22.11.2022 | Pressemitteilung

Pres­ti­ge­träch­ti­ge EU-För­de­rung für Ex­pe­ri­men­tal­phy­si­ker

Dr. Daqing Wang, Experimentalphysiker an der Universität Kassel, hat einen prestigeträchtigen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) mit einem Volumen von 1,89 Mio. Euro erhalten. Damit wird seine Forschung im Bereich der molekularen Quantentechnologie für die kommenden fünf Jahre gefördert.

Das Foto zeigt Prof. Dr. Daqing Wang
Prof. Dr. Daqing Wang (Foto: priv.)

In seinem Projekt MSpin wird Dr. Daqing Wang die Strategien zum Nachweis und zur Kontrolle einzelner Kernspins in organischen Molekülen erforschen und sie für Anwendungen in der Quanteninformationsverarbeitung maßschneidern. Ein ehrgeiziges Ziel seines Projekts ist es, die günstige kohärente Photonenemission von Farbstoffmolekülen mit den gut isolierten Quantenzuständen einzelner Kernspins im Molekül zu kombinieren, um die Speicherung und Umwandlung von Quanteninformationen zu erleichtern.

Nach einem Bachelor-Abschluss an der Huazhong University of Science and Technology in Wuhan (China) und einem Master-Abschluss an der Friedrich-Schiller-Universität promovierte Daqing Wang 2019 an der Friedrichs-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts. Seine Dissertation zur molekularen Hohlraum-Quantenelektrodynamik wurde mit dem Dissertationspreis der Sektion Atome, Moleküle, Quantenoptik und Plasmen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ausgezeichnet. Nach seiner Promotion arbeitete er an der Universität Kassel als Postdoktorand und später als Junior Principal Investigator im DFG-Sonderforschungsbereich „Extremes Licht für die Analyse und Kontrolle von molekularer CHiralität“ (ELCH) an der Universität Kassel und drei weiteren Forschungsstandorten in Deutschland. Wang ist außerdem assoziiertes Mitglied des Center of Interdisciplinary Nanoscience and Technology (CINSaT).

In diesem Jahr erhielten 397 Nachwuchswissenschaftler Starting Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC). Dabei werden im Rahmen des neuen EU-FuIl-Programms „Horizont Europa“ 619 Mio. EUR in herausragende Projekte von Wissenschaftlern und Akademikern investiert. Die Zuschüsse in Höhe von durchschnittlich 1,5 Mio. Euro sollen ehrgeizigen jüngeren Forscherinnen und Forschern helfen, ihre eigenen Projekte zu starten, ihre Teams zu bilden und ihre besten Ideen zu verfolgen. Die ausgewählten Starting-Grants decken alle Forschungsdisziplinen ab, von den medizinischen Anwendungen der künstlichen Intelligenz über die Wissenschaft der Kontrolle von Materie durch Licht bis hin zum Entwurf einer rechtlichen Regelung für faires Influencer-Marketing. Rund 43 Prozent der Zuschüsse gehen an Forscherinnen, ein Anstieg gegenüber 37 Prozent im Jahr 2020 und der höchste Anteil, der bisher erreicht wurde.

Kontakt:

Dr. Ronny Fischer
Stabsstelle Forschungs- und Graduiertenförderung
Referat für Internationale Forschungsförderung (EU-Liaison Office)
Tel.: 0561 804-2240
Mail: ronny.fischer[at]uni-kassel[dot]de