Alexandra Adamescu
Ich forsche [...] nicht nur zu Nachhaltigkeitstransformationen, sondern auch für(!) diese.
Interview
Was ist Ihr aktuell wichtigstes Forschungsprojekt und warum?
Ich arbeite als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt LEVER. Hier betreibe ich transformative Nachhaltigkeitsforschung. Ich forsche also nicht nur zu Nachhaltigkeitstransformationen, sondern auch für(!) diese. Das heißt, ich versuche die Nachhaltigkeitstransformation voranzutreiben. Meine Fallstudie bezieht sich auf das Vorhaben eines Bukarester Bezirks als Teil des EU-Mission-Cities-Projekts, bis 2030 klimaneutral zu werden. Hierzu schaffe ich Systemwissen (Wissen zu dem, was ist), Zukunftswissen (Wissen zu dem, was sein könnte) und Transformationswissen (Wie komme ich von A nach B?) gemeinsam mit den Stakeholdern. Anhand partizipativer und transdisziplinärer Methoden erarbeite ich gemeinsam mit den Stakeholdern in Bukarest die Forschungsfrage, ein Problemverständnis und Zukunftsvisionen.
Vor welchen Herausforderungen stehen Sie mit Ihrer Forschung?
Im Augenblick beschäftigt mich stark die Frage, wie Systemwissen inklusiv geschaffen werden kann. Durch Beobachtung, Interviews und Workshops habe ich festgestellt, dass nicht alle, die vom Klimaneutralitätsvorhaben betroffen sind, auch das Sagen haben. Insbesondere marginalisierte Personengruppen wie Roma, Migranten oder Leute mit Behinderungen, aber auch manche Bürgerinitiativen sind weniger beteiligt. Aus diesem Grund habe ich angefangen, Interviews auch mit anderen Akteuren durchzuführen, die vielleicht nicht direkt an der Transition beteiligt, aber davon betroffen sind. Dies erweist sich als langsamer und schwieriger als erhofft. Dennoch glaube ich, dass das wichtige Arbeit ist und sich in späteren Phasen des Prozesses als vorteilhaft erweisen wird.
Welche Methoden wenden Sie in Ihrer Forschung überwiegend an?
Ich wende Methoden aus den Sozialwissenschaften und der Anthropologie an, wie zum Beispiel Interviews, teilnehmende Beobachtung, Autoethnographie. Darüber hinaus bediene ich mich auch partizipativer und transdisziplinärer Methoden, bei denen das Wissen gemeinsam mit den Beteiligten geschaffen wird. Oft in Form eines Workshops. Beispiele für solche Methoden sind hier auf unserer Seite zu finden.

