Vor­trags­rei­he "Spot­light"

SPOT­LIGHT - äs­the­ti­sche Pra­xis - ei­ne in­ter­dis­zi­pli­nä­re Vor­trags­rei­he der Mu­sik­päd­ago­gik und der Äs­the­ti­schen Bil­dung.

Wann versetzt Musik Grundschulkinder ins Staunen? Wie lassen sich im Deutschunterricht ästhetisch-literarische Erfahrungen in Worte fassen? Wieviel Raum gibt Performancekunst für Partizipation? Wie funktioniert Teilhabe an Kunst und Kultur? Lassen sich ästhetische Bildungsprozesse bei Musemsbesuchen initiieren? Verändert Digitalisierung visuelle Darstellungsmodi? Kann man mit Körper und Kamera forschen? Was sind Räume musikalisch-ästhetischer Bildung?

In der Vortragsreihe SPOTLIGHT laden wir Expert:innen aus Kunst, Kultur und Wissenschaft ein, um diese und ähnliche Fragen zu diskutieren.

Die Veranstaltung ist öffentlich. Studierende, Lehrende und extern Interessierte sind herzlich willkommen.

 

Organisation: Prof. Dr. Susanne Dreßler, Prof. Dr. Verena Freytag

Äs­the­ti­sche Pra­xis in der Pra­xis des Mu­sik­un­ter­richts

Abstract: Die Frage, wie musikalisch-ästhetische Praxis am besten zu unterrichten ist, stellt sich hochschuldidaktisch nicht anders als (grund-)schuldidaktisch - oder? Wie sollte ich den Gegenstand, um den es in der Vorlesung gehen soll, am besten einführen? Vielleicht am Beispiel einiger Erlebnisse, die mir erst viele Jahre später im Rückblick, als ich auch ästhetische Theorie praktizierte, zur ästhetischen Erfahrung wurden?

Aus praxistheoretischer Perspektive erfahren wir die Welt immer in einer Praxis. Unter verschiedenen Arten der Praxis ist eine die ästhetische Praxis. Ästhetische Praxis, in der Klänge eine nicht unbedeutende Rolle spielen, können wir dann Musik oder Musikpraxis nennen. Menschen haben weltweit viele Musikpraxen (Musikkulturen) hervorgebracht. In meinem Vortrag werde ich (1) besondere Merkmale ästhetischer Praxis am Beispiel konkreter Erfahrungen darstellen, (2) Grundformen ästhetischer Praxis anhand der Geschichte des Musikunterrichts verdeutlichen und (3) zum Schluss einige Folgerungen zeigen, die sich ergeben, wenn wir Musikpraxen zum Gegenstand der Unterrichtspraxis machen.

Alle Aspekte können entsprechend den Interessen der Teilnehmer:innen vertieft werden.

Biographisches: Prof. Dr. Christopher Wallbaum hat als Musiker gearbeitet und 12 Jahre als Musiklehrer und Fortbilder in Hamburg, er lehrte von 2002 bis 2022 an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig und vertritt seit seiner Pensionierung eine Stelle an der Europa-Universität in Flensburg. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Praxis- und Kulturtheorie, Produktionsdidaktik, ästhetische Praxis und Erfahrung, international vergleichende Unterrichtsforschung mit Videos und Analytical Short Films sowie Modelle oder Philosophien guten Musikunterrichts. Er hat selbst Aufsätze zu einem Modell Musikpraxen erfahren und vergleichen vorgelegt.