Bir­git Van­der­be­ke

Brüder-Grimm-Professorin an der Universität Kassel wurde im Jahr 2007 Birgit Vanderbeke. Sie trat damit in die Reihe bekannter Literaten ein, die in der Tradition der Namensgeber dieser Gastprofessur Literatur und Sprachwissenschaft in einer Veranstaltungsreihe anschaulich verbanden.

Anfang Mai übernahm sie die Brüder-Grimm-Professur der Universität Kassel und gab an drei Tagen einen Einblick in ihre literarischen Arbeitsmethoden und ihre aktuellen Pläne. Es fanden drei Veranstaltungen statt: Mittwoch, 9. Mai, 19-21 Uhr, ein Vortrag unter dem Thema „To read or not to read“. Donnerstag, 10. Mai, 16-18 Uhr, ein Seminar, und Freitag, 11. Mai, 19-21 Uhr, eine Lesung eigener Texte. Alle Veranstaltungen fanden im Eulensaal der Murhardschen Bibliothek am Brüder-Grimm-Platz statt.

Birgit Vanderbeke (©Julian Vanderbeke)

Ihre literarische Karriere begann mit einem Paukenschlag. Mit der Erzählung „Das Muschelessen“ gewann die damals noch unbekannte Schriftstellerin Birgit Vanderbeke 1990 in Klagenfurt den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis. Das Thema, gestörte, teilweise groteske Familienbeziehungen, ließ sie auch weiterhin nicht los. 1992 erschien die Erzählung „Fehlende Teile“, ein Jahr später „Gut genug“ (1999 auch als Theaterstück in Bielefeld unter der Regie von Tobias Derndinger uraufgeführt). Sie experimentierte mit verschiedenen literarischen Formen, so auch mit dem Kriminalroman („Ich will meinen Mord“, 1995). Die Kritik lobte ihre sprachliche Virtuosität und ihren eigenständigen Erzählton. Einen großen Erfolg errang Birgit Vanderbeke 1997 mit „Alberta empfängt einen Liebhaber“, einer ironisch gebrochenen Liebesgeschichte. 1999 folgte „ich sehe was, was du nicht siehst“, ein Roman mit autobiografischen Elementen, in dem sich Vanderbeke mit einer neuen Existenzform in einem anderen Land, Südfrankreich, auseinandersetzt. Weitere Bücher sind der Roman „Abgehängt“ (2000), „Geld oder Leben“ (2003) oder „Sweet Sixteen“ (2005). Ihre Heldinnen sind sehr bewusst ihre Umwelt wahrnehmende, selbständige, auch widerspenstige Frauen, deren Schicksal sie mit leichter Hand schildert, ohne die Abgründe ihrer Existenz zu verschweigen.


Birgit Vanderbeke wurde am 8. August 1956 in Dehme in Brandenburg geboren. 1961 übersiedelte ihre Familie aus der DDR in die Bundesrepublik. Sie wuchs in Frankfurt am Main auf, wo sie später Jura und Romanistik studierte. Einige Jahre verbrachte sie auch in Berlin. Seit 1993 lebt Birgit Vanderbeke im Languedoc in Südfrankreich.

Prei­se und Au­zeich­nun­gen (Aus­wahl):

  • 1997 Kranichsteiner Literaturpreis 
  • 1999 Solothurner Literaturpreis
  • 1999 Roswitha-Preis
  • 2002 Hans-Fallada-Preis