01.09.2021 | Pressemitteilung

Zum Sui­zid-Prä­ven­ti­ons­tag: Uni Kassel be­tei­ligt an Aus­stel­lung

Eine deutschlandweit einmalige Ausstellung im Museum für Sepulkralkultur Kassel widmet sich einem schwierigen und herausfordernden Thema: dem Suizid und dem Umgang damit. Eröffnung ist am 10. September, dem Welttag der Suizidprävention. Wissenschaftlicher Leiter ist der Suizidologe Prof. Dr. Reinhard Lindner von der Universität Kassel.

Wie stellt man den Suizid aus? Podcast zu "Let's talk about it"

Der Suizid ist ein verschwiegenes Leiden in unserer Gesellschaft. Etwa 10.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland durch eigene Hand, die meisten in schweren psychischen, sozialen und körperlichen Notlagen. Das Schweigen, das ihr Sterben begleitet, wirkt tödlich. Deshalb ist das öffentliche Gespräch über den Suizid, seine Ursachen und seine Folgen ein gesellschaftliches Anliegen.
Dem widmet sich eine Ausstellung im Museum für Sepulkralkultur in Kassel, das sich seit 1992 mit den Themenfeldern Sterben, Tod, Trauer und Gedenken befasst. In Kooperation mit der Universität Kassel sowie weiteren nationalen und internationalen Partnern aus den Bereichen Kunst, Kultur und Wissenschaft ist die Ausstellung „Suizid – Let’s talk about it!“ entstanden.

Zu sehen sind zeitgenössische künstlerische sowie kultur- und sozialgeschichtliche Exponate; über Stimmen Betroffener, epidemiologische Daten und inhaltsbezogene Forschung auf dem Gebiet der Human- und Geisteswissenschaften sucht das Museum mit diesem Projekt einen Weg, eine neue Sprache für die Annäherung an Suizid und Suizidalität und die daran knüpfenden Erfahrungshorizonte von Schmerz, Trauer und Schweigen, aber auch Humor zu finden.

Neben Prof. Dr. Lindner sind Dr. Dirk Pörschmann, Direktor des Museums für Sepulkralkultur, und Kuratorin Tatjana Ahle weitere Leiter. Lindner, der auch Leiter des Nationalen Suizidpräventionsprogramms (NaSPro) ist, hat gemeinsam mit Studierenden der Universität Kassel Impulse für das Konzept der Ausstellung gegeben. Die Studierenden bieten auch begleitende Gesprächs- und Beratungsmöglichkeiten an.

Für die Dauer der Ausstellung wurde ein umfangreiches Begleitprogramm konzipiert. Das Museum wird dadurch für ein halbes Jahr zur Bühne für Kulturschaffende und zum Zentrum der Auseinandersetzung mit philosophischen, juristischen, interkulturellen und -religiösen und humanwissenschaftlichen Fragen zum Suizid.

 

SYMPOSIUM
Im Januar 2022 findet im Gießhaus der Universität Kassel ein Symposium statt. Im Sinne von „Let's talk about it!“ wird das Publikum zur aktiven Gesprächsteilnahme eingeladen.

PODCAST
Wie stellt man Suizid aus? Und wann ist diese Ausstellung gelungen? Einen Podcast zum Thema finden Sie hier.

BEGLEITBUCH
Zur Ausstellung erscheint eine umfassende Begleitpublikation, die Vertiefungen einzelner Themen enthält, die über Interviews, Essays und künstlerische Auseinandersetzungen auf vielstimmige Wiese eingebracht werden. Die Publikation dient der Ausstellung und dem Begleitprogramm als ergänzende Plattform für aktuelle Forschungsergebnisse und öffnet über künstlerische Auseinandersetzungen einen assoziativen Denkraum.

KOOPERATIONEN UND PARTNER
Ein interdisziplinärer wissenschaftlicher Beirat begleitet seit 2019 das Projekt. Um das Thema in die Gesellschaft zu tragen, wurden Kooperationen mit kulturellen und forschenden Einrichtungen in Deutschland, Österreich und Neuseeland geschlossen: u.a. mit dem Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften / Kunstuniversität Linz in Wien, dem Depot Artspace, Neuseeland, der Museumslandschaft Hessen Kassel und der Caricatura, Galerie für Komische Kunst Kassel.

Finanziell gefördert wird das Projekt von der Hessischen Kulturstiftung, der Funus-Stiftung, der Heidehof Stiftung GmbH, der Ahorn Gruppe, der Stiftung Deutsche Bestattungskultur, Westermann Gerüstbau sowie dem Service Learning der Universität Kassel.


Ausstellung: 10. September 2021 bis 27. Februar 2022
Eröffnung der Ausstellung: 10. September 2021, 18.30 Uhr
Internationales Symposium „Arts meet Science” am 28. Januar 2022
Einen Podcast zum Thema finden Sie hier.

 

ADRESSE
Museum für Sepulkralkultur
Weinbergstraße 25-27
D-34117 Kassel
Tel.: +49 561 91893 0
E-Mail: info[at]sepulkralmuseum[dot]de
www.sepulkralmuseum.de

ÖFFNUNSGZEITEN
Dienstag bis Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr. Montag geschlossen
Während der Laufzeit der Ausstellung finden mittwochs ab 18 Uhr und freitags ab 19 Uhr öffentliche Veranstaltungen statt. Aktuelle Termine und Themen finden Sie unter www.sepulkralmuseum.de

 

Kontakt:

Prof. Dr. Reinhard Lindner
Universität Kassel
Institut für Sozialwesen
Fachgebiet Theorie, Empirie und Methoden der Sozialen Therapie
Tel.: +49 561 804-2841
E-Mail: reinhard.lindner[at]uni-kassel[dot]de

Jutta Lange
Museum für Sepulkralkultur
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49 561 91893
E-Mail: pr[at]sepulkralmuseum[dot]de

Sebastian Mense
Universität Kassel
Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 561 804-1961
E-Mail: presse[at]uni-kassel[dot]de
www.uni-kassel.de