Studienaufbau
Während des zweijährigen Masterstudiums müssen 120 Credits absolviert werden, aufgeteilt in:
- Agriculture and ecosystem services
- Food systems governance and agriculture
Für Studierende mit naturwissenschaftlichem Grundstudium:
- Research methods in social sciences
- History, societies and environment
Für Studierende mit sozialwissenschaftlichem Grundstudium:
- Research methods and data science in the life sciences, und
- entweder Priciples of organic farming oder Soil and plant sciences oder Organic livestock farming under temperate conditions
In Kleingruppen arbeiten die Studierenden an Forschungs- und/oder Transformationsprojekten zu konkreten Problemen des europäischen Ernährungs- und Agrarsystems und seiner globalen Verflechtungen. Jedes Projekt wird von zwei Lehrenden aus verschiedenen Disziplinen betreut.
Jedes Jahr werden unterschiedliche Projektthemen und -formate angeboten. Diese können auch gemeinsam von Studierenden und Dozenten entwickelt werden. Einige Beispiele:
- Colonialism, food culture, history and sustainability of rice cultivation in Africa.
- What is 'sustainable'? Conceptual developments between cultural histories & the natural sciences
- Transformation(s) of animal husbandry and human-animal interactions
- Food culture, animal welfare and animal ethics in the Ahle Worscht cluster in North Hesse
- The thawing permafrost of Siberia: Potentials and risks of agricultural development
- Organic agriculture and agroecology in North Africa: From competition between cash crops and agroecology to compatible systems?
- Impact of the new European conformity rules on third countries in the context of the reform of the organic farming regulation
- The German Supply Chain Act and its impact on the Global South: The example of Indonesia
- Alternative food networks and local context: historical and socio-economic comparisons between the EU and North Africa.
- Agroecological innovation, power relations and international markets: Lessons from Latin America
Studierende vertiefen sich wahlweise im Bereich Agriculture and Ecology oder im Bereich Society and Environment. In beiden Bereichen werden jedes Semester eine breite Vielfalt an Modulen angeboten (siehe Modulhandbuch).
Im vierten Semester entwickeln die AGES-Studierenden ein Forschungsprojekt zu einem Thema ihrer Wahl. In der daraus entstehenden Masterarbeit verbinden sie die im Studium erlernten Theorien und Ansätze, dokumentieren Methodensicherheit und -reflexion, stellen eigenständig wissenschaftlich begründete Thesen auf und reflektieren diese vor dem Hintergrund des internationalen Forschungsdiskurses. Die Masterarbeit wird in einem mündlichen Kolloquium vorgestellt.
Angesichts des breiten Spektrums bietet der Master AGES den Studierenden die Möglichkeit, proaktiv ihr eigenes berufliches Profil aufzubauen. Mögliche thematische Profilierungen sind:
Profil Management der Transformation im Agrar- und Ernährungssektor
In diesem Bereich beschäftigen sich Studierende insbesondere mit den Beweggründen privater Akteure (Landwirte, Verarbeitungsbetriebe, Verbraucher) im Agrar- und Ernährungssektor und den Strukturen, die ihr Handeln bestimmen. Die Module ermöglichen es den Studierenden, im nachhaltigkeits- und transformationsorientierten privaten Sektor des Lebensmittelsystems sowie in den entsprechenden Verbänden und Genossenschaften zu arbeiten. Arbeitgeber sind bspw. Anbieter von landwirtschaftlichen Betriebsmitteln, Einzelhändler, Verarbeiter, NGOs und Verbände der unternehmerischen Sektoren.
Profil Steuerung und Transformation des Agrar- und Ernährungssystem
In diesem Bereich beschäftigen sich die Studierenden insbesondere mit der Rolle der öffentlichen Politik und Politikgestaltung sowie mit öffentlichen Akteuren auf verschiedenen Ebenen der gesellschaftlichen Organisation im Agrar- und Ernähgrungssystem. Die Module befassen sich damit, wie diese Akteure das Lebensmittelsystem gestalten und welche Ansätze und Strategien sie für eine umfassende Transformation des Lebensmittelsystems verfolgen bzw. mit welchen Einschränkungen sie konfrontiert sind. Die Module qualifizieren insbesondere für Tätigkeiten in der öffentlichen Verwaltung und in Lobbyorganisationen auf lokaler, nationaler oder internationaler Ebene.
Profil Soziale Bewegungen und Interessenvertretung
In diesem reflektieren Studierende kritisch das aktuelle Agrar- und Ernährungssystems und dessen Einfluss auf die Landwirtschaft. Es werden Verbindungen zur politischen Theorie sowie zu historischen und philosophischen Perspektiven hergestellt, um eine Grundlage für die Bewertung des heutigen Agrar- und Ernährungssystems und der Rolle der Landwirtschaft darin zu schaffen. Indirekt bereiten die Module auf eine Beschäftigung und ein Engagement in sozialen Bewegungen, Nichtregierungsorganisationen, zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie entsprechenden Lobbygruppen vor.
Profil Nachhaltige Agrarökosysteme
In diesem Bereich beschäftigen sich die Studierenden mit pflanzenbau-, nutztierwissenschaftlichen und technischen Kenntnissen, die für die Entwicklung und Transformation nachhaltiger Agrar- und Ernährungssysteme im globalen Süden und Norden relevant sind. Die Module qualifizieren für die Arbeit in Unternehmen, landwirtschaftlichen Betrieben, Thinktanks und öffentlichen Einrichtungen, die sich mit der Produktionsseite der Landwirtschaft und ihrer Transformation zu mehr Nachhaltigkeit befassen, aber auch, wie solche Technologien und Methoden in bestimmte sozioökonomische Kontexte eingebettet werden können.
Profil Innovation und Modellierung von Agrarökosystemen im Wandel
In diesem Bereich beschäftigen Studierende sich mit innovativen Ansätzen und Technologien im agrarökologischen Management und lassen dieses Wissen in die Modellierung der Zukunft von Agrarökosystemen einfließen. Der Schwerpunkt liegt insbesondere auf Systemanalyse und quantitativen Methoden. Die Module qualifizieren für eine Tätigkeit in Thinktanks, spezialisierten Regierungsbehörden oder technischen Unternehmen.
Profil Forschung und Lehre zu Landwirtschaft und Ernährungssystemen
Studierende, die in der Forschung arbeiten möchten, sollten sich frühzeitig mit Wissenschaftler:innen ihres bevorzugten Fachgebiets an der Universität Kassel in Verbindung setzen, um ihre Modulwahl zu besprechen. Die Modulwahl sollte sich stärker an dem Inhalten orientieren, in dem sie ihre akademische Laufbahn fortsetzen möchten.
