14.12.2020 | Pressemitteilung

Flucht und Mi­gra­ti­on – was macht das mit Fa­mi­li­en?

Durch Migration, Flucht und damit einhergehende Trennungen, veränderte Lebensbedingungen und Integrationserfahrungen müssen Familien Erziehung neu organisieren. An der Universität Kassel führt ein Team um Prof. Dr. Manuela Westphal nun eine Studie zur Erziehung in geflüchteten Familien durch. Ab 2021 werden in Familien afrikanischer Herkunft in verschiedenen Städten Deutschlands Daten erhoben.

Bild: Universität Kassel
v.l.: Prof. Dr. Manuela Westphal, Dr. Sina Motzek-Öz, Samia Aden (M.A.)

Für Geflüchtete ist bisher nicht empirisch untersucht, wie sich familiäre Beziehungen und damit auch Erziehung verändern. Das Projekt „DyFam – Wandel und Dynamik familiärer Generationsbeziehungen im Kontext von Flucht und Asyl“, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 435.220 Euro, will zur Weiterentwicklung einer Theorie der Familienerziehung beitragen und dabei Familienrealitäten im Kontext von Flucht differenziert abbilden.

„Es besteht dringender Bedarf an Grundlagenwissen und Konzepten für pädagogische und sozialpädagogische Handlungsfelder“, betont Westphal, Professorin für Sozialisation mit dem Schwerpunkt Migration und interkulturelle Bildung an der Uni Kassel.

Die Studie untersucht familiäre Erziehung am Beispiel von Familien vorrangig aus Somalia in Deutschland. Insbesondere interessiert das Forschungsteam dabei, welche Rolle Flucht- und Asylerfahrungen und grenzüberschreitende, erweiterte Generationsbeziehungen spielen und welche familiären Dynamiken pädagogisch, beispielsweise auch für frühkindliche Bildungseinrichtungen, bedeutsam werden. Westphal und die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Samia Aden (M.A.) und Dr. Sina Motzek-Öz nehmen an, dass zwar Beziehungen in das Herkunftsland, in Transit- oder andere Zielländer bestehen, dass die Pflege dieser aber aufenthaltsrechtlich stark eingeschränkt ist.

Bis 2023 werden in Fallfamilien unterschiedliche qualitative Daten (unter anderem Familienfotografien und natürliche Gespräche) erhoben und ausgewertet. Aktuell plant das Team den Zugang zu den Familien, bei dem es neben Mehrsprachigkeit, ethischen und interkulturellen Aspekten auch aktuelle Hygieneerfordernisse zu beachten gilt.

 

Kontakt:

Prof. Dr. Manuela Westphal
Fachbereich 01 Humanwissenschaften
Institut für Sozialwesen
Fachgebiet Sozialisation mit Schwerpunkt Migration und interkulturelle Bildung

Telefon: 0541-7502980
E-Mail: mwestphal[at]uni-kassel[dot]de