Lehre von Dr. Sina Knoll
Sommersmester 2022
Kommentar:
Was ist damit gemeint und was muss man darunter verstehen, wenn die Soziologie dem Wortsinn nach die »Lehre von der Gesellschaft« ist? Betreibt und studiert man Soziologie, ist man mehr als in anderen Fächern mit dem Problem konfrontiert, den genauen Gegenstandsbereich des eigenen Faches zu bestimmen. Um über »die Gesellschaft« zu forschen, bedarf es daher immer auch theoretischer Grundannahmen darüber, was der Gegenstandsbereich der Soziologie ist (in Abgrenzung etwa zu anderen Fächern) und was die Soziologie erklären soll oder kann. Diese Fragen verweisen auf die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit soziologischer Theorie.
Einen möglichen Zugang zu den verschiedenen Ebenen und Grundpositionen soziologischer Theoriebildung stellen fundamentale Kontroversen bzw. Konfliktlinien dar, die die Soziologie wiederkehrend beschäftigen. Jene Kontroversen stecken auf markante Weise die Problemdimensionen des Fachs ab. Zugleich zeigen sie in exemplarischer Form sowohl die verschiedenen, konkurrierenden Paradigmen als auch die verbindenden Elemente der Soziologie. Anstatt also einzelne Autoren vertiefend zu lesen, soll im Seminar ein spezifischer Problemkreis gesellschaftlicher Wirklichkeitsdeutung erschlossen und diskutiert werden.
Im Seminar beschäftigen wir uns theoretisch als auch anhand von Anschauungsmaterial mit Authentizität und Inszenierung. Häufig wird davon ausgegangen, dass sich diese beiden Begriffe gegeneinander aussschließen, weswegen wir uns im Seminar u.a. damit beschäftigen, inwiefern Authentiziät von seiner Inszenierung abhängt.
Sommersemester 2021
Kommentar:
Was ist damit gemeint und was muss man darunter verstehen, wenn die Soziologie dem Wortsinn nach die »Lehre von der Gesellschaft« ist? Betreibt und studiert man Soziologie, ist man mehr als in anderen Fächern mit dem Problem konfrontiert, den genauen Gegenstandsbereich des eigenen Faches zu bestimmen. Um über »die Gesellschaft« zu forschen, bedarf es daher immer auch theoretischer Grundannahmen darüber, was der Gegenstandsbereich der Soziologie ist (in Abgrenzung etwa zu anderen Fächern) und was die Soziologie erklären soll oder kann. Diese Fragen verweisen auf die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit soziologischer Theorie.
Einen möglichen Zugang zu den verschiedenen Ebenen und Grundpositionen soziologischer Theoriebildung stellen fundamentale Kontroversen bzw. Konfliktlinien dar, die die Soziologie wiederkehrend beschäftigen. Jene Kontroversen stecken auf markante Weise die Problemdimensionen des Fachs ab. Zugleich zeigen sie in exemplarischer Form sowohl die verschiedenen, konkurrierenden Paradigmen als auch die verbindenden Elemente der Soziologie. Anstatt also einzelne Autoren vertiefend zu lesen, soll im Seminar ein spezifischer Problemkreis gesellschaftlicher Wirklichkeitsdeutung erschlossen und diskutiert werden.
Im Seminar beschäftigen wir uns theoretisch als auch anhand von Anschauungsmaterial mit Authentizität und Inszenierung. Häufig wird davon ausgegangen, dass sich diese beiden Begriffe gegeneinander aussschließen, weswegen wir uns im Seminar u.a. damit beschäftigen, inwiefern Authentiziät von seiner Inszenierung abhängt.
Wintersemester 2020/21
Sommersemester 2020
Literatur:
Eva Illouz (2018): Wa(h)re Gefühle. Authentizität im Konsumkapitalismus
Erwing Goffman (2003) – Wir alle spielen Theater. Selbstdarstellung im Alltag
Wintersemester 2019/20
Sommersemester 2019
Kommentar:
Diese Veranstaltung dient als Beratungsstelle für BA-Studierende des FB05, die Probleme bei der wissenschaftlichen Textproduktion haben.
In einem persönlichen Gespräch wird die Vermittlung an verschiedene Übungs- und Nachhilfestellen besprochen und koordiniert. Es können 2 Credits für additive Schlüsselkopmetenzen erworben werden indem Sie eine wissenschaftliche Arbeit (Essay, Hausarbeit etc.) vorzeigen mit der Sie Probleme hatten; daraufhin überarbeiten Sie die Arbeit nach dem Besuch einer individuell ausgewählten Übungs- oder Nachhilfestellung und reichen mir die Arbeit erneut ein.
Es finden keine regulären Sitzungen statt; die Beratung findet individuell in meinem Büro statt (NoPl. 5, Raum 3111).
Bitte melden Sie sich vorab per Email an sina.knoll(at)uni-kassel.de bei mir an.
Kommentar:
Was ist damit gemeint und was muss man darunter verstehen, wenn die Soziologie dem Wortsinn nach die »Lehre von der Gesellschaft« ist? Betreibt und studiert man Soziologie, ist man mehr als in anderen Fächern mit dem Problem konfrontiert, den genauen Gegenstandsbereich des eigenen Faches zu bestimmen. Um über »die Gesellschaft« zu forschen, bedarf es daher immer auch theoretischer Grundannahmen darüber, was der Gegenstandsbereich der Soziologie ist (in Abgrenzung etwa zu anderen Fächern) und was die Soziologie erklären soll oder kann. Diese Fragen verweisen auf die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit soziologischer Theorie.
Einen möglichen Zugang zu den verschiedenen Ebenen und Grundpositionen soziologischer Theoriebildung stellen fundamentale Kontroversen bzw. Konfliktlinien dar, die die Soziologie wiederkehrend beschäftigen. Jene Kontroversen stecken auf markante Weise die Problemdimensionen des Fachs ab. Zugleich zeigen sie in exemplarischer Form sowohl die verschiedenen, konkurrierenden Paradigmen als auch die verbindenden Elemente der Soziologie. Anstatt also einzelne Autoren vertiefend zu lesen, soll im Seminar ein spezifischer Problemkreis gesellschaftlicher Wirklichkeitsdeutung erschlossen und diskutiert werden.
Das Seminar dient der Einführung in die soziologische und kulturwissenschaftliche Forschung und Theoriebildung des Körpers. Im Seminar sollen unterschiedliche Themen und Phänomene behandeln und aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden:
- Geschlecht und Körper
- Sexualität
- Macht und Kontrolle
- Neuroenhancement
- Ästhetische Selbstgestaltung des Körpers
- Technische Erweiterbarkeit des Körpers
Im dem Seminar wir uns an klassischen wie auch an zeitgenössischen soziologischen Theorien orientieren.
Tutor: Benjamin Ißleib; das Tutorium findet montags um 12h statt.
Wintersemester 2018/19
Kommentar:
Im Propädeutikum der Soziologie erhalten Sie im ersten Semester eine grundlegende Orientierung in der Soziologie und erlernen einige inhaltliche Kenntnisse aber vor allem auch praktische Fähigkeiten für ein erfolgreiches Studium in der Soziologie.
Ihnen wird ein Grundverständnis davon vermittelt, was wissenschaftliche Arbeit ausmacht und wie man selbst wissenschaftlich arbeitet. Hierzu gehören neben dem Erlernen des "soziolgischen Blicks" auch die Vermittlung und Einübung der Wissenschaftssprache sowie der wissenschaftliche Textproduktion. Das Seminar zeichnet sich durch unterschiedliche Übungen, praktische Beispiele und Feedbacks aus, die das Lernen, Üben und Anwenden der Seminarinhalte prozesshaft und nachhaltig gestaltet.
Kommentar:
Was ist damit gemeint und was muss man darunter verstehen, wenn die Soziologie dem Wortsinn nach die »Lehre von der Gesellschaft« ist? Betreibt und studiert man Soziologie, ist man mehr als in anderen Fächern mit dem Problem konfrontiert, den genauen Gegenstandsbereich des eigenen Faches zu bestimmen. Um über »die Gesellschaft« zu forschen, bedarf es daher immer auch theoretischer Grundannahmen darüber, was der Gegenstandsbereich der Soziologie ist (in Abgrenzung etwa zu anderen Fächern) und was die Soziologie erklären soll oder kann. Diese Fragen verweisen auf die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit soziologischer Theorie.
Einen möglichen Zugang zu den verschiedenen Ebenen und Grundpositionen soziologischer Theoriebildung stellen fundamentale Kontroversen bzw. Konfliktlinien dar, die die Soziologie wiederkehrend beschäftigen. Jene Kontroversen stecken auf markante Weise die Problemdimensionen des Fachs ab. Zugleich zeigen sie in exemplarischer Form sowohl die verschiedenen, konkurrierenden Paradigmen als auch die verbindenden Elemente der Soziologie. Anstatt also einzelne Autoren vertiefend zu lesen, soll im Seminar ein spezifischer Problemkreis gesellschaftlicher Wirklichkeitsdeutung erschlossen und diskutiert werden.
Das Seminar dient der Einführung in die soziologische und kulturwissenschaftliche Forschung und Theoriebildung des Körpers. Im Seminar sollen vor allem zwei Fragenkomplexe behandelt und aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden:
- Welchen Anteil hat der Körper (und weiter: Sinnesorgane, Sinnesempfindungen) an der Sozialisation des Menschen und an gesellschaftlichen Prozessen?
- Wie sozialisiert und kulturell geprägt sind Gefühle?
- Auf welche Art und Weise schreibt sich die Gesellschaft in unsere Körper ein?
- Welchen historischen Veränderungen unterliegt das Verhältnis der Menschen zu ihrem Körper?
Um Antworten auf diese Fragen zu finden, werden wir uns an klassischen wie auch an zeitgenössischen Theorien orientieren.
>>> Tutorium Florian Schoppe <<<
Zur Vorbereitung und allgemeinen Einführung in den Gegenstandsbereich der soziologischen Theorie sind empfohlen:
Jörn Lamla/Henning Laux/Hartmut Rosa/David Strecker (Hg.): Handbuch der Soziologie. Konstanz: UVK (Reihe: UTB), 2014.
Hans Joas/ Wolfgang Knöbl: Sozialtheorie. 20 einführende Vorlesungen, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2004 (2. Aufl.).
Hartmut Rosa/ David Strecker/ Andrea Kottmann: Soziologische Theorien, Konstanz: UVK, 2013 (2. Aufl.).
Georg Kneer/Stephan Moebius (Hg.): Soziologische Kontroversen - Beiträge zu einer anderen Geschichte der Wissenschaft vom Sozialen, Frankfurt: Suhrkamp, 2010.
Peter Wagner: Soziologie der Moderne, Frankfurt/NY: Campus, 1995.
Lars Gertenbach/Heike Kahlert/Stefan Kaufmann/Hartmut Rosa/Christine Weinbach: Soziologische Theorien, Stuttgart: UTB (Fink), 2009.
Kommentar:
Bitte vorab per Email (sina.knoll[at]uni-kassel[dot]de) anmelden!
Bei der Veranstaltung handelt es sich nicht um ein Seminar im klassischen Sinne, vielmehr dient sie als Beratung und Koordinationsveranstaltung. Die 2 Credits für Schlüsselkompetenzen können erworben werden, indem eine vorhandene wissenschaftliche Arbeit überarbeitet wird oder ein neues Textstück verfasst und bei mir abgegeben wird.
Sommersemester 2018
Kommentar:
Bitte vorab per Email (sina.knoll[at]uni-kassel[dot]de) anmelden!
Bei der Veranstaltung handelt es sich nicht um ein Seminar im klassischen Sinne, vielmehr dient sie als Beratung und Koordinationsveranstaltung. Die 2 Credits für Schlüsselkompetenzen können erworben werden, indem eine vorhandene wissenschaftliche Arbeit überarbeitet wird oder ein neues Textstück verfasst und bei mir abgegeben wird.
Kommentar:
In dem Seminar werden die modernen Formen der Optimierungskultur (Life-Enhancement-Kultur) auf ihre Formen, Ausprägungen und ihre gesellschaftliche Relevanz hin theoretisch analysiert. Dabei wird neben Neuro-Enhancement (die Optimierung der Arbeitsleistung) vor allem Body-Enhancement, eine sich stetig weiterentwickelnde Kulturpraktik (z.B. implanierte Mikrochips oder moderne Formen der Bodymodification), im Seminarverlauf fokussiert.
Die Themen umfassen u.a.:
- Bodymodification
- Ästhetische Selbstgestaltung des Körpers
- Sport, mediatisierte Fitness und moderner Muskelkult
- Die technische Erweiterbarkeit des Körpers
- Neuroenhancement
Eine Exkursion zur Tattooconvention Frankfurt (http://www.convention-frankfurt.de/Start) am 21. April 2018 soll die Grundrahmung für die Auseinandersetzung und Diskussion darstellen.
Literatur:
Kai Bammann: Der Körper als Zeichen und Symbol. Tattoo, Piercing und body modification als Medium von Exklusion und Inklusion in der modernen Gesellschaft
Mike Featherstone: Body modification
Paula-Irene Villa (Hg.): Schön Normal: Manipulationen am Körper als Technologien des Selbst
Paula-Irene Villa: "Endlich normal" - Somatische Selbsttechnologien zwischen Unterwerfung und Selbstermächtigung. in: Ulla Wischermann/Tanja Thomas (Hrsg.), Medien - Diversität - Ungleichheit. Zur medialen Konstruktion sozialer Differenz, Wiesbaden (i.E.).
Zur Empirie des Bodybuilding: http://www.zfs-online.org/index.php/zfs/article/viewFile/2540/2077
Mischa Kläber: Medikamentöse Körperoptimierung: https://www.degruyter.com/downloadpdf/j/sug.2010.7.issue-3/sug-2010-0303/sug-2010-0303.pdf
Dierk Spreen: Upgrade-Kultur: Der Körper in der Enhancement-Geselleschaft
Greta Wagner: Selbstoptimierung. Praxis und Kritik von Neuroenhancement, Frankfurter Beiträge zur Soziologie und Sozialphilosophie, Frankfurt/New York 2017: Campus.
Greta Wagner: Leistung aus Leidenschaft. Zum sozialen Umgang mit Cognitive Enhancement
Kommentar:
Was ist damit gemeint und was muss man darunter verstehen, wenn die Soziologie dem Wortsinn nach die »Lehre von der Gesellschaft« ist? Betreibt und studiert man Soziologie, ist man mehr als in anderen Fächern mit dem Problem konfrontiert, den genauen Gegenstandsbereich des eigenen Faches zu bestimmen. Um über »die Gesellschaft« zu forschen, bedarf es daher immer auch theoretischer Grundannahmen darüber, was der Gegenstandsbereich der Soziologie ist (in Abgrenzung etwa zu anderen Fächern) und was die Soziologie erklären soll oder kann. Diese Fragen verweisen auf die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit soziologischer Theorie.
Einen möglichen Zugang zu den verschiedenen Ebenen und Grundpositionen soziologischer Theoriebildung stellen fundamentale Kontroversen bzw. Konfliktlinien dar, die die Soziologie wiederkehrend beschäftigen. Jene Kontroversen stecken auf markante Weise die Problemdimensionen des Fachs ab. Zugleich zeigen sie in exemplarischer Form sowohl die verschiedenen, konkurrierenden Paradigmen als auch die verbindenden Elemente der Soziologie. Anstatt also einzelne Autoren vertiefend zu lesen, soll im Seminar ein spezifischer Problemkreis gesellschaftlicher Wirklichkeitsdeutung erschlossen und diskutiert werden.
Das Seminar dient der Einführung in die soziologische und kulturwissenschaftliche Forschung und Theoriebildung des Körpers. Im Seminar sollen vor allem zwei Fragenkomplexe behandelt und aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden:
- Welchen Anteil hat der Körper (und weiter: Sinnesorgane, Sinnesempfindungen) an der Sozialisation des Menschen und an gesellschaftlichen Prozessen?
- Wie sozialisiert und kulturell geprägt sind Gefühle?
- Auf welche Art und Weise schreibt sich die Gesellschaft in unsere Körper ein?
- Welchen historischen Veränderungen unterliegt das Verhältnis der Menschen zu ihrem Körper?
Um Antworten auf diese Fragen zu finden, werden wir uns an klassischen wie auch an zeitgenössischen Theorien orientieren.
>>> Tutorium Florian Schoppe <<<
Zur Vorbereitung und allgemeinen Einführung in den Gegenstandsbereich der soziologischen Theorie sind empfohlen:
Jörn Lamla/Henning Laux/Hartmut Rosa/David Strecker (Hg.): Handbuch der Soziologie. Konstanz: UVK (Reihe: UTB), 2014.
Hans Joas/ Wolfgang Knöbl: Sozialtheorie. 20 einführende Vorlesungen, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2004 (2. Aufl.).
Hartmut Rosa/ David Strecker/ Andrea Kottmann: Soziologische Theorien, Konstanz: UVK, 2013 (2. Aufl.).
Georg Kneer/Stephan Moebius (Hg.): Soziologische Kontroversen - Beiträge zu einer anderen Geschichte der Wissenschaft vom Sozialen, Frankfurt: Suhrkamp, 2010.
Peter Wagner: Soziologie der Moderne, Frankfurt/NY: Campus, 1995.
Lars Gertenbach/Heike Kahlert/Stefan Kaufmann/Hartmut Rosa/Christine Weinbach: Soziologische Theorien, Stuttgart: UTB (Fink), 2009.
Wintersemester 2017/18
Kommentar:
Im Propädeutikum der Soziologie erhalten Sie im ersten Semester eine grundlegende Orientierung in der Soziologie und erlernen einige inhaltliche Kenntnisse aber vor allem auch praktische Fähigkeiten für ein erfolgreiches Studium in der Soziologie.
Ihnen wird ein Grundverständnis davon vermittelt, was wissenschaftliche Arbeit ausmacht und wie man selbst wissenschaftlich arbeitet. Hierzu gehören neben dem Erlernen des "soziolgischen Blicks" auch die Vermittlung und Einübung der Wissenschaftssprache sowie der wissenschaftliche Textproduktion. Das Seminar zeichnet sich durch unterschiedliche Übungen, praktische Beispiele und Feedbacks aus, die das Lernen, Üben und Anwenden der Seminarinhalte prozesshaft und nachhaltig gestaltet.
Sommersemester 2017
Kommentar:
Bereits Georg Simmels Ausführungen in „Die Großstädte und das Geistesleben” verwiesen auf eine zunehmend individualisierte Gesellschaft. Zugleich beschreibt Simmel Reserviertheit und Blasiertheit als Charakteristika des modernen Menschen, der nicht mehr angemessen auf Situationen und Andere reagieren kann.
Obgleich die Individualisierung und damit das Gefühl der Vereinzelung zunimmt, bleibt Anerkennung entscheidend für ein gelungenes Leben. Denn Anerkennung bedeutet das wechselseitige Erkennen und Respektieren der Freiheit sowie der Endlichkeit und Abhängigkeit des jeweils Anderen. Im Seminar wollen wir die Entwicklung und den Wandel gesellschaftlicher Anerkennungsverhältnissen literarisch erkunden und diskutieren.
Kommentar:
Was ist damit gemeint und was muss man darunter verstehen, wenn die Soziologie dem Wortsinn nach die »Lehre von der Gesellschaft« ist? Betreibt und studiert man Soziologie, ist man mehr als in anderen Fächern mit dem Problem konfrontiert, den genauen Gegenstandsbereich des eigenen Faches zu bestimmen. Um über »die Gesellschaft« zu forschen, bedarf es daher immer auch theoretischer Grundannahmen darüber, was der Gegenstandsbereich der Soziologie ist (in Abgrenzung etwa zu anderen Fächern) und was die Soziologie erklären soll oder kann. Diese Fragen verweisen auf die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit soziologischer Theorie.
Einen möglichen Zugang zu den verschiedenen Ebenen und Grundpositionen soziologischer Theoriebildung stellen fundamentale Kontroversen bzw. Konfliktlinien dar, die die Soziologie wiederkehrend beschäftigen. Jene Kontroversen stecken auf markante Weise die Problemdimensionen des Fachs ab. Zugleich zeigen sie in exemplarischer Form sowohl die verschiedenen, konkurrierenden Paradigmen als auch die verbindenden Elemente der Soziologie. Anstatt also einzelne Autoren vertiefend zu lesen, soll im Seminar ein spezifischer Problemkreis gesellschaftlicher Wirklichkeitsdeutung erschlossen und diskutiert werden.
Anerkennung und Entfremdung stellen im Kontext der Soziologie zwei zentrale Begrifflichkeiten dar. Anerkennung meint vor allem das wechselseitige Erkennen und Respektieren der Freiheit sowie der Endlichkeit und Abhängigkeit des jeweils Anderen, was entscheidend für ein gelungenes Leben sein kann. Entfremdung steht für die Aufhebung und Zerstörung eines ursprünglichen Zustandes, welcher u.a. das Fremdwerden und sich Abgrenzen zu anderen Lebewesen oder die Aneignung der Natur bedeuten kann. Beide Begriffe zielen damit auf die Einbettung des Subjekts in die Gesellschaft ab und unterliegen einem steten Wandel. Im Seminar werden wir mit Hilfe klassischer und neuerer Soziologischer Theorie (u.a. Kritische Theorie, Georg Simmel, Axel Honneth, Hartmut Rosa) die Strukturen und Formen sowie das Verhältnis von Anerkennung und Entfremdung untersuchen.
Zur Vorbereitung und allgemeinen Einführung in den Gegenstandsbereich der soziologischen Theorie sind empfohlen:
Jörn Lamla/Henning Laux/Hartmut Rosa/David Strecker (Hg.): Handbuch der Soziologie. Konstanz: UVK (Reihe: UTB), 2014. Hans Joas/ Wolfgang Knöbl: Sozialtheorie. 20 einführende Vorlesungen, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2004 (2. Aufl.). Hartmut Rosa/ David Strecker/ Andrea Kottmann: Soziologische Theorien, Konstanz: UVK, 2013 (2. Aufl.). Georg Kneer/Stephan Moebius (Hg.): Soziologische Kontroversen - Beiträge zu einer anderen Geschichte der Wissenschaft vom Sozialen, Frankfurt: Suhrkamp, 2010. Peter Wagner: Soziologie der Moderne, Frankfurt/NY: Campus, 1995. Lars Gertenbach/Heike Kahlert/Stefan Kaufmann/Hartmut Rosa/Christine Weinbach: Soziologische Theorien, Stuttgart: UTB (Fink), 2009.