Ein­füh­rungs­stu­dio | räu­me er/fin­den | Kul­tur­fa­brik

Als Einstieg beschäftigen wir uns mit dem Areal des Nordcampus, seinen Zwischenräumen, Brachen, Nischen und Orten zum Verweilen, sowie mit dem vorhandenen Masterplan, welcher Neubauten und Umnutzungen von Bestandsgebäuden, der Industriebauten der ehemaligen Firma Gottschalk und Co., vorsieht.

Für das weiterführende Projekt wählen wir die momentan ungenutzte ehemalige Produktionshalle, direkt neben dem ASL-Neubau, als Schauplatz für unser Vorhaben aus.

Ziel ist der Entwurf einer raumgreifenden Intervention, einer Vision für den Ort, die aus der Verschränkung vorgefundener Potentiale, Nutzungswünschen und der eigenen Phantasie entwickelt wird.

Das Semester ist wie ein Theaterstück in mehrere Akte unterteilt, die aufeinander aufbauend unterschiedlichste Aspekte der Analyse und der Entwicklung von Raum und Programm fokussieren.

Die Exkursions/Workshop Woche ist Teil des Einführungsstudios und führt uns nach Leipzig in den „Garten Eden“. Hier können wir schlafen, kochen und tun.

Wir lernen ein breites Spektrum verschiedener Architekturtypologien an ausgewählten Beispielen und Stadtvierteln kennen und beschäftigen uns mit dem „genius loci“ der Stadt. Vor Ort werden wir neben dem Besichtigen auch aktiv „etwas" zum Stadtleben beitragen.

Wir forcieren das Arbeiten „mit allen Mitteln“, mit Algorithmen und Strohhalmen, analogen und digital fabrizierten Modellen, Bildern, Zeichnungen, Filmen, Sounds und Sprache. Ein Entwerfen durch „Learning by Doing“. Es gibt Werkzeuge und Methoden, die im Rahmen der Projektarbeit vermittelt werden, jedoch keine Rezepte. Der Entwurfsprozess und die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgen durch eine kontinuierliche Begleitung der Studierenden.

Intensität hinterlässt Spuren!


Ver­ti­cal Pro­jekt | Baum und Raum | Ver­wach­sen - ein Wis­sens­raum der Zu­kunft

Das documenta Institut Kassel ist nach wie vor in der Konzeptphase. Wir wollen diese für die Identität Kassels so spannende und wichtige Bauaufgabe zum Anlass nehmen um Visionen für ein öffentliches Gebäude zu entwickeln, die das Verhältnis von Architektur und Natur neu denkt. Der zentral gelegene Karlsplatz, das aktuell favorisierte Baufeld, ist prädestiniert um ein radikales Exempel zu statuieren, das zum Umdenken anregt.

Erste Ansätze zur Renaturierung der Stadt Kassel gehen zurück in die 80er Jahre. Damals hat Josef Beuys für die documenta 7 das Projekt „7000 Eichen - Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ konzipiert, das seither mit seinen Eichen Alleen nachhaltig das Stadtbild von Kassel prägt.

Wir wollen einen Schritt weitergehen und Baum und Raum (Gebäude) miteinander verschränken. Das bisherige Nebeneinander durch ein Miteinander ersetzten.

Beuys betrachtete Bäume als wesenhafte Subjekte, denen die Rechte fehlen: „Sie sind entrechtet. Sie wissen das ganz genau, dass sie entrechtet sind. Tiere, Bäume, alles ist entrechtet. Ich möchte diese Bäume und diese Tiere rechtsfähig machen.“

In diesem Sinne werden wir den Baum dem Menschen als gleichwertigen Nutzer in die Entwicklung unserer Gebäudekonzepte integrieren. Welche Synergien können durch die Präsenz und die Bedürfnisse der neuen „Nutzer“ entstehen?

Parallel dazu beschäftigt sich die Kunsthochschule Kassel im Rahmen eines Seminars u.a. mit der Frage was das documenta Institut als zukunftsweisende Institution leisten soll und welche Räumlichkeiten es hierfür braucht. In gemeinsamen Treffen werden wir uns hierzu Austauschen und entsprechende Erkenntnisse in unser Raumprogramm einfließen lassen.

Ziel ist es räumliche und programmatische Visionen für das documenta Institut zu entwickeln, die aufrütteln und anregen und als Denkanstoß für weitere Diskussionen dienen.

DR Ver­tie­fungs­se­mi­nar | „Baum und Raum“

In diesem Vertiefungsseminar soll unser Verhältnis zu der uns umgebenden Natur neu überdacht werden: Anhand des Baumes, der u.a. als Sauerstoffproduzent wesentlich dazu beiträgt, den tödlich ansteigenden Co2 Gehalt in der Erdatmosphäre zu reduzieren, werden wir untersuchen wie der Baum als „Mitbewohner*in“ in unseren Gebäudekonzepten Platz finden kann. Mensch und Baum als gleichberechtigte Wesen und Nutzer. Die Studierenden werden primäre Bedürfnisse vom Baum und Mensch und Synergien von Wechselbeziehungen recherchieren und zukunftsweisende Konzepte für die daraus resultierenden Anforderungen an die physische Umgebung und die architektonische Gestaltung entwickeln.

Die im Vertiefungsseminar gewonnenen Erkenntnisse und Konzepte werden im Sommersemester 2020 im Rahmen des DR Profilprojektes anhand eines hybriden Gebäudekomplex getestet. Das begleitende Rechercheseminar wird sich im Sommersemester u.a. mit dem „Narrativ“ des Profilprojektes beschäftigen.

Am Ende des Seminars werden die Ergebnisse der Recherchen und Konzepte in einem Reader und in einer dreidimensionalen Installation zusammengefasst und beim Rundgang präsentiert.

ZOOM DR Ver­tie­fungs­se­mi­nar | Psy­che und Raum

Wir haben im SS19 gemeinsam mit der Expertise von Reinhard Lindner (Professor für Theorie, Empirie und Methoden der Sozialen Therapie _ Uni Kassel) und Martin Ohlmeier (Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie _ Ludwig-Noll-Krankenhaus) ein prototypisches Gebäude entwickelt, dass in Verbindung von Universität (Sozialarbeit und die Psychologie als universitäre Institute) und Psychiatrie zusätzliche Räume mit unterschiedlichen Raumqualitäten für Austausch, Treff und Verweilen für Student*innen, Patient*innen und für Alle anbietet.

Im Vertiefungsseminar werden wir die vorliegenden Entwürfe inhaltlich und gestalterisch weiterentwickeln. Dazu werden wir mit Student*innen von Prof. Lindner kooperieren und Teams/ „Tandems“ bilden. Gemeinsam sollen Inhalte vertieft, recherchiert, neu definiert und gestalterisch umgesetzt werden z.B.: Was bedeutet betreutes Wohnen? Wie findet Beratung im sozialpsychiatrischen Kontext statt? Welche räumlichen Bedingungen braucht Beratung in der Sozial Arbeit? Wie kann Lernen, Beraten und Leben zusammen stattfinden? … und wie können diese Bedürfnisse räumlich umgesetzt werden.

In der Exkursionswoche werden die Teams Exkursionen zu einschlägigen Einrichtungen im Raum Kassel machen (Termine werden in Absprache der Student*innen untereinander vereinbart)

Nach einer Einführung/Vorstellungsrunde arbeiten die Teams koordiniert miteinander und präsentieren am Ende des Semesters ihre Arbeitsleistung.

(ZOOM Projekt/Zeichnung und Modelle und Hausarbeit/theoretische Arbeit) am Ende des Semesters.

Ziel ist es im Rahmen des Vertiefungsseminars zukunftsweisende Visionen zu entwickeln, die Denkanstöße für weiterführende Konzepte liefern, die zwischen Psychiatrie und Gesellschaft vermitteln. Ein “genius loci” für die Vielfalt der Psyche.