Freiflächen

Entwicklungsplan 2025–2029
Im Entwicklungsplan 2025–2029 setzt die Universität Kassel auf zukunftsorientierte Freiraumplanung: Neue Leitlinien und konkrete Maßnahmen sollen Biodiversität steigern, Mikroklima verbessern und die Aufenthaltsqualität erhöhen (S 73ff).
Leitlinien und Konzepte
Bild: Projektbüro Stadtlandschaft Holländischer Platz - Campus Süd
Es wurden 41 Maßnahmen identifiziert: 7 zur Entsiegelung und Begrünung, 8 Biodiversitätsflächen, 5 Aufenthaltsflächen und 21 Möglichkeiten zu Fassadenbegrünungen.
Heinrich-Plett-Straße
Es wurden 22 Maßnahmen identifiziert: 1 Entsiegelung und Begrünung, 9 Biodiversitätsflächen, 7 Optimierung der Grünpflege, 4 Fassadenbegrünungen und 1 zur Reaktivierung eines Feuchtbiotops.
Bild: Projektbüro Stadtlandschaft
Bild: Projektbüro StadtlandschaftWilhelmshöher Allee
Für den Standort wurden 21 Maßnahmen zur Flächenentsiegelung, -begrünung (1), Biodiversitätsfläche (9), Grünpflege optimieren (6) sowie Fassadenbegrünung (5) entwickelt.
Holländischer Platz - Campus Nord
Für den Campus Nord wurden Leitlinien formuliert, die für zukünftige Bauabschnitte eine nachhaltige, bauliche Entwicklung des Geländes sicherstellen sollen. Das Konezpt beinhaltet zudem drei Entsiegelungsmaßnahmen.

Fertiggestellte Projekte


Neue Lebensräume für mehr Artenvielfalt - Benjeshecke und Sandarium in Witzenhausen fertiggestellt
Im Jahr 2024 wurden zwei Projekte zur Förderung der Biodiversität auf dem Campus Witzenhausen fertiggestellt: Eine Benjeshecke sowie ein Sandarium mit einem speziell angelegten Bereich für Reptilien. Die Benjeshecke bietet zahlreichen Insekten, Vögeln und Kleinsäugern wertvollen Schutz- und Nistraum. Das Sandarium schafft wichtige Strukturen für Wildbienen, wärmeliebende Insekten sowie Eidechsen und andere Reptilien Lebensräume, die in unserer Kulturlandschaft zunehmend verloren gehen.
In Witzenhausen wurde auf dem Campus Nordbahnhofstraße eine Maßnahme zur Verbesserung der Lebensbedingungen für die vorhandenen Großbäume durchgeführt. Der Campus Nordbahnhofstraße zeichnet sich durch große Rasenflächen mit alten Einzelbäumen aus. Auch alte, groß gewachsene Bäume leiden unter den Folgen des Klimawandels und Hitzestress. Zum Erhalt wurden am Standort Nordbahnhofstraße sieben Bäume mit einem Druckluft-Injektionsverfahren saniert und optimiert. Dazu wurde unter Verwendung gereinigter Druckluft der Böden bis in eine Tiefe von 120 cm aufgelockert und im selben Arbeitsgang Bodenhilfsstoffe als Luftkapazitätsbildner, Langzeitwasserspeicher und Ionenaustauscher injiziert. Dies verbessert die Bodenstruktur, fördert die Wurzelaktivität und stärkt die Gesundheit der Bäume.
Auf dem Südcampus am Holländischen Platz wurden im Februar 2026 mehrere Maßnahmen zur Entsiegelung, Begrünung und ökologischen Aufwertung der Freiflächen begonnen. Ende April konnten die Arbeiten des ersten Maßnahmenpakets erfolgreich abgeschlossen werden:
- Rund um das Gebäude Ingenieurwissenschaften 1 wurden bisherige Rasenflächen in artenreichere Wiesenflächen umgewandelt. Insgesamt wurden etwa 1.500 m² mit Blumenmischungen wie „Bienenwiese“ und „Wildstaudenzauber“ eingesät, um die Biodiversität zu fördern und neue Lebensräume für Insekten zu schaffen.
- Vor dem Institut für Musik wurde eine frühere Schotterfläche entsiegelt und in eine Blühfläche umgestaltet. Dazu wurden rund 35 cm Schotter ausgebaut und durch ein geeignetes Schottersubstrat ersetzt, in das anschließend eine Staudenmischung eingesät wurde.
- Am Gebäude der Zentralmensa wurde eine bislang unbegrünte Mauer durch die Anlage eines Pflanzbeets mit Rankpflanzen und Bodendeckern begrünt. Das Beet erhielt eine Randeinfassung aus Stahl und trägt künftig zur gestalterischen und ökologischen Aufwertung des Bereichs bei.
- In der Diagonale wurden mehrere Baumscheiben vergrößert und gegen Befahren geschützt. Die erweiterten Flächen wurden mit einer Staudenmischung eingesät. Zusätzlich wurde am östlichen Ende über einer Baumscheibe ein Segment einer Rundbank installiert, das eine neue Sitzmöglichkeit im Freiraum schafft.
- Auch in der Nora‑Platiel‑Straße wurde eine Maßnahme umgesetzt: Eine bisherige Pflasterfläche wurde entsiegelt, ein Baum nachgepflanzt und die erweiterte Fläche mit Stauden bepflanzt.
Dabei wurden 47 Sträucher, unter anderem Mönchspfeffer, Malus tschonoskii und Felsenbirne gepflanzt und mehr als 20.000 Stauden, Blumenzwiebeln und Kräuter wie Oregano, Bergbohnenkraut und Salbei gesetzt. Mit diesen Maßnahmen werden versiegelte Flächen reduziert, neue Grünstrukturen geschaffen und die Aufenthaltsqualität auf dem Campus verbessert.



Platz südlich des ASL‑Gebäudes
Die befestigte Fläche südlich des ASL‑Gebäudes wurde zurückgebaut und entsiegelt. Vorgesehen ist die Neugestaltung als begrünter Platzbereich mit zwei Skulpturbänken, Solitärbäumen und Wiesenflächen auf insgesamt etwa 315 m². . Es entsteht ein kleiner Hain aus Ulmen und rotblühenden Kastanien. Der nördliche Bereich wird als extensive Wildwiese entwickelt, der südliche als begehbarer Schotterrasen mit Wildblumenunterpflanzung. Abschluss der Maßnahme ist bis im Frühjahr 2027 vorgesehen.
Vorplatz südlich LEO: Einzelne Baumscheiben wurden zu größeren Einheiten zusammengeführt und mit frischem Substrat versorgt. Als Oberfläche wurde eine begehbare Schotterabdeckung mit eingesäter Rasen‑ und Blumenmischung hergestellt; die bestehenden wassergebundenen Beläge bleiben in den übrigen Bereichen als Fußwege erhalten.
Arnold‑Bode‑Straße: Zur Auflockerung des steinernen Straßenbilds wurden rund 120 m² Fläche entsiegelt und sechs unterschiedlich große Pflanzbeete angelegt. Ihre Lage orientiert sich an Fahrradstellplätzen, Sitzelementen, Eingängen und Wegeführungen. Gepflanzt wurden Staudenmischungen sowie Klein‑ und Solitärsträucher.


Allgemeine Hinweise zur Neupflanzung in der Arnold-Bode-Straße
Es handelt sich um sehr robuste, pflegeleichte Staudenmischungen mit vereinzelt verteilten Sträuchern für einen halbschattigen bis schattigen Standort. Die Pflanzen kommen auch mit einem eher trockenen Boden gut zurecht. Der Aufwand in der Unterhaltungspflege wird somit möglichst minimiert.
Das Grünvolumen der neu gesetzten Jungpflanzen in den Beetflächen wird noch im Laufe der ersten Vegetationsperiode um ein Vielfaches zunehmen. In den Folgejahren werden die Pflanzen sich immer mehr etablieren und in der Vegetationszeit einen größtenteils geschlossenen, grünen Teppich ausbilden.
Vorteile mineralischer Mulchabdeckungen
Wasser- und Bodenregulierung
- Hoher Verdunstungsschutz: Die Steinschicht schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung. Die Feuchtigkeit bleibt deutlich länger im Boden gespeichert.
- Hervorragende Wasserdurchlässigkeit: Regenwasser versickert sofort und staut sich nicht an der Oberfläche.
- Keine Stickstofffixierung: Im Gegensatz zu Rindenmulch entziehen mineralische Stoffe dem Boden beim Zersetzen keinen Stickstoff. Die Pflanzen werden nicht im Wachstum gehemmt.
Pflege und Schutz
- Effektive Unkrautunterdrückung: Die Abdeckung blockiert das Sonnenlicht, sodass unerwünschter Wildwuchs kaum Keimchancen hat und reduziert somit den Pflegeaufwand.
- Kein Verrotten: Mineralischer Mulch zersetzt sich nicht. Er muss nicht jährlich neu aufgeschüttet werden, was langfristig Geld und Arbeit spart.
- Schutz vor Erosion: Die schwere Abdeckung schützt den Boden bei Starkregen vor dem Abschwemmen und bei Wind vor dem Verwehen.
- Schneckenabwehr: Schnecken meiden trockene, scharfkantige Steine, da sie sich darauf nur schwer fortbewegen können.









