Bewegungsbande bringt Sport an die Kasseler Grundschulen
Bild: Uni Kassel„Unter dem Leitmotiv Bewegungsbande entsteht ein nachhaltiges Netzwerk, das Kinder im Ganztag der Grundschulen zu mehr körperlicher Aktivität motivieren wird“, sind Bürgermeisterin und Schuldezernentin Nicole Maisch sowie Sportdezernent Heiko Lehmkuhl überzeugt.
Die Stadtverordnetenversammlung hatte erst im Februar 2026 den Beschluss verabschiedet, eine Projektidee zur systematischen Sport- und Bewegungsförderung von Kindern und Jugendlichen zu entwickeln. Mit dem Start eines gesamtstädtischen Bewegungskonzepts setzt die Stadt Kassel gemeinsam mit der Universität Kassel (task) sowie zahlreichen Sportvereinen den Beschluss um und setzt somit ein starkes Zeichen für mehr Bewegung, Gesundheit und Teilhabe. Möglich macht das vor allem die Förderung des Projektes durch die Techniker Krankenkasse.
Was ist die Bewegungsbande?
In der ersten Phase des Projekts liegt der Schwerpunkt auf dem Ganztag an Grundschulen: Durch den Rechtsanspruch auf ganztägliche Betreuung, der in Kassel in allen Jahrgangsstufen der Grundschulen umgesetzt wird, eröffnet sich die Möglichkeit, ein Mehr an Bewegung und Sport in den schulischen Alltag zu integrieren. Durch eine engere Kooperation mit Sportvereinen und weiteren Trägern der Kinder- und Jugendhilfe wird der schulische Alltag künftig mit attraktiven Bewegungs- und Sportangeboten angereichert. „Kinder und Jugendliche erhalten so zusätzliche, niedrigschwellige und kostenlose Möglichkeiten, sich regelmäßig zu bewegen, neue Sportarten kennenzulernen und ihre sozialen Kompetenzen zu stärken“, erklärt Bürgermeisterin Nicole Maisch. „Im Idealfall führt diese frühzeitige Aktivierung zu einer lebenslangen Sportbiographie“, bekräftigt Sportdezernent Heiko Lehmkuhl.
Projektförderung durch die Techniker Krankenkasse
Gefördert wird das Präventionsprojekt durch die Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen. Dadurch kann die Bewegungsbande von Forschenden der Universität Kassel praxisnah begleitet und in der Umsetzung unterstützt werden. „Gesundheitsförderung muss dort ansetzen, wo Kinder ihren Alltag verbringen. Niedrigschwellige Angebote ermöglichen es ihnen, verschiedene Bewegungsformen auszuprobieren, Gemeinschaft zu erleben und Selbstvertrauen zu gewinnen. Bewegung ist dabei eine wesentliche Grundlage für ihre körperliche, kognitive und psychische Entwicklung. Als gesetzliche Krankenkasse ist es unsere Aufgabe, Prävention und Gesundheitsförderung zu stärken. Deshalb nutzen wir die Gelegenheit, dieses wissenschaftlich begleitete Projekt zu unterstützen, das Kinder wirklich in Bewegung bringt“, sagt Martin Trost, Regionaler Leiter Gesundheitsmanagement der TK.
Ab Mitte Mai werden von der Stadt und der Universität Kassel Informationsveranstaltungen zur Bewegungsbande für die Vereine organisiert. Dabei soll das Projekt erklärt und eventuelle Angebote der Vereine gesammelt werden. „Vorteil für die Vereine: Ihre Übungsleiter werden für die angebotenen Kurse von den Schulen bezahlt und sie werben gleichzeitig mit ihrem schulischen Angebot bei den Kindern und deren Eltern für ihren Verein. Gerade in Zeiten schwindender Mitglieder hoffen wir, die Vereine auch in dieser Hinsicht unterstützen zu können“, so Sportdezernent Lehmkuhl.
Warum beteiligt sich die Uni Kassel an der Bewegungsbande?
Die Universität Kassel in Form des Instituts für Sport und Sportwissenschaft ist gleichberechtigter Partner dieses großen Vorhabens. Entsprechend wird das Projekt wissenschaftlich begleitet: „Ziel unserer Bemühungen und auch der wissenschaftlichen Begleitung ist es, bestehende Sport- und Bewegungsangebote über den kindlichen, speziell den schulischen Alltag hinweg systematisch zu vernetzen und weiterzuentwickeln. Insbesondere möchten wir diejenigen für Bewegung und Sport begeistern, die davon bisher weniger profitieren“, stellt Projektkoordinatorin Dr. Julia Limmeroth vor.
Mittels des Transfer- und Anwendungszentrums für Sport in Kassel (task), einer Kooperationsstruktur von Stadt und Universität, konnte dieses gemeinsame Unterfangen überhaupt erst initiiert werden. „Transfer ist für uns als Teil der Universität Kassel eine zentrale Aufgabe. Zahlreiche Studien zeigen seit Jahren, dass sich Menschen insgesamt, besonders aber Kinder und Jugendliche, deutlich zu wenig bewegen. Genau hier setzt dieses Projekt an“, stellt Prof. Dr. Norbert Hagemann, Geschäftsführender Direktor des Instituts, klar. Die Stadt kann dabei bereits auf bestehende städtische Projekte wie „Fit wie Herkules“ zurückgreifen.
Kontakt:
Dr. Julia Limmeroth
Universität Kassel
https://www.uni-kassel.de/fb05/fachgruppen-und-institute/sport-und-sportwissenschaft/dr-julia-limmeroth.html
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