19.03.2013 | Pressemitteilung

Ler­nen durch gu­te Ta­ten: Kas­se­ler Re­kord bei neu­ar­ti­gem Stu­dier­kon­zept

Gutes Tun und dabei Credits sammeln: Die Uni Kassel ist in Deutschland Vorreiter in Sachen „Service Learning“. 25 Lehrveranstaltungen werden im Sommersemester angeboten – ein doppelter Rekord.

Eine Skater-Halle in einem Web-Video porträtieren, einen Therapie-Garten für ein Altenheim planen, eine Patenschaft für ein benachteiligtes Kind übernehmen oder Maßnahmen für einen klimaneutralen Hessentag entwickeln – diese und über 20 ähnlich sinnvolle Projekte werden Studierende der Universität Kassel im kommenden Sommersemester anpacken. Alle Aktivitäten sind Teil von sogenannten „Service Learning“-Seminaren, also Projektseminaren, die theoretisches Lernen mit Engagement für das Gemeinwohl verknüpfen. Credit Points bekommen die Studierenden hier nicht für die gute Tat, sondern für das Wissen und die berufsrelevanten praktischen Erfahrungen, die sie sich dabei erwerben – aber lernen lässt sich eben auch, indem man etwas Sinnvolles für die Gemeinschaft tut. Die Idee kommt aus den USA, 2011 griff die Uni Kassel sie auf.

Seitdem ist die Universität dabei, das Angebot entsprechender Seminare auszuweiten – und stellt im kommenden Semester zwei Rekorde auf. Erstens: Mit 25 Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2013 ist sie mittlerweile nach Kenntnis der Uni die aktivste Service-Learning-Hochschule Deutschlands. Zweitens werden voraussichtlich rund 300 Studierende im Sommersemester teilnehmen und damit mehr als je zuvor. Zwei Drittel der Fachbereiche beteiligen sich mit Kursen. „An anderen Hochschulen muss häufig erst der AStA für Service Learning kämpfen. Hier in Kassel sind Hochschulleitung und viele Lehrende von sich aus von der Methode überzeugt“, erläutert Imke-Marie Badur, fachbereichsübergreifende Koordinatorin für Service Learning.

Neu im Programm ist beispielsweise ein Seminar in der Germanistik: Hier werden sich Studierende mit Presse- und Öffentlichkeitsarbeit befassen und kleinere soziale Vereine mit ansprechenden Texten für Flyer und Pressemitteilungen unterstützen. Das Interesse der Vereine an diesem Service ist groß: Zwölf Bewerbungen sind eingegangen, die Studierenden dürfen also auswählen. Ähnlich begehrt bei den Kooperationspartnern ist das Web-Video-Seminar, ein Schlüsselkompetenz-Seminar für alle Fachbereiche, bei dem Studierende Filmpraxis und dramaturgische Kenntnisse erwerben, indem sie soziale Initiativen porträtieren.

Im Studiengang Lehramt ist erstmals ein Seminar ausgeschrieben, das sich auch theoretisch mit der didaktischen Methode „Service Learning“ bzw. „Lernen durch Engagement“ auseinandersetzt. Im praktischen Teil werden die Studierenden hier eine Bestandsaufnahme an Kasseler Schulen machen, inwieweit Service Learning bereits im Schulunterricht praktiziert wird. Im Wintersemester sollen dann für interessierte Schulen konkrete Unterrichtskonzepte entwickelt werden.

Aber auch die anwendungsorientierte Forschung kommt nicht zu kurz: Im Seminar „Evaluation in der Sozialen Arbeit“ werden Studierende beispielsweise für eine Beratungsstelle die Bedarfe von jungen an Demenz erkrankten Menschen ermitteln. Andere forschen für Museen oder zu sozialpolitischen Fragestellungen.

 

Aktuelle Lehrveranstaltungen mit Service Learning: www.uni-kassel.de/go/service-learning

Koordinationsstelle für Service Learning: www.unikasseltransfer/service-learning

 

 

Info

Imke-Marie Badur
Universität Kassel
Koordinationsstelle für Service Learning bei UniKasselTransfer

Tel.: 0561/804-7469
E-Mail: badur[at]uni-kassel[dot]de