Dr. Sa­scha Kris­tin Futh

With her comparative study Sascha Kristin Futh supplies a source based contribution to the communicative ability to act of trade unions with respect to three of the most famous trade union campaigns in the history of the German federal republic. She analyses the campaigns „Saturday daddy belongs to me“ (Samstags gehört Vati mir) (1955ff.), „35-hour week“ (1983/84) and „minimum wage“ (2007ff.). The core of the dissertation focuses on motifs, structures, developments, resources and effects of trade union campaigns. The dissertation is based on two central questions:

 

  1. Under which conditions and with which instruments influence trade unions through campaign communication? 
  2. Which factors are central for the campaigning capacity of trade unions?

In order to analyse these questions, the central research literature was evaluated and a document analysis of trade union publications and materials with regard to the individual campaigns was carried out. These were supplemented by expert interviews with respect to the campaigns „35-hour-week“ (35-Stunden-Woche) and „minimum wage“ (Mindestlohn).

The definitory basis of the dissertation is a campaigning understanding based on the relevant literature. It was advanced for and within the dissertation itself. In addition, a conceptual understanding is developed, which shows the connection between the form of communication and the communication instrument. In this sense the reference between purpose, addressees and contexts for the organisation and effectiveness of the campaign is analysed. Four analytical dimensions are used: 1) framework conditions, 2) goals, 3) actors and 4) implementation.

On the base of the empirical analysis of trade union communication work (DGB, IG Metall and ÖTV respectively ver.di) the three campaigns and their effects are compared. The linking of campaigns and collective bargaining is a success factor for trade unions to achieve social and political change. In all three campaigns, the trade unions mobilized their members and their goals addressed a large section of society. This support was then used in order to increase the effects the trade unions had on their own activities. The analysis shows that the campaigns had a positive effect on the membership development. The support of the population was crucial for the trade unions in order to achieve their goals with respect to the parties and the government. At the same time, the dissertation finally underpins the importance of the organisations themselves in order for trade unions ability to act and for their overall success.

 

Sascha Kristin Futh liefert mit ihrer komparativen Studie zu drei der bedeutendsten gewerkschaftlichen Kampagnen in der bundesrepublikanischen Geschichte einen quellenbasierten Beitrag zur kommunikativen Handlungsfähigkeit der Gewerkschaften. Sie analysiert die Kampagnen „Samstags gehört Vati mir“ (1955ff.), „35-Stunden-Woche“ (1983/84) und „Mindestlohns“ (2007ff.). Im Kern geht es um die Motive, Strukturen, Entwicklungen, Ressourcen und Wirkungen von gewerkschaftlichen Kampagnen, wobei zwei zentrale Fragenstellungen fokussiert werden: 

  1. Unter welchen Bedingungen und mit welchen Mitteln machen Gewerkschaften ihren Einfluss über Kampagnen-Kommunikation geltend?
  2. Welche Faktoren sind ausschlaggebend für die gewerkschaftliche Kampagnenfähigkeit?

Für die Untersuchung der Fragestellungen wurde neben der Auswertung der zentralen Literatur eine Dokumentenanalyse von gewerkschaftlichen Publikationen und Materialien zu den einzelnen Kampagnen durchgeführt. Flankiert wurde dieses Vorgehen mit Experteninterviews zu den Kampagnen „35-Stunden-Woche“ und „Mindestlohn“. 

Als definitorische Basis der Dissertation dient ein Kampagnen-Verständnis, das ausgehend von der wissenschaftlichen Literatur für und durch die Dissertation weiterentwickelt wurde. Darüber hinaus wird eine Konzeption erarbeitet, die den Zusammenhang von Kommunikationsform und Kommunikationsmitteln reflektiert. In diesem Sinne wird der Konnex zwischen Zweck, Adressaten und Kontexten für die Kampagnenorganisation und -wirksamkeit analysiert. Dazu werden vier analytische Dimensionen herangezogen: 1) Rahmenbedingungen, 2) Ziele, 3) Akteure und 4) Umsetzung.

Auf Grundlage der empirischen Analyse der gewerkschaftlichen Kommunikationsarbeit (DGB, IG Metall und ÖTV bzw. ver.di) werden die drei Kampagnen und ihre Wirkungen miteinander verglichen. Es zeigt sich dabei, dass für Gewerkschaften die Verknüpfung von Kampagnen und tarifpolitischen Verhandlungen ein Erfolgsfaktor ist, um gesellschaftliche und politische Veränderungen zu erreichen. Bei allen drei Kampagnen mobilisierten die Gewerkschaften nicht nur ihre eigene Mitgliedschaft, sondern sprachen weite Teile der Gesellschaft mit ihren Zielen an und versuchten mit deren Unterstützung, die Wirkungen der eigenen Aktivitäten zu erhöhen. Es wird herausgearbeitet, dass sich die Kampagnen positiv für die Mitgliederentwicklung auswirkten. Ein zentrales Ergebnis der Dissertation besteht darin, dass die Unterstützung durch die Bevölkerung entscheidend war, um die selbst gesetzten Ziele gegenüber Parteien und Regierung zu erreichen. Zugleich konnten durch diese Dissertation deutliche Hinweise gefunden werden, dass die Aufstellung des jeweiligen Kampagnen-Apparats ein entscheidender Faktor für die gewerkschaftliche Handlungs- und Erfolgsfähigkeit ist.

Zusammenfassung der Dissertation: Kommunikationsarbeit von Gewerkschaften: Eine Analyse der Kampagnen „Samstags gehört Vati mir“, „35-Stunden-Woche“ und „Mindestlohn“ 

Sascha Kristin Futh arbeitet als Gewerkschaftssekretärin bei der IG Metall in der Vorstandsverwaltung in Frankfurt am Main.

Kon­takt

Da ich während meines Studiums als freie Mitarbeiterin bei einem lokalen Printmedium tätig war, habe ich frühzeitig mein Interesse an der Untersuchung des Verhältnisses von Politischen Akteuren zu den Medien entdeckt. Dieses konnte ich nicht nur in der praktischen Arbeit erfahren, sondern durch meine Fokussierung auf den Bereich der Politischen Kommunikation in Deutschland auch durch wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse erweitern. Bereits in meiner Bachelor-Arbeit beschäftigte ich mich mit der Berichterstattung zur Hessischen Landtagswahl 2009. Mein Interesse für den Einfluss der Medien auf Wahlen führte ich zudem in meiner Master-Arbeit weiter, in der ich mich mit dem Einfluss bundeslandspezifischer Medien auf Wahlen auseinandersetzte.

Tutoren-Tätigkeiten an den Fachgebieten "Angewandte Statistik" und "Politisches System der BRD - Staatlichkeit im Wandel" ermöglichten es mir schließlich, mich im Rahmen eines Projekts mit dem Sozialverband VdK auseinanderzusetzen. Im Anschluss an dieses Projekt folgte die Anstellung als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet "Politisches System der BRD – Staatlichkeit im Wandel". Mein Interesse für die Folgen einer zunehmend medialisierten Gesellschaft verfolge ich nun weiter, indem ich mir anschaue, welche Herausforderungen diese an die Gewerkschaften stellt.

Ver­öf­fent­li­chun­gen

Le­bens­lauf

Seit März 2012

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet "Politisches System der BRD - Staatlichkeit im Wandel", Prof. Dr. Wolfgang Schroeder

Oktober 2011 - Februar 2012

Wissenschaftliche Hilfskraft am Fachgebiet "Politisches System der BRD - Staatlichkeit im Wandel", Prof. Dr. Wolfgang Schroeder, vertreten durch PD Dr. Rudolf Speth

Januar 2012

Erlangung des akademischen Grades "Master of Arts", Masterarbeit: "Landesspezifische Medien und Wahlen"

Oktober 2010 - Februar 2012

Studentische Hilfskraft am Fachgebiet "Politisches System der BRD - Staatlichkeit im Wandel", Prof. Dr. Wolfgang Schroeder, vertreten durch PD Dr. Rudolf Speth

Oktober 2009 - September 2011

Studium des Masters Politikwissenschaft an der Universität Kassel

Oktober 2008 - September 2010

Studentische Hilfskraft am Fachgebiet "Angewandte Statistik", Dr. Manuela Pötschke

Oktober 2007 - Februar 2012

Freie Mitarbeiterin  in der Lokalredaktion der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen, Witzenhausen

Oktober 2006 - September 2009

Studium des Bachelors Politikwissenschaften mit Nebenfach Soziologie an der Universität Kassel

2003 - 2006

Gymnasiale Oberstufe der Freiherr-vom-Stein- Schule, Hessisch Lichtenau, Abschluss: Abitur