Stu­di­en- und Kunst­stand­ort Kassel

Der Studienstandort Kassel zeichnet sich nicht nur durch eine thematisch breit gefächerte kunstwissenschaftliche Lehre aus. Mit der drittgrößten Museumsdichte in Deutschland ermöglicht Kassel den Studierenden ebenfalls ein facettenreiches Studium der Kunstgeschichte. Neben renommierten Sammlungen (größte Rembrandt-Sammlung in Deutschland) und Ausstellungshäusern stehen Ihnen zahlreiche weitere Institutionen wie Bibliotheken, Archive, Institute zur Verfügung.

do­cu­men­ta – zeit­ge­nös­si­sche Kunst haut­nah er­le­ben

Ein Studium des Fachs Kunstwissenschaft in Kassel zeichnet sich durch den Bezug zur documenta aus, die die Stadt alle fünf Jahre zum Schauplatz einer der weltweit bekanntesten Großausstellung zeitgenössischer Kunst werden lässt. Dadurch entstehen für die Studierenden der Kunstwissenschaft besondere Einblicke, die in entsprechenden Lehrveranstaltungen und Forschungsarbeiten vertieft werden können. Auch zwischen den 5-Jahres Ausstellungen kann man die vielen, teils versteckten documenta-Außenkunstwerke im urbanen Umfeld Kassels entdecken.

Das documenta-Archiv verfügt über eine beeindruckende Sammlung von Text- und Bildquellen zu zeitgenössischer Kunst. So ist Kassel für ein Studium aktuellerer Positionen des ausgehenden 20. Jahrhunderts geradezu prädestiniert. Zudem präsentiert das international renommierte Museum Fridericianum, das 1779 als eines der ersten öffentlichen Museen des europäischen Festlands gegründet wurde, heute eine Kunsthalle als gGmbH, ein breites Spektrum zeitgenössischer Kunst.

Ein weiterer Anziehungspunkt ist das neu gegründete documenta-Institut, in dem spezifische documenta-Professuren mit ihren Mitarbeiter:innen zu Prozessen künstlerischer und kuratorischer Produktion, gesellschaftlichen Fragen und zur Rezeption der documenta forschen. Hieran können sich Studierende aktiv beteiligen.

Ein Uni­ver­si­täts­stu­di­en­gang in ei­ner Kunst­hochschule – Kassel ein be­son­de­rer Stu­di­en­ort

Zentral und doch ruhig, zwischen der Frankfurter Straße mit ihren zahlreichen Geschäften, Galerien, Bars und Restaurants und der weitläufigen Parkanlage Karlsaue gelegen, befinden sich die Gebäude der Kunsthochschule Kassel, in denen auch der Studiengang Kunstwissenschaft seinen Sitz hat.

Zwar lassen sich die Anfänge der Kunsthochschule Kassel bis in das ausgehende 18. Jahrhundert zurückverfolgen, doch in ihrer jetzigen Form, als teilautonomes Institut der Universität Kassel, existiert die Kunsthochschule erst seit Beginn der 1970er Jahre. Die direkte Nachbarschaft der Studiengänge Bildende Kunst, Produktdesign, Visuelle Kommunikation, Kunstpädagogik und Kunstwissenschaft ermöglicht einen unmittelbaren Austausch, indem wissenschaftliche, künstlerische, gestalterische sowie kunstpädagogische Perspektiven zusammengebracht werden. Dies spiegelt sich nicht nur in gemeinsamen, fächerübergreifenden Projekten, sondern auch durch die Möglichkeit wider, eine der insgesamt 14 Studienwerkstätten zu besuchen und so als Kunsthistoriker künstlerische Prozesse direkt zu erfahren.

In nur wenigen Minuten erreicht man die Bahnen des ÖPNV-Netzes, wodurch etwa der Bergpark Wilhelmshöhe oder die zahlreichen Museen gut und schnell erreichbar sind. Auch mit dem Fahrrad sind es nur wenige Minuten durch die Karlsaue und entlang der Fulda bis zum Holländischen Platz, an dem sich der Hauptstandort der Universität Kassel befindet.

Mu­se­ums­viel­falt - Al­le Epo­chen in ei­ner Stadt

Das breite Spektrum des kunsthistorischen Studiums, das die Kunstwissenschaft in Kassel auszeichnet, ist auch in der lokalen Museumslandschaft erfahrbar. So können in zahlreichen, sozusagen dicht an dicht liegenden Ausstellungshäusern und Sammlungen Schlüsselwerke sämtlicher Kunstepochen von der Antike bis in die Gegenwart betrachtet und studiert werden. Allein die Museumslandschaft Hessen-Kassel bietet mit der Antikensammlung, der Gemäldegalerie Alte Meister, der Graphischen Sammlung und der Neuen Galerie alle Möglichkeiten für ein umfassendes kunsthistorisches Studium vor Originalen. Ergänzt werden diese Einrichtungen durch Ausstellungshäuser wie die documenta-Halle oder das Fridericianum, die in Wechselausstellungen Einblicke in das aktuelle internationale Kunstschaffen bieten. In Kassel finden sich die antike Skulptur und Vasenmalerei, das mittelalterliche Tafelbild, die holländische Malerei des 17. Jahrhunderts, die Kunst des 18., 19. und 20. Jahrhunderts sowie die Objektkunst und Installation der Gegenwart in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander. Einrichtungen wie das Museum für Sepulkralkultur (Objekte des Toten- und Bestattungskults) oder die GRIMMWELT bereichern die Bestände an bildender und freier Kunst zudem mit speziellen kunsthandwerklichen und kulturgeschichtlichen Sammlungen.

Kassel - ei­ne Stadt mit Ge­schich­te und dem UNESCO-Welt­er­be Berg­park Wil­helms­hö­he

Kassel ist aus kultureller und geschichtlicher Sicht eine sehr reiche Stadt, trotz der starken Zerstörung während des Zweiten Weltkriegs: Neben der Architektur der Nachkriegsmoderne, die die Innenstadt prägt, besitzt Kassel ein gut erhaltenes Gründerzeitviertel im Westen und zahlreiche Parkanlagen, die aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen. Zusammen mit dem ergänzenden Projekt von Joseph Beuys‘ Projekt „7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ anlässlich der documenta 7 wird Kassel heute zweitgrünste Stadt Deutschlands. Von der barocken Parkanlage der Karlsaue mit Orangerie östlich der Innenstadt führt die Achse der Wilhelmshöher Allee zur größten Sehenswürdigkeit Kassels im Westen – dem Bergpark Wilhelmshöhe. Seit 2013 trägt der 560 Hektar große Landschaftsgarten mit seinen beeindruckenden Wasserspielen den Titel UNESCO-Welterbe. Zwischen dem Herkulesbauwerk – dem Wahrzeichen Kassels – und dem Schloss Wilhelmshöhe erstrecken sich die kunstvollen Wasserspiele über Kaskadentreppen und romantische Felsformationen. Die Anlage gründet auf einer 300 Jahre alten Ingenieursleistung, die noch heute ohne den Einsatz von Pumpen auskommt. Zurückgehend auf das jahrhundertelange kulturelle Engagement der Kasseler Landgrafen hat sich rund um den Bergpark Wilhelmshöhe eine reiche Welt an historischen Gebäuden, gartenkünstlerischen Anlage und Kunstschätzen gebildet, die für angehende Kunstwissenschaftler*innen eine wertvolle Quelle für ein praxis- und forschungsnahes Studium darstellt.

„Stu­die­ren in der Mit­te Deutsch­land­s“

Kassel verfügt über eine vorteilhafte geografische Lage. Gelegen in der Mitte Deutschlands erreicht man von hier aus schnell und mit guter Anbindung Städte wie Berlin, Hamburg, Frankfurt a. M. oder München. Regelmäßige Exkursionen zu Museen, Ausstellungen oder Messen werden vom Fachbereich Kunstwissenschaft angeboten. Tagesausflüge zu Studienzwecken können problemlos und ohne großen Aufwand in Eigenregie durchgeführt werden. Die Universität Kassel bietet mit dem Semesterticket die Möglichkeit, Bus und Bahn in Nordhessen rund um die Uhr kostenlos zu nutzen. Angeschlossen sind auch die Städte Göttingen, Marburg oder Fulda mit ihren bedeutenden Kunstschätzen. An den Universitäten in Marburg und Göttingen die Studierenden auch Seminare und Kurse besuchen, was ein breiteres Studienprofil ergänzen kann. Studierende profitieren so von der zentralen Lage Kassels und können sich von hier aus ideal vernetzen.