Freiflächen

Mehr Nachhaltigkeit auf dem Campus!

Im Projekt „Entwicklung eines freiraumplanerischen Konzepts“ (2021–2025) wurde ein Konzept zur Steigerung der biologischen Vielfalt am Campus Holländischer Platz und an den Außenstandorten erarbeitet.
Im Frühjahr 2026 haben die ersten Umsetzungsmaßnahmen begonnen – wir freuen uns auf die sichtbaren Entwicklungen und ein vielfältigeres Campusgrün!

Freiraumkonzepte

Im Fokus stehen nachhaltige Freiraumgestaltung durch Entsiegelung und durchlässige Beläge, um Mikroklima und Aufenthaltsqualität zu verbessern, Hitzeinseln zu reduzieren und den Arten- und Biodiversitätsschutz zu stärken. Grundlage sind vegetationskundliche und standortbezogene Bestandsaufnahmen, Bestands- und Konfliktanalysen sowie daraus abgeleitete kurz-, mittel- und langfristige Handlungsempfehlungen.

Bild: Projektbüro Stadtlandschaft

Holländischer Platz - Campus Süd

Es wurden 41 Maßnahmen identifiziert: 7 zur Entsiegelung und Begrünung, 8 Biodiversitätsflächen, 5 Aufenthaltsflächen und 21 Möglichkeiten zu Fassadenbegrünungen.

Heinrich-Plett-Straße

Es wurden 22 Maßnahmen identifiziert: 1 Entsiegelung und Begrünung, 9 Biodiversitätsflächen, 7 Optimierung der Grünpflege, 4 Fassadenbegrünungen und 1 zur Reaktivierung eines Feuchtbiotops.

Bild: Projektbüro Stadtlandschaft
Bild: Projektbüro Stadtlandschaft

Wilhelmshöher Allee

Für den Standort wurden 21 Maßnahmen zur Flächenentsiegelung, -begrünung (1), Biodiversitätsfläche (9), Grünpflege optimieren (6) sowie Fassadenbegrünung (5) entwickelt.

Holländischer Platz - Campus Nord

Für den Campus Nord wurden Leitlinien formuliert, die für zukünftige Bauabschnitte eine nachhaltige, bauliche Entwicklung des Geländes sicherstellen sollen. Das Konezpt beinhaltet zudem drei Entsiegelungsmaßnahmen.

Laufende Maßnahmen 2026

Holländischer Platz - Campus Süd

Auf dem Südcampus am Holländischen Platz wurden im Februar 2026 mehrere Maßnahmen zur Entsiegelung, Begrünung und ökologischen Aufwertung der Freiflächen begonnen. Ende April konnten die Arbeiten erfolgreich abgeschlossen werden.

  • Rund um das Gebäude Ingenieurwissenschaften 1 wurden etwa 1.500 m² Rasen in artenreiche Wiesenflächen mit den Blumenmischungen „Bienenwiese“ und „Wildstaudenzauber“ umgewandelt.
  • Vor dem Institut für Musik wurde eine Schotterfläche entsiegelt (ca. 35 cm Schotter entfernt) und als Blühfläche mit Staudenmischung neu angelegt.
  • An der Zentralmensa wurde eine bislang unbegrünte Mauer durch ein Pflanzbeet mit Rankpflanzen und Bodendeckern begrünt.
  • In der Diagonale wurden Baumscheiben vergrößert, vor Befahren geschützt und mit Stauden eingesät; zusätzlich entstand eine neue Sitzmöglichkeit durch ein Segment einer Rundbank.
  • In der Nora‑Platiel‑Straße wurde eine Pflasterfläche entsiegelt, ein Baum nachgepflanzt und die Fläche mit Stauden bepflanzt

Holländischer Platz - Campus Nord

(Baubeginn 05/2026)

ASL‑Vorplatz: Die befestigte Fläche südlich des ASL‑Gebäudes wird entsiegelt und zu einem kleinen Baumhain mit Ulmen und rotblühenden Kastanien umgestaltet. Der nördliche Bereich wird als extensive Wildwiese angelegt, der südliche als begehbarer Schotterrasen mit Wildblumenunterpflanzung. Mit der Fertigstellung der angrenzenden Gebäude wird der Platz künftig räumlich gefasst und aufgewertet. Abschluss der Maßnahme ist bis Ende des Jahres vorgesehen.

Vorplatz südlich LEO: Einzelne Baumscheiben werden zu größeren Einheiten zusammengeführt und mit frischem Substrat versorgt. Als Oberfläche wird eine begehbare Schotterabdeckung mit eingesäter Rasen‑ und Blumenmischung hergestellt; die bestehenden wassergebundenen Beläge bleiben in den übrigen Bereichen erhalten.

Arnold‑Bode‑Straße: Zur Auflockerung des steinernen Straßenbilds werden rund 120 m² Fläche entsiegelt und sechs unterschiedlich große Pflanzbeete angelegt. Ihre Lage orientiert sich an Fahrradstellplätzen, Sitzelementen, Eingängen und Wegeführungen. Gepflanzt werden Staudenmischungen sowie Klein‑ und Solitärsträucher.

(öffnet Vergrößerung des Bildes)

Fertiggestellte Projekte

Standort Witzenhausen, Nordcampus - Benjeshecke

Neue Lebensräume für mehr Artenvielfalt - Benjeshecke und Sandarium in Witzenhausen fertiggestellt

Im Jahr 2024 wurden zwei Projekte zur Förderung der Biodiversität auf dem Campus Witzenhausen fertiggestellt: Eine Benjeshecke sowie ein Sandarium mit einem speziell angelegten Bereich für Reptilien. Die Benjeshecke bietet zahlreichen Insekten, Vögeln und Kleinsäugern wertvollen Schutz- und Nistraum. Das Sandarium schafft wichtige Strukturen für Wildbienen, wärmeliebende Insekten sowie Eidechsen und andere Reptilien Lebensräume, die in unserer Kulturlandschaft zunehmend verloren gehen. 

In Witzenhausen wurde auf dem Campus Nordbahnhofstraße eine Maßnahme zur Verbesserung der Lebensbedingungen für die vorhandenen Großbäume durchgeführt. Der Campus Nordbahnhofstraße zeichnet sich durch große Rasenflächen mit alten Einzelbäumen aus. Auch alte, groß gewachsene Bäume leiden unter den Folgen des Klimawandels und Hitzestress. Zum Erhalt wurden am Standort Nordbahnhofstraße sieben Bäume mit einem Druckluft-Injektionsverfahren saniert und optimiert. Dazu wurde unter Verwendung gereinigter Druckluft der Böden bis in eine Tiefe von 120 cm aufgelockert und im selben Arbeitsgang Bodenhilfsstoffe als Luftkapazitätsbildner, Langzeitwasserspeicher und Ionenaustauscher injiziert. Dies verbessert die Bodenstruktur, fördert die Wurzelaktivität und stärkt die Gesundheit der Bäume.

Auf dem Südcampus am Holländischen Platz wurden im Februar 2026 mehrere Maßnahmen zur Entsiegelung, Begrünung und ökologischen Aufwertung der Freiflächen begonnen. Ende April konnten die Arbeiten des ersten Maßnahmenpakets erfolgreich abgeschlossen werden: 

  • Rund um das Gebäude Ingenieurwissenschaften 1 wurden bisherige Rasenflächen in artenreichere Wiesenflächen umgewandelt. Insgesamt wurden etwa 1.500 m² mit Blumenmischungen wie „Bienenwiese“ und „Wildstaudenzauber“ eingesät, um die Biodiversität zu fördern und neue Lebensräume für Insekten zu schaffen.
  • Vor dem Institut für Musik wurde eine frühere Schotterfläche entsiegelt und in eine Blühfläche umgestaltet. Dazu wurden rund 35 cm Schotter ausgebaut und durch ein geeignetes Schottersubstrat ersetzt, in das anschließend eine Staudenmischung eingesät wurde.
  • Am Gebäude der Zentralmensa wurde eine bislang unbegrünte Mauer durch die Anlage eines Pflanzbeets mit Rankpflanzen und Bodendeckern begrünt. Das Beet erhielt eine Randeinfassung aus Stahl und trägt künftig zur gestalterischen und ökologischen Aufwertung des Bereichs bei.
  • In der Diagonale wurden mehrere Baumscheiben vergrößert und gegen Befahren geschützt. Die erweiterten Flächen wurden mit einer Staudenmischung eingesät. Zusätzlich wurde am östlichen Ende über einer Baumscheibe ein Segment einer Rundbank installiert, das eine neue Sitzmöglichkeit im Freiraum schafft.
  • Auch in der Nora‑Platiel‑Straße wurde eine Maßnahme umgesetzt: Eine bisherige Pflasterfläche wurde entsiegelt, ein Baum nachgepflanzt und die erweiterte Fläche mit Stauden bepflanzt.

Dabei wurden 47 Sträucher, unter anderem Mönchspfeffer, Malus tschonoskii und Felsenbirne gepflanzt und mehr als 20.000 Stauden, Blumenzwiebeln und Kräuter wie Oregano, Bergbohnenkraut und Salbei gesetzt. Mit diesen Maßnahmen werden versiegelte Flächen reduziert, neue Grünstrukturen geschaffen und die Aufenthaltsqualität auf dem Campus verbessert. 

Entwicklungsplan 2025–2029

Im Entwicklungsplan 2025–2029 setzt die Universität Kassel auf zukunftsorientierte Freiraumplanung: Neue Leitlinien und konkrete Maßnahmen sollen Biodiversität steigern, Mikroklima verbessern und die Aufenthaltsqualität erhöhen. Geplant sind Entsiegelungen, klimaresiliente Fassaden- und Dachbegrünungen sowie mehr Artenvielfalt auf befestigten Flächen, etwa durch Blumen-Schotter-Rasen. Bestehende Außenanlagen am Campus Nord werden mit durchlässigen Belägen, Grünflächen, Bäumen, Pflanzstreifen und Wandbegrünungen optimiert. Die Leitlinien bilden künftig die Grundlage aller Projekte und rücken ökologische und klimaökologische Aspekte in den Fokus.