22.01.2020 | Pressemitteilung

Fahr­rad und Ver­kehr: Pro­fes­sur in Kassel bringt nach­hal­ti­ge Mo­bi­li­tät vor­an

Auf dem Rad liegen große Hoffnungen für die Verkehrswende – dennoch gibt es in Deutschland bislang keinen Lehrstuhl, der sich explizit dem Radverkehr widmet. Nun soll eine Professur für „Radverkehr und Nahmobilität“ an der Universität Kassel eingerichtet werden, für die die Hochschule am 6.2. in Berlin vom Bundesverkehrsministerium offiziell eine Zusage erhalten wird.

Bild: Universität Kassel

Der Präsident der Universität Kassel, Prof. Dr. Reiner Finkeldey, gratulierte: „Unsere Universität erweitert mit der Professur für „Radverkehr und Nahmobilität“ ihr Profil durch ein hochaktuelles Nachhaltigkeitsthema. Wir erwarten uns bundesweit wahrnehmbare Forschungsbeiträge, die die Verkehrswende voranbringen werden. Mein Dank gilt Prof. Dr.-Ing. Carsten Sommer und seinem Team für die erfolgreiche Projektentwicklung. In der Lehre werden unsere Studierenden durch innovative und praxisrelevante Angebote profitieren.“

Das Fahrrad hat ein gutes Image, es wird immer häufiger benutzt und soll künftig noch stärker zu nachhaltiger Mobilität beitragen – zugleich steigt die Zahl der Radfahrer, die im Verkehr verunglücken. An der Universität Kassel setzt sich künftig eine Professur unter anderem mit der Planung von Radwegen und der Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern auseinander. Auch lokale Bezüge zur Stadt Kassel gibt es: „Historisch sind Stadt- und Verkehrsplanung in Kassel nach dem zweiten Weltkrieg stark durch das Leitbild der autogerechten Stadt geprägt worden, das zu einer systematischen Marginalisierung des Radverkehrs führte“, erläutert Prof. Sommer. Er ist Leiter des Fachgebiets „Verkehrsplanung und Verkehrssysteme“ und war federführend bei der Antragstellung.

„Seit kurzem aber hat ein Umdenken eingesetzt“, so Sommer. „In den kommenden Jahren steht ein substantieller Ausbau der Radwege in Kassel und Umgebung an, zu dem diese Professur wertvolle Beiträge in Form von wissenschaftlicher Begleitung und Mitgestaltung leisten wird.“ Für ihren Antrag habe die Universität daher große Unterstützung von Unternehmen, öffentlichen und zivilgesellschaftlichen Institutionen und nicht zuletzt Stadt und Landkreis Kassel erhalten.

Bundesminister Andreas Scheuer: „Wir wollen den Radverkehr noch attraktiver machen. Deshalb holen wir das Thema in die Hörsäle. Wir werden Stiftungsprofessuren an sieben Hochschule fördern. Der Radverkehr wird Uni-Fach! Ziel ist, Fachkräfte auszubilden, die ihr Know-how dann vor Ort einbringen und in den Kommunen und Städten umsetzen. Damit bringen wir noch mehr Dynamik in den Radverkehr!“

 

Kontakt:

Beate Hentschel
Universität Kassel
Tel.: 0561 804 1961
E-Mail: beate.hentschel[at]uni-kassel[dot]de