18.09.2020 | Campus-Meldung

Aus­schrei­bung für „Kas­se­ler De­mo­kra­tie-Im­pul­s“

Die Stadt Kassel schreibt 2020 zum zweiten Mal eine Auszeichnung mit dem Titel „Kasseler Demokratie-Impuls“ aus. Gewürdigt werden sollen herausragende wissenschaftliche Arbeiten sowie tiefgreifende, analytische journalistische Arbeiten, welche Rassismus, Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt in der Gesellschaft thematisieren und sich insbesondere mit Rechtsextremismus, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus auseinandersetzen. Die Ausschreibung ist verbunden mit dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und soll jährlich verliehen werden.

Screenshot der Website kassel.de.

„Die Opfer rechtsextremistischer Gewalttaten, unter ihnen der Kasseler Bürger Halit Yozgat und Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, mahnen uns, konsequent gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit vorzugehen und wachsam zu sein“, betonte Oberbürgermeister Christian Geselle. Auf seine Initiative hin hatte die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, diese Auszeichnung auch als weiteren Ausdruck des Gedenkens an Halit Yozgat ins Leben zu rufen.

Über die Auszeichnung entscheidet eine unabhängige fünfköpfige Jury, ihr gehören an: Hans Eichel, ehemaliger Bundesfinanzminister, hessischer Ministerpräsident und Kasseler Oberbürgermeister; Prof. Barbara John, Ombudsfrau der Bundesregierung für die Opfer der rechtsextremistischen NSU-Terrorgruppe; ihr Mitarbeiter Taha Kahya; sowie die Politikwissenschaftler Privatdozent Dr. Steffen Kailitz, Politikwissenschaftler und Extremismusforscher am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung; und Prof. Dr. Wolfgang Schroeder, Leiter des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften an der Universität Kassel.

In diesem Jahr geht der Preis an das Autoren-Team der Süddeutschen Zeitung, Annette Ramelsberger, Rainer Stadler, Wiebke Ramm und Tanjev Schultz, für die Artikelserie „Der Prozess“. Die Journalisten hatten den Jahrhundertprozess, bei dem es auch um die Ermordung des Kasseler Bürgers Halit Yozgat im Jahr 2006 durch den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) ging, fünf Jahre lang begleitet und dokumentiert. Einen der Preise für wissenschaftlichen Nachwuchs erhielt die Kasseler Absolventin Ann-Kathrin Mogge für ihre Masterarbeit „Nach der Wende die Wende? Diskussionen um die Nation in zwei neurechten Periodika nach der Wiedervereinigung“.

Die mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung soll Arbeiten würdigen, die sich mit Themen wie Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus beschäftigen, Entwicklungen und Fakten aufzeigen, analysieren und einordnen, Präventionswege eröffnen und Impulse setzen. Für die Auszeichnung „Kasseler Demokratie-Impuls“ werden veröffentlichte und unveröffentlichte wissenschaftliche und journalistische Arbeiten, Studien und Analysen, die nach dem 1. Januar 2019 abgeschlossen beziehungsweise veröffentlicht wurden, gesucht. Nähere Informationen zur Ausschreibung finden sich auf www.kassel.de/kasselerimpulse. Bewerbungen können bis zum 15. Januar 2021 eingereicht werden an:


Stadt Kassel
Büro des Oberbürgermeisters
Rathaus
34112 Kassel
E-Mail: kasselerimpulse[at]kassel[dot]de