Social2Mobility: Mehr soziale Teilhabe durch integrierte Raum-, Verkehrs- und Sozialplanung, Teilprojekt 1 - Theoretische Grundlagen, quantitative Empirie und Empfehlungen

Prof. Dr.-Ing. Carsten Sommer
Dipl.-Ing. Jonas Harz
M.Sc. Franziska Kesper

 

Das Forschungsprojekt Social2Mobility hat zum Ziel, die soziale Teilhabe von Bevölkerungsgruppen, die sozial benachteiligt, von Armut bedroht oder betroffen sind, durch eine Steigerung der Mobilitätschancen zu stärken. In der Raum- und Verkehrsplanung wird die soziale Teilhabe in der Regel über die objektive Erreichbarkeit wichtiger Ziele bewertet, ohne dabei individuelle Lebenslagen zu berücksichtigen. Die Sozialplanung wiederum vernachlässigt häufig räumliche und verkehrliche Merkmale, wenn Standorte von sozialen Einrichtungen festgelegt werden.

Das Vorhaben greift beide Fachplanungen und die diesen Planungen zugrundeliegenden sozial- und verkehrswissenschaftlichen Instrumente auf, um ein integriertes sozial-räumliches Konzept zu entwickeln, das die Basis für eine integrierte Raum-, Verkehrs- und Sozialplanung darstellt. Dazu werden zunächst als theoretische Basis soziale Indikatoren definiert, die über das Maß der objektiven Erreichbarkeit hinausgehen und individuelle Lebenslagen berücksichtigen. Darauf aufbauend werden mit Hilfe qualitativer und quantitativer Erhebungen Erkenntnisse zu Umfang und Struktur sozialer Exklusion sowie zu den Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen zwischen sozialer Teilhabe, realisierter und erwünschter Mobilität und den Lebenslagen gewonnen. Die Ergebnisse aus Theorie und Empirie bilden die Basis für eine inter- und transdisziplinäre Entwicklung von Planungsinstrumenten für eine integrierte Raum-, Verkehrs- und Sozialplanung. Dabei werden zwei Instrumente erstellt – ein Reallabor, welches die Partizipation von sozial exkludierten Gruppen ermöglicht, und ein Verkehrsmodell, welches die Wirkungen von Maßnahmen szenarienbasiert ermittelt. Basierend auf diesen Instrumenten werden anschließend Maßnahmen entwickelt, die die Mobilitäts- und Teilhabechancen der o. g. Bevölkerungsgruppen erhöhen und dabei gleichzeitig möglichst geringe Umweltbelastungen verursachen. Die Ergebnisse sollen als Grundlage der Verbesserung von Planungs- und Entscheidungsprozessen auf kommunaler Ebene dienen. Es werden Empfehlungen, Instrumente und Maßnahmen entwickelt, die in Planwerke der Raum-, Verkehrs- und Sozialplanung integriert und fachdisziplinübergreifend berücksichtigt werden können.

Das Projekt wird im Verbund von der Region Hannover, der WVI Verkehrsforschung und Infrastrukturplanung GmbH sowie den Universitäten Kassel und Frankfurt am Main durchgeführt und wird von Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Leitinitiative Zukunftsstadt gefördert.

 

Laufzeit: 04/2019 bis 03/2022

 

Kooperationspartner:
Region Hannover: Fachbereich Verkehr und Dezernat für Soziale Infrastruktur
Goethe Universität Frankfurt am Main: Arbeitsgruppe Mobilitätsforschung
WVI Prof. Dr. Wermuth Verkehrsforschung und Infrastrukturplanung GmbH

 

Zuwendungsgeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)