströmte mit Störsteinen besetzte Rampenfläche die
Möglichkeit für den Fischaufstieg. Wenn durch die Raugerinneströmung die
Möglichkeit zum Fischaufstieg gesichert ist, können diese steilen Rinnen
mit vertretbarem Aufwand auch für Kanuten passierbar gemacht werden,
indem eine Rinne aus Betonfertigteilen eingegliedert wird, die
vollständig unter Wasser liegt. Diese Fertigteile enthalten künstliche
Rauheiten, die die Geschwindigkeit und den Abfluss in der Kanugasse auf
ein zuträgliches Maß begrenzen.
Der
Abfluss in der Gasse ist vom Gefälle am Einlauf maßgeblich bestimmt,
während die Wassertiefe von der Gefälleentwicklung und der relativen
Rauheit beeinflusst ist. Die hydraulischen Bedingungen sind damit der
hydraulischen Abflusskontrolle am Einlauf und dem Fließgesetz
unterworfen. Die Abflusskurve des Rinneneinlaufs sowie das Fließgesetz
für die Gasse sind aus Literaturwerten nicht ableitbar. An der
Versuchsanstalt und Prüfstelle für Umwelttechnik und Wasserbau sind
jedoch Modellversuche durchgeführt worden, mit denen diese
Gesetzmäßigkeiten bestimmt wurden. Insofern liegen Grundlagen für die
hydraulische Berechnung und die höhenmäßige Anordnung vor.
Naturmessungen sollten diese Ergebnisse untermauern.
Die zur
Zentrierung der Boote nötige Doppelwalzenströmung wird durch
Holzschikanen erreicht, die an der Rinnensohle befestigt werden. Es ist
vorteilhaft, wenn diese Schikanen auf Längseisen befestigt werden, so
dass Roste entstehen, die an wenigen Punkten befestigt werden können. So
sind Auswechslungen oder Änderungen wesentlich leichter zu
bewerkstelligen. Im letzten Element erhalten die Sohlschikanen in der
Mitte Einkerbungen, da hier beim Einsetzen des Buges ins Unterwasser ein
erhöhter Tiefgang entsteht. So kann das Aufsetzen im Heckbereich
angekielter Boote auf die Schikanen verringert werden.
Die
seitliche Führung wird von Längsbalken übernommen, die auf die Oberkante
der Fertigteile aufgeschraubt werden und deren Oberkante knapp unter dem
Wasserspiegel liegt. Die Balken sollen oben abgerundet sein. Im Bereich
des letzten Elements sollen die seitlichen Balken unterbrochen sein (ca.
40 cm lange Lücken), damit Fische, die in die Bootsgasse einschwimmen,
diese im Bereich des letzten Elements seitlich verlassen können.
2.
Überfahrbare elastische Rauheitselemente für Raugerinne
Sowohl in
kompakten Fischpässen als auch in breiteren Fischaufstiegsanlagen in
Form von Raugerinnen oder Fischrampen ist es möglich, die
Aufstiegsanlage durch Ersatz der Störsteine durch elastische
Rauheitselemente für die Bootsabfahrt nutzbar zu machen. Dabei
übernehmen die Rauheitselemente die hydraulische Funktion des
Energieentzugs und bieten dazu einen Lebensraum für Kleintiere und den
Benthosaufstieg. In breiteren Anlagen ist es möglich, nur einen Streifen
für die Bootsabfahrt auszustatten und den Rest konventionell mit
Störsteinen aufzubauen. Charakteristisch für diese Lösung ist, dass als
bremsende Einbauten Rauheitselemente aus Borsten in vielfältiger
Anordnung eingesetzt werden.
Durch
dieses Konzept wird es möglich, mit vergleichsweise geringen
Investitionskosten eine Passagemöglichkeit für flachgehende Boote sowie
eine Wandermöglichkeit für Fische und Kleinlebewesen der Gewässersohle
in einer gemeinsamen Rinne bereitzustellen. Im Einzelnen resultieren die
Vorteile aus folgenden Eigenschaften:
-
Energieentzug der Strömung durch die Borstenbündel durch den hohen
Strömungswiderstand
-
Lückensystem in den Borsten für den Aufenthalt und die Ausbreitung
von Makroinvertebraten optimal
-
Schwacher Strömungsangriff auf die Sohle zwischen den
Borstenelementen, daher keine besonderen
Anforderungen an den Aufbau der Sohle
-
Vergleichsweise einfache hydraulische Berechnung
-
Durch
Gestaltung und Anordnung der Borstenelemente im Auslaufbereich kann
die Lockwirkung des Abstroms bewusst verstärkt werden
-
Absolut ungefährliche Bootsabfahrt durch v < 2 m/s,
Manövrierfähigkeit bleibt erhalten
-
Keine
Behinderung der Bootsabfahrt, auch wenn die Borsten bis zur
Wasseroberfläche reichen
-
Für
tiefer eintauchende Teile der Boote steht nahezu die gesamte
Wassertiefe zur Verfügung, damit können auch empfindliche Boote den
Fisch-Kanu-Pass benutzen
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Sehr
gute Anpassung an die jeweiligen Anforderungen durch passende
Auswahl des Borstenmarerials, Borstenlänge, Borstenstärke,
Besatzdichte und Anordnung innerhalb der Rinne möglich
-
Leicht
auswechselbare Borstenelemente
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Da
keine massiven Ansatzpunkte vorhanden sind, ist die Verlegungsgefahr
bei Holzeintrieb wesentlich geringer
-
Wirkprinzip von der Breite des Gerinnes weitgehend unabhängig
Aus
Laborversuchen mit Fischen liegen eine Reihe von positiven Ergebnissen
vor, die beweisen, dass
-
hinter
den Borstenelementen ruhige Strömungsverhältnisse herrschen, die von
den Fischen als Ruhezonen genutzt werden,
-
von
den Borsten keinerlei Gefahr für die Fische ausgeht,
-
auch
kleine Fische weniger leistungsfähiger Arten den Aufstieg problemlos
schaffen,
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auch
hochrückige Arten ohne Probleme in der Strömung zurechtkommen,
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der
Strömungsangriff auf die Sohle so gering ist, dass relativ feines
Sohlmaterial stabil ist.
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