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Joseph Conrad, Lord Jim.  Hrsg. Daniel Göske, übers. Michael Walter. München: Hanser, 2022.

 

Joseph Conrads berühmtester Roman „Lord Jim“: eine mitreißende Abenteuererzählung, ein Klassiker. Aufbereitet in 640 Seiten, 100 davon Apparat.

Raoul Schrott hat das Buch im SRF-Literaturclub thematisiert:

https://www.srf.ch/play/tv/-/video/-?urn=urn:srf:video:18244b6f-2c63-443e-b21d-ada569ea2186

Stefanie Jakobi/Julian Osthues/Jennifer Pavlik (Hg.): Adoleszenz und Alterität. Aktuelle Perspektiven der interkulturellen Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik. Bielefeld: transcript 2022.

Die Auseinandersetzung mit literarisch inszenierter Adoleszenz hat sich insbesondere seit der Jahrtausendwende zu einem produktiven Arbeitsfeld der Literaturwissenschaft entwickelt. Vor allem Kinder- und Jugendliteraturforschung sowie Literaturdidaktik haben davon profitiert. Doch wie hängen Adoleszenz und Alterität zusammen? Die Beiträger*innen erarbeiten anhand von exemplarischen literatur- und medienwissenschaftlichen Analysen Anknüpfungspunkte zwischen Adoleszenz und interkulturellen sowie postkolonialen Fragestellungen und greifen aktuelle Themen wie z.B. Flucht, Migration, Rassismus oder (post-)koloniale Erfahrungen auf. Dabei werden auch didaktische Überlegungen im Sinne eines rassismussensiblen, interkulturellen Unterrichts in den Fokus gerückt.

Platini, Vincent: Démons du crime. Les pouvoirs du truand dans l’entre-deux-guerres. Paris: Classiques Garnier 2022.

Durant l’entre-deux-guerres apparaissent dans la littérature des figures de truands ambiguës. Cet ouvrage examine les discours à l’œuvre dans la construction de personnages qui transgressent une norme de vie. Le public se réapproprie ces figures et en fait les vecteurs de nouvelles pratiques culturelles.

Holden Härtl: „Syntax des Englischen.“ In: Linguistik im Sprachvergleich. Germanistik – Romanistik – Anglistik. Hrsg. von Ralf Klabunde, Wiltrud Mihatsch & Stefanie Dipper. Berlin: Springer 2022, S. 155-187.

„Dieses Lehrbuch führt aus einer komparatistischen Perspektive in die linguistische Beschreibung und Analyse des Deutschen, Englischen, Französischen, Italienischen und Spanischen ein. Die charakteristischen Lauteigenschaften, Flexionsmerkmale und Wortbildungsprozesse sowie der diesen Sprachen eigene Satzbau werden vorgestellt. Eigene Kapitel widmen sich den historischen Entwicklungen dieser Sprachen sowie den sozial und geographisch geprägten Varietäten, so dass eine umfassende Darstellung dieser fünf Sprachen, ihrer Strukturen, ihres Gebrauchs und ihrer historischen Entwicklung entsteht. Zwei Kapitel zur Semantik und Pragmatik, die universelle Aspekte der Bedeutungsanalyse bzw. der Prinzipien des Sprachgebrauchs erläutern, runden das Bild ab. – Im zweifarbigen Layout mit Definitionen, Vertiefungen und Übungsaufgaben.“

Annegret Reese-Schnitker/Daniel Bertram/Dominic Fröhle (Hg.): Gespräche im Religionsunterricht. Einblick – Einsichten – Potenziale. Stuttgart: W. Kohlhammer 2022.

„Gesprächen wird im Religionsunterricht viel zugetraut. Um ihr Potenzial zu nutzen, müssen sie evoziert werden; weiter gilt es, auf SchülerInnenfragen einzugehen, SchülerInnen miteinander in Austausch zu bringen und einen für alle bereichernden Lernprozess zu durchlaufen. Zuerst werden konzeptionelle Fragen zu Gesprächen bearbeitet: Ihre Bedeutung für die Unterrichtsdramaturgie und für religiöse Sprachbildung, kommunikative Methoden u. a. Danach werden Ergebnisse einer ausführlichen Videostudie vorgestellt: Was für Gesprächstypen sind im Unterricht vorzufinden? Welchen Beitrag zum (religiösen) Lernen leisten diese tatsächlich? Welche Schlussfolgerungen für eine bessere Praxis können daraus gezogen werden?“

Tobias Jammerthal, David Burkhart Janssen, Jonathan Reinert, Susanne Schuster: Methodik der Kirchengeschichte. Ein Lehrbuch. Tübingen 2022.

„Zum Studium der Theologie gehört historisches Arbeiten essenziell dazu. Dieses praxiserprobte Lehrbuch führt auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand in die Methodik kirchengeschichtlichen Arbeitens ein. Es bietet eine grundlegende Orientierung und begleitet in Verbindung mit einer zugehörigen Website Studium und Lehre vom Proseminar bis zum Examen.“

Finkbeiner, Claudia (Hg.) in Zusammenarbeit mit Hesse, Yvonne: Erzählen und Zuhören: Generationentandems (Eine Dokumentation). Berlin: Edition 7 2021.

"Biografische Ereignisse und Lebensgeschichten stehen im Zentrum dieses Bandes, welche durch Gespräche zwischen Studierenden der Universität Kassel und Seniorinnen und Senioren in Generationentandems erinnert, aus einer neuen Perspektive heraus erzählt und rekonstruiert werden. Mit ihren Berichten aus unterschiedlichsten geografischen, sozio-kulturellen und zeithistorischen Perspektiven geben Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ihrer Stimme Nachdruck und tragen zum kollektiven Gedächtnis bei. Dabei entsteht ein mehrperspektivisches Bild einer Kriegs- und Nachkriegsgeneration, welches zum Nachdenken über die eigene Identität anregt und die Seele berührt.

Dieses universitäre Projekt findet seinen strukturellen Rahmen in dem mannigfach international erprobten und erforschten Ansatz der ABCs of Cultural Understanding and Communication. Dieser wird in vielfältigen Adaptionen seit mehreren Jahren in die universitäre Forschung und Lehre sowie in die Zivilgesellschaft implementiert und ermöglicht die Entfaltung von Lernpotentialen zur Anregung und Weiterentwicklung kultureller Verstehensprozesse."

 

Das Projekt wurde gefördert im Rahmen von PRONET (Professionalisierung durch Vernetzung) der Universität Kassel von 2015 bis 2018 mit dem Projekt P 5 „Verzahnung der Studienwerkstätten“ und dem Projekt P 9 „Mehrsprachigkeits- potentiale im bilingualen Sachfachunterricht" sowie im Rahmen von PRONET2 von 2019 bis 2023 mit dem Projekt P9 „Mehrsprachigkeitsbezogenes Lehrerhandeln im bilingualen Sachfachunterricht: Professionalisierung angehender und aktiver Lehrkräfte“, welches unter dem Förderkennzeichen 01JA1805 im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert wird (www.qualitaetsoffensive-lehrerbildung.de). Einige Studierende führten ihre Interviews mit Seniorinnen und Senioren im Ausland durch und wurden mit Reisestipendien im Rahmen von Shosta gefördert. Darüber hinaus besteht eine direkte Verbindung zum Projekt P 5, das von  2019 bis 2023 in PRONET2 fortgesetzt wird mit dem Thema „Verzahnung und Weiterentwicklung der Studienwerkstätten zu Lehr-Lern-Laboren“.

Susanne Bach/Klaus Isele (Hg.): Im ewigen Eis der Arktis. Alte Expeditionsberichte und Fotos. Eggingen 2021.

Aus dem Vorwort:
Die bizarre Schönheit, aber auch die Gefahren der Arktis in alten Expeditionsberichten von Polarforschern aufscheinen zu lassen, ist die Intention dieser bebilderten Anthologie. Die historisch bedeutsamsten Überlieferungen wurden in einem Zeitraum von knapp 150 Jahren verfasst, etwa von 1830-1970; davor ist die Quellenlage dürftig, danach ufern die Berichte aus, ohne einen wesentlichen Erkenntniszugewinn zu bieten. In den erwähnten eineinhalb Jahrhunderten wurden in der Arktis Entdeckungen gemacht und historische Leistungen erbracht, auf welche die Menschheit lange gewartet hatte: Nach vielen hundert Jahren der vergeblichen Suche wurden die Nordwest- und die Nordostpassage entdeckt und durchfahren. Und der Nordpol, um den sich viele skurrile Mythen rankten, wurde endlich vom Menschen erreicht. Wer ihn nun genau entdeckte, darum ranken sich ebenso viele Mythen: Waren die dort ansässigen Inuit? Waren es Robert Edwin Peary oder Frederick Cook, wie sie selbst behaupteten, aber nicht belegen konnten? Waren es Frederick Cook oder Richard Evelyn Byrd, der ihn mit seinem Fokker-Eindecker überflogen haben will?
Belegt sind jedoch die Hilfsmittel, mit denen diese kühnen Männer sich dem nördlichsten Punkt der Erde näherten. Wider Erwarten waren es zunächst technische Hilfsmittel wie Luftschiffe, Eisbrecher oder U-Boote, die den Nordpol überhaupt erreichbar machten; dann erst, überraschenderweise, der Hundeschlitten. Erst 1968 sollte der Amerikaner Ralph Plaisted für sich in Anspruch nehmen können, nachweislich der erste Mann am Nordpol zu sein, der dieses in jeder Hinsicht extreme Ziel auf dem Weg über das Eis erreichte.
Das alles beherrschende Element in der Arktis ist das Eis in seinen vielfältigen Erscheinungsformen. Schiffe froren bei widrigen Verhältnissen an Ort und Stelle ein, wurden langsam zerquetscht und gingen unter. Nicht wenige der hier versammelten Berichte erzählen von den Schrecken des Eises und der Finsternis. Die langen, bitter kalten, stockdunklen Winter, in denen die Mannschaft wenig Beschäftigung und Bewegung hatte, zehrte immens an Nerven und Gesundheit. Traditionell stammen Expeditionsberichte aus der Arktis überwiegend aus norwegischen, englischen, schwedischen und dänischen Quellen. Man hätte als Herausgeber leicht die fünf- oder zehnfache Menge an Texten zusammentragen können. Vielleicht sogar zusammentragen müssen, um der Komplexität des Themas gerecht zu werden. Weil das aus Platzgründen aber nicht möglich war, wurden repräsentative Expeditionsberichte ausgewählt – in Hinblick auf das deutschsprachige Lesepublikum schwerpunktmäßig Schilderungen von deutschen, österreichischen und schweizerischen Polarforschern.
 
„Nur Ruhe ist da und Frieden und Freiheit.“
―Roald Amundsen

Karin Aguado/Kathrin Siebold (Hg.): Unterrichtsinteraktion - Begriffe, Kontexte, Entwicklungen. ZIAF Bd. 1 Nr. 1 (2021). Marburg.

Die Zeitschrift für Interaktionsforschung in DaFZ (ZIAF) richtet sich an Forschende, Lehrende und Studierende im Bereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache und bietet eine internationale Plattform für den wissenschaftlichen Austausch zum Thema „Interaktion im Fremd- und Zweitsprachenerwerb“.

Die ZIAF ist eine Open Access-Publikation, die mit Unterstützung der Universitätsbibliothek Marburg über das Programm Open Journal System (OJS) betrieben wird. Die Veröffentlichung und der Abruf der Beiträge sind kostenfrei. Die Herausgeber*innen verfolgen damit das Ziel, allen am Thema „Interaktion im DaFZ-Kontext“ Interessierten einen direkten und schnellen Zugang zu neuesten Entwicklungen in der DaFZ-bezogenen Interaktionsforschung zu gewähren und ihnen somit die unmittelbare Beteiligung am internationalen wissenschaftlichen Austausch zu ermöglichen.

Neben konventionellen Aufsätzen sind auch innovative Publikationsformate wie Texte mit digitalen Fußnoten (zu zusätzlichen Text-/Audio-/Video-Daten gelangen, z.B. Text analysierte videographierte Unterrichtssequenzen umfassen) oder Video-Beiträge willkommen.

Pfannkuche, Walter: Die Legitimität von Zwang. Versuch über den Zusammenhang von Recht und Moral. Paderborn: Brill mentis 2021.

Der in den modernen Gesellschaften ausgeprägte moralische Pluralismus macht es zunehmend schwieriger, das geltende Recht gegenüber allen Rechtsunterworfenen als legitim zu erweisen. 
Das Buch untersucht, mit welchen Argumentationsformen die Anhänger unterschiedlicher Moralen einander von der Akzeptabilität eines bestimmten rechtlichen Rahmens überzeugen können. Dazu gehört die Verständigung auf eine Verfassung, die einen elementaren Schutz garantiert und Prozeduren für die Lösung von normativen Konflikten festlegt. Zudem wird deutlich, dass ein modernes Recht nur noch legitim sein kann, wenn es die Gefahr einer Tyrannei der Mehrheit mindert, indem es Möglichkeiten zur Regionalisierung des Rechts sowie zur Sezession bietet.
Mit der abschließenden Analyse der Toleranz als einer dem Legitimitätskonzept angepassten Tugend wird eine zentrale Anforderung an die Bürger moderner Staaten präzisiert.

Angela Oster/Jan-Henrik Witthaus (Hg.): Pandemie und Literatur. Wien: Mandelbaum 2021.

Alle Welt spricht von Corona. Die Literatur schrieb immer schon über Pandemien. Boccaccios und Manzonis Pestbeschreibungen im Decameron und in Die Verlobten zählen zum kollektiven Gedächtnis Europas, und so hat man sie als Lockdown-Lektüre empfohlen. In einer Sammlung von Essays werden diese und andere Texte unter dem Eindruck der gegenwärtigen Covid-19-Krise neu gelesen. Dabei zeigt sich, dass diese Erzähltexte erstaunlich aktuell sind, erkennt man doch gegenwärtig dank Manzoni, Heine und Co. eine gespenstische Wiederkehr lang bekannter Reaktionsmuster. Es zeigt sich jedoch ebenso, dass Texte wie Camus’ Die Pest zu einer tieferen philosophischen Betrachtung einladen, die den aktuellen europäischen Krisendiskurs unterläuft. Als unverzichtbarer Zeitraffer von Krisen zeigt uns Erzählliteratur, was wirklich überlebensnotwendig ist: die Kreativität. Und die aktuellen Corona-Debatten in Italien oder Frankreich – hierzu weitere Essays – zeugen von Reflexionen sozialer oder weltanschaulicher Art, die einen Horizont jenseits der bloßen Hypnose durch Nachrichten und Inzidenzen andeuten.

Iris Meinen / Nils Lehnert (Hg.): Öffnung – Schließung – Übertritte. Körperbilder in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Bielefeld: transcript 2021.

Texte der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur konfrontieren Rezipienten und Rezipientinnen mit Körperbildern, die entlang vielfältiger Formen der Ex- und Inklusion sowie Transgression gezeichnet werden. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang Autoren und Autorinnen wie Benjamin von Stuckrad-Barre, Sibylle Berg, Clemens J. Setz, Charlotte Roche, Jonas Lüscher und Daniel Kehlmann. Die Beiträger und Beiträgerinnen des Bandes zeigen, wie sie Körper entwerfen, die kontrastiv zum ideal-schönen Körperbild der Konsum- und Warenwelt unserer Gegenwart stehen und mittels der Operationen ›Öffnung‹, ›Schließung‹ und ›Übertritt‹ die Frage nach Körpergrenzen neu verhandeln.

Kreuzer, Stefanie (Hg.): FilmZeit – Zeitdimensionen des Films. Marburg: Schüren 2021.

Das Phänomen Zeit spiegelt sich im Film sowie in der Filmgeschichte in sehr unterschiedlichen und vielfältigen Erscheinungsweisen wider. Grundsätzlich kann jedoch heuristisch differenziert werden nach Zeit-Aspekten der histoire, auf der Handlungsebene, und Zeit-Aspekten des discours, auf der Darstellungsebene – oder anders ausgedrückt: Die Konstellation von Film und Zeit bezieht sich sowohl auf die Zeit im Film als auch auf die Zeit des Films, also die Filmzeit. Das titelgebende Kompositum des vorliegenden Bandes zur FilmZeit ist als ein Neologismus zu verstehen, der beide Zeitdimensionen des Films umfasst. Auf diese Weise beschreibt FilmZeit zum einen sämtliche Zeitlichkeitsphänomene im Film, zum anderen ist FilmZeit speziell auf kinematografische Eigenzeit(lichkeit)en zu beziehen.

Beiträge von Andreas Becker, Matthias Brütsch, Susanne Kaul, Julia Eckel, Henry Keazor, Thomas Köhler, Lucia Krämer, Stefanie Kreuzer, Markus Kuhn, Susanne Marschall, Jörg Schweinitz, Stefan Tetzlaff, Birk Weiberg, Hans Jürgen Wulff und Sabine Zubarik.

Óscar Loureda/Angela Schrott (Hg.): Manual de lingüística del hablar [= Manuals of Romance Linguistics 28. Berlin/Boston: De Gruyter 2021.

“The Manual presents the state of the art of the research about discourse and communication within the Romance languages. It offers introductory articles which explain in a simple and clear way the current research topics of a broad variety of disciplines like Linguistics, Pragmatics, Discourse Analysis, Communication Theory, Text Linguistics and Philology.

The authors of the Manual collectively explain complex theoretical problems concerning communication and discourse, and texts as its products. The contrastive descriptions contain examples in different Romance languages which show the outreach of the theoretical approaches and address a public with interests in a variety of disciplines and languages. Furthermore, it shows possibilities of application and transfer of the research about communication in different professional contexts.”

Tom Kleffmann: Kleine Summe der Theologie. Tübingen: Mohr Siebeck 2021.

„In dieser Studie entfaltet Tom Kleffmann den gedanklichen Grundzusammenhang des christlichen Glaubens als eine Theologie der Kommunikation. Er begründet die Relevanz der Rede von Gott und erörtert die Frage, was eine Offenbarung Gottes heißen kann. Zudem bestimmt er den Sinn von Glauben, die Vernunft des Glaubens und die Aufgabe der Theologie. Die materiale Ausführung beginnt er mit der christlichen Auffassung des unwahren Lebens und findet die Mitte im Gedanken der Offenbarung Gottes als Mensch, die die Gottesgemeinschaft begründet. Es folgen das christliche Verständnis der Welt als Äußerung Gottes, das auch das Verhältnis von Schöpfungsglauben und Naturwissenschaft reflektieren muss, sowie der vom Geist jener Gemeinschaft ausgehende Gedanke des wahren Lebens und seiner Ewigkeit. Im Schlussteil versucht der Autor, die Antwort auf die Frage »wer ist Gott« zu geben und fasst sie im Gedanken des dreieinigen Lebens Gottes zusammen.“

Fohr, Tanja: „Kunst erleben mit der Applikation Actionbound: Chancen und Grenzen eines digitalen Lernarrangements für DaFZ-Lernende im Kunstmuseum.“ In: Sprache, Kulturen, Identitäten: Umbrüche durch Digitalisierung. [= BFF 16] Hrsg. von Maria Eisenmann und Jeanin Steinbock. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren 2021.

In diesem Beitrag geht es um Kunst und die sprachsensible und digitale Unterstützung von Rezeptionsprozessen am außerschulischen Lernort „Neue Galerie“ in Kassel. Die Autorin geht in ihrer Untersuchung der Frage nach, ob und inwieweit das Smartphone während des Museumsbesuches dazu genutzt werden kann, die Annäherung an Kunstwerke zu unterstützen und die notwendigen sprachlichen Mittel für eine selbstständige und kreative Auseinandersetzung bereitzustellen. Ausgehend von der Darstellung und Analyse ausgewählter Ergebnisse können die Lernmöglichkeiten, aber auch die Grenzen eines digitalen Lernarrangements mit der Applikation Actionbound aufgezeigt werden.

Fohr, Tanja: Integrierte Sprachbildung im Fach Kunst. Eine Studie zur Sekundarstufe I, Klasse 5 [= DaZ-Forschung 21]. Berlin: De Gruyter Mouton 2021.

In dieser Untersuchung zur „Integrierte Sprachbildung im Fach Kunst. Eine Studie zur Sekundarstufe I, Klasse 5.“ geht die Autorin in Bezug auf die aktuelle Diskussion um Sprachbildung und sprachsensiblen Fachunterricht der Frage nach, welchen Beitrag das Fach Kunst zum Aufbau von Bildkompetenzen und den damit verbundenen sprachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler leisten kann und sollte.
Sie diskutiert, wie ausgewählte aktuelle Sprachbildungsansätze mit bestehenden kunstpädagogischen Vorgaben zu vereinbaren sind. Grundlage für die qualitative Unterrichtsforschung zur integrierten Sprachbildung im Kunstunterricht ist eine zwei Schuljahre umfassende Pilot- und Hauptstudie, die Fünftklässler im Alter von 10 bis 12 Jahren mit sprachlichem Förderbedarf in den Fokus nimmt.

Jan Knobloch/Antonio Lucci (Hg.): Gegen das Leben, gegen die Welt, gegen mich selbst. Figuren der Negativität. Heidelberg: Winter 2021.

Der Band, der auf eine Tagung am IFK Wien zurückgeht, versammelt Beiträge aus Philosophie, Literatur-, Religions- und Kulturwissenschaft, um der Frage der Negativität systematisch sowie in begriffs- und sachgeschichtlicher Hinsicht nachzugehen. Neu ist dabei der Ansatz, den Negativitätsbegriff gezielt zu pluralisieren: einerseits durch Herauslösung aus seiner Bindung an (nach-)hegelianische Lesarten, andererseits durch Konkretisierung. Dies bedeutet, Negativität in ihre diskursiven, medialen und kulturellen Kontexte einzuordnen, sie an Beispielen zu veranschaulichen sowie theoretische Positionen in Bezug zu kulturellen Artefakten zu setzen. In den Blick rücken so nicht nur Texte, sondern auch Figuren, Narrative, Bilder und Praktiken, in denen sich Negativität manifestiert.

Stefan Greif/Turgay Kurultay/Nikola Roßbach (Hg.): Kein Ende des Gerüchts. Antisemitismus in Kultur und Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts  [= Intervalle 15]. Kassel: university press 2020.

Wie die jüngsten Anschläge auf jüdische Einrichtungen und Personen zeigen, grassiert in Deutschland immer noch und sogar verstärkt das unsägliche ‚Gerücht über die Juden‘, die vermeintlich den Untergang des Abendlandes heraufbeschwören und die Weltherrschaft an sich reißen wollen. Verbreitet werden solche Hassbotschaften unter anderem mittels rechter Verschwörungstheorien, die eine dumpfe Wut auf vermeintlich dunkle Machenschaften demokratischer Staaten schüren, gleichzeitig aber auch eine Angstkommunikation reaktivieren, die nach autoritärer Führung verlangt. Von der These ausgehend, dass der aktuelle Judenhass nicht nur uralte Vorurteile tradiert, sondern aggressiv die aufklärenden Antworten auf antisemitische Stereotype zu widerlegen versucht, widmen sich die hier versammelten Aufsätze aus Literaturwissenschaft, Philosophie und Geschichtswissenschaft der Frage, wie sich die Diffamierung des ‚Jüdischen‘ historisch entwickeln konnte, wie antisemitische Verfolgung literarisch bezeugt wurde und mit welchen Argumenten die neuen Sagbarkeitsdebatten im Kontext des Antisemitismus geführt werden. Das Spektrum des untersuchten Materials reicht dabei von den berüchtigten Protokollen der Weisen von Zion über die literarische Gestaltung von Zeitzeugenschaft im Angesicht der Schoah bis hin zu Antisemitismus und Antisemitismuskritik in Kultur, Medien und Musik der Gegenwart.

 

„Literatur aus Kassel für Kassel“ ist ein Zuhause-Projekt. Wir verschenken Lese-Zeit – ohne technische Studiobedingungen. Zum Schmökern empfehlen wir Ihnen außerdem das Kleine Kasseler Literatur-Lexikon. Autorinnen und Autoren (Wehrhahn Verlag Hannover, 2018) mit seinen über 450 Artikeln.

Das Projekt „Literatur aus Kassel für Kassel: Online-Lesungen“ ist eine Zusammenarbeit von Universität Kassel (Prof. Dr. Nikola Roßbach) und Stadtbibliothek Kassel.

Es lesen für Sie: Jessica Bauer, Friedrich Block, Thomas Bündgen, Raphael Döhn, Holger Ehrhardt, Andreas Gebhardt, Stefan Greif, Hans Grote, Matthias Henke, Michael Kelbling, Maria Knissel, Sabine Köttelwesch, Dietfrid Krause-Vilmar, Stefanie Kreuzer, Urania Milevski, Hartmut Müller, Ilse Müllner, Sophia Nordheim, Thorwald Proll, Nikola Roßbach, Eva Schulz-Jander, Andreas Wicke, Marlis Wilde-Stockmeyer und Kerstin Wolff.

Wir danken allen Mitlesenden für ihr Engagement. Ganz besonderer Dank gilt Andreas Wicke nicht nur für Lese-, sondern auch technische Unterstützung. Und schließlich wäre ohne die Hilfe unseres Kollegen und IT-Experten Oliver Schuster Einiges nicht möglich gewesen.

Für die digitalen Lesungen von Gegenwartsliteratur erteilten die Autorinnen und Autoren die Genehmigungen und gestatteten die Veröffentlichung auf den Internetseiten der Stadt Kassel.

Zu den aktuellen Texten von Maria Knissel, Thorwald Proll und Friedrich Block werden die genauen Quellen angegeben – mit Einladung zum Weiterlesen.

Martin Böhnert: Methodologische Signaturen. Ein philosophischer Versuch zur Systematisierung der empirischen Erforschung des Geistes von Tieren. Paderborn: mentis 2020.

Wie wissen wir, ob Tiere denken können? In Erweiterung der bisherigen Debatte um Mensch-Tier-Verhältnisse analysiert dieser Band die Bedingungen und Kontexte der naturwissenschaftlichen Gewinnung unseres Wissens von Tieren.
Die aktuellen Diskussionen innerhalb der Tierphilosophie drehen sich um die drei zentralen Fragen, ob wir Tieren einen Geist zuschreiben können, worin der Unterschied zwischen Menschen und Tieren besteht und wie sich Menschen gegenüber Tieren verhalten sollen. Unser Wissen über Tiere ist meist von der empirischen Forschung übernommen. Die Methoden, Theorien und Kontexte der empirischen Forschung wurden bislang nicht zum Gegenstand gemacht. Diese Lücke will der Band mit dem zentralen Konzept der methodologischen Signaturen schließen, das den systematischen Vergleich von Forschungsansätzen anhand deren fundamentalen methodologischen, ontologischen und epistemologischen Vorannahmen erlaubt.

Dagobert Höllein/Nils Lehnert/Felix Woitkowski (Hg.): Rap – Text – Analyse. Deutschsprachiger Rap seit 2000. 20 Einzeltextanalysen. Bielefeld: transcript 2020.

Rap ist zuletzt vor allem negativ in die Schlagzeilen geraten. Antisemitismus, Sexismus und Homophobie dominieren nicht ohne Grund die mediale Berichterstattung, wie die vorliegenden Forschungsergebnisse zeigen. Damit ist der deutschsprachige Rap aber nicht abschließend erfasst. Längst ist die Musikrichtung kein Nischenphänomen mehr, sondern die Rap-Szene zeichnet sich durch vielfältige Formen, Stile und Haltungen aus. Der Sammelband widmet sich deutschsprachigem Rap seit 2000 und legt den Fokus erstmals auf Einzeltextanalysen, die sich diesem Musikgenre und seinen Künstler*innen multiperspektivisch und -disziplinär annähern.

Der herausgegebene Sammelband von Dagobert Höllein, Nils Lehnert und Felix Woitkowski wurde am 27.02.2020 im Deutschlandfunk Kultur präsentiert.