22.10.2019 | Standpunkte

Ver­kehrs­ex­per­ten deut­scher Uni­ver­si­tä­ten kri­ti­sie­ren CO2-Preis Be­schluss der Bun­des­re­gie­rung

Gemeinsam mit 14 anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Verkehrswesen hat Prof. Dr.-Ing. Carsten Sommer (Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme) den CO2-Preis Beschluss der Bundesregierung kritisiert. Verbesserungen im Verkehrsverhalten würden dadurch kaum erreicht, so die Experten – im Gegenteil: Der reale Benzinpreis steige nämlich weitaus weniger stark als von der Bundesregierung dargestellt. Damit sei auch die beschlossene Kompensation durch eine höhere Pendlerpauschale nicht notwendig.

Bild: Sonja Rode/Lichtfang.
Prof. Dr.-Ing. Carsten Sommer.

Die eigentliche Aufgabe des CO2-Preises ist, Anreize für verändertes Verkehrsverhalten zu schaffen, beispielsweise eher öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen oder auch das Rad. Außerdem soll der Kauf von emissionsärmeren Autos angeregt werden. Diese Ziele werden aber keineswegs erreicht, kritisieren die 15 Professorinnen und Professoren, da bei dem beschlossenen CO2-Preis von 35 EUR/t im Jahr 2025 sich der reale Benzinpreis nicht um 10 ct/l in sechs Jahren, sondern aufgrund der Inflation lediglich um 2,6 ct/l erhöhe. Für viele Autopendler – vor allem bei hohen Pendeldistanzen und hohem Einkommen – verbillige die erhöhte Pendlerpauschale die Autofahrt zur Arbeit sogar, so dass die beschlossenen Maßnahmen zum Teil Anreize für eine höhere Autonutzung lieferten.

Weitere Informationen: http://www.vpl.tu-dortmund.de/cms/de/Aktuelles/Meldungen/Pillepalle/CO2-Bepreisung-und-Entfernungspauschale-Bilder/Die-eingebildete-CO2-Steuer-kurz-korrigiert-2019-10-11.pdf

 

Kontakt:

Prof. Dr. Carsten Sommer
Universität Kassel
Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme
E-Mail: c.sommer@uni-kassel.de