Modultool und Moduldatenbank der Universität Kassel

Modultool und Moduldatenbank

Die Entwicklung der Modulbeschreibungen und Fachprüfungsordnungen erfolgt im Modultool.

Modultool und Moduldatenbank: Direkt zum Handbuch der Moduldatenbank

Das Modultool ist eine zentrale digitale Plattform an der Universität Kassel, die die Entwicklung, Pflege und Verwaltung von Studiengängen, Prüfungsordnungen und Modulbeschreibungen im Rahmen einer Moduldatenbank unterstützt. Es dient nicht dazu, bereits fertige Prüfungsordnungen im Nachgang einzutippen, sondern den Prozess der Studiengangsentwicklung zu digitalisieren und zu strukturieren. 

Das Tool ermöglicht eine kollaborative Arbeit aller Akteure (Studiengangsverantwortliche, Lehrende, Verwaltung) an denselben, stets aktuellen Daten. Dies führt zu einer einheitlichen, strukturierten und technisch abrufbaren Dokumentation, die direkt in das Prüfungsverwaltungssystem exportiert werden kann. 

Die zentrale Zielsetzung ist die Schaffung eines transparenten, nachvollziehbaren und effizienten Prozesses, der in die Workflows des DMS einfließt und den Gremienweg sowie die Veröffentlichung der Studien- und Prüfungsordnungen auf den Webseiten unterstützt.

Das Modultool ist in mehrere zentrale Bereiche gegliedert, die den gesamten Lebenszyklus eines Studiengangs abdecken. Die zentrale Einheit ist der Studiengang, der als Datensatz mit einer spezifischen Prüfungsordnungsversion (z. B. PO-2024) geführt wird. Jeder Studiengang besitzt Metadaten wie Name, Abschlussart, Fachbereich, Lehreinheit, Regelstudienzeit und Status (z. B. "Erstellung", "Prüfung", "Senatsbeschluss"). Der Status ist entscheidend, da er die Bearbeitungsrechte und die Sichtbarkeit von Daten steuert. So sind z. B. im Status "Prüfung" die Felder des Studien- und Prüfungsplans für Modulverantwortliche gesperrt, um unerwünschte Änderungen zu verhindern.

Die zentralen Bausteine eines Studiengangs sind die Module. Jedes Modul ist eine eigenständige Einheit mit einer eindeutigen Nummer, einem sprechenden Titel und einer Reihe von Metadaten. Die wichtigste Komponente sind die Lernergebnisse (auch Lernziele genannt), die beschreiben, was Studierende nach erfolgreichem Abschluss des Moduls nachweislich können. Diese Beschreibungen sind rechtsverbindlich und dienen als Grundlage für die Anerkennung von Leistungen. Die Lehrveranstaltungsarten (z. B. VL, Ü, S, Pr) und die SWS (Semesterwochenstunden) werden in einem Feld zusammengefasst und sind für die Berechnung des Curricularwertes (CW) relevant. Der Workload (Studentischer Arbeitsaufwand) wird in Stunden angegeben und in Präsenzzeit und Selbststudium aufgeschlüsselt.  30 Stunden entsprechen einem Credit Point (CP).

Ein zentrales Konzept ist die Polyvalenz von Modulen. Module können aus anderen Studiengängen importiert werden, wodurch eine Vernetzung der Studiengänge entsteht. Dabei wird eine frühzeitige Kontaktaufnahme zum Anbietenden dringend empfohlen, um Studiengänge konsequent gemeinsam zu entwickeln. Importierte Module sind mit einem grünen Balken gekennzeichnet und werden automatisch aktualisiert, wenn sich die ursprüngliche Modulbeschreibung ändert. Dies reduziert den Pflegeaufwand erheblich. Zusätzlich können Module in Studienbereiche (z. B. "Grundstudium", "Schwerpunkt Nachhaltigkeit") gruppiert werden, was die Übersichtlichkeit für Studierende erhöht und die Darstellung auf den Internetseiten verbessert.

Die Fachprüfungsordnung (FPO) wird im Modultool als vollständige Lesefassung erfasst. Sie wird in Abschnitten (Paragraphen) mit automatisch generierten Tabellen (z. B. "Tabelle Module", "Tabelle Notengewichtung") erstellt. Diese Tabellen sind dynamisch und aktualisieren sich automatisch, sobald sich die Modulbeschreibungen ändern. Dies ermöglicht eine kontinuierliche Kontrolle der Kreditpunkte, Notengewichtungen und Zuordnungen zu Studienbereichen. Die FPO kann in Deutsch und Englisch erfasst werden, wobei die deutsche Fassung rechtsverbindlich ist. Für Änderungen wird eine separate Änderungsordnung angelegt, die nicht nur Veränderungen gegenüber der ursprünglichen FPO aufzählt, sondern die Lesefassung der vollständigen Ordnung beinhaltet.

Die Evaluation und Akkreditierung sind integraler Bestandteil des Prozesses. Die Studienziele und Lernergebnisse des gesamten Studiengangs werden im Modultool erfasst und sind akkreditierungsrelevant. Die Auflagen und Empfehlungen aus der Akkreditierung werden zentral dokumentiert und können später zur Nachvollziehbarkeit genutzt werden.

Die technische Abbildung im Prüfungsverwaltungssystem wird durch den Export von Studienstrukturen, Modulhandbüchern und Prüfungsordnungen unterstützt. Die Darstellung auf den Internetseiten erfolgt responsiv und wird automatisch aus der Moduldatenbank generiert. Die öffentlichen Darstellungen (z. B. Modulhandbücher, Studien- und Prüfungspläne) sind jederzeit aktuell und können über permanente Links eingebunden werden. Die Nutzerverwaltung ist auf vier Ebenen strukturiert (individuell, Lehreinheit, Fachbereich, Hochschule), was eine präzise Kontrolle über die Bearbeitungsrechte ermöglicht.

Das Modultool unterstützt einen strukturierten, kollaborativen und transparenten Prozess der Studiengangsentwicklung. Die zentralen Schritte sind: Anlage des Studiengangs, Import oder Erstellung von Modulen, Zuordnung zu Studienbereichen, Erstellung der Fachprüfungsordnung mit automatischen Tabellen und die schrittweise Durchführung des Gremienwegs über verschiedene Status. 

Die wichtigsten Schlüsselmerkmale sind die kollaborative Bearbeitung mit Kommentarfunktionen, die automatische Aktualisierung von Importmodulen, die dynamische Tabellenbildung, die zusammenhängende Dokumentation aller Metadaten (Akkreditierung, Gremienbeschlüsse) und die nahtlose technische Abbildung im Prüfungssystem.