Studienaufbau

Hintergrund des Studiengangs

Das Bildungswesen insgesamt hat seit der Veröffentlichung der ersten PISA-Studienergebnisse im Jahr 2000 an Aufmerksamkeit und Bedeutung gewonnen. Seit nunmehr über 20 Jahren finden sich im Feld vielfältige Dynamiken. Besondere Aufmerksamkeit erhält die Frühe Bildung, Bildungsprozesse junger Kinder vor Schuleintritt. Daneben wurde die europäische Strategie des "Lebenslangen Lernens" geschaffen, wodurch die hohe Relevanz von Fort- und Weiterbildung für moderne Berufe deutlich wird.
Die Soziale Arbeit ist folglich in verschiedenen Feldern und auf unterschiedliche Weise aufgefordert, ihren Beitrag zur Bildung und zur Qualifizierung von Kindern und Jugendlichen nachzuweisen - was auch heißt: die Bedeutung des Schul- und Bildungswesens ist für die Soziale Arbeit enorm gestiegen.
Da pädagogische Angebote nur so gut sein können wie das ausgebildete Fachpersonal, ist die Ausbildung der Ausbilder*innen und der Fort- und Weiterbildner*innen zum Thema geworden - der politische Druck nimmt dabei zu: Etwa seit Mitte der 2010er Jahre fordern Fach- und Berufsverbände für berufliche, sozialpädagogische Ausbildungen die Sicherung nicht nur des Personalbedarfs an Lehrkräften, sondern auch die Sicherung der Qualität ihrer Ausbildung (so beispielsweise AGJ, DJI oder BöfAE).
Der Masterstudiengang setzt hier an: Ziel ist es, Studierende für den Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildung sozialpädagogischer Berufe zu qualifizieren - in fachtheoretischer, fachwissenschaftlicher und insbesondere in fachdidaktischer und berufspraktischer Hinsicht. Angeknüpft wird an einen erfolgreichen Abschluss eines grundständigen, sechssemestrigen Studiums der Sozialen Arbeit (oder ähnliche Abschlüsse wie der Sozialpädagogik, Sozialarbeit oder des Sozialwesens). Die im grundständigen Studium erworbenen fachtheoretischen Kenntnisse werden während des Master-Studiums vertieft durch eine Fokussierung auf (fach-)didaktische Fragestellungen.

Das Studienprogramm

Grundidee dieses Masterstudiums ist durch die Veschränkung von fachtheoretischem, (schul-)pädagogischem und  (fach-)didaktischem Wissen auf eine qualifizierte Tätigkeit an beruflichen Schulen und in Institutionen der Fort- und Weiterbildung vorzubereiten. Diese Wissensbestände können in einem Praktikum im dritten Semester berufspraktisch aufeinander bezogen werden. Das Praxissemester ermöglicht den Studierenden zunächst als teilnehmende Beobachter*innen, dann darauf aufbauend selbst aktiv zu werden und als Dozent*innen erste Erfahrungen in der Lehre sozialpädagogischer Inhalte zu sammlen.

Entsprechend der Programmatik sind die Lehrangebote einerseits exklusiv für Studierende des Masters, andererseits verbunden mit anderen, sowohl fachbereichsinternen als auch fachbereichsexternen Studiengängen. So werden Seminare zusammen mit dem fachbereichsinternen Masterstudiengang "Diversität - Forschung - Soziale Arbeit" angeboten. Die Studierenden werden zudem Module von anderen Instituten und Fachbereichen besuchen innerhalb des bildungs- und gesellschaftswissenschaftlichen Kernstudiums, welches zentraler Baustein aller Studiengänge der Lehrer*innen-Ausbildung an der Universität Kassel ist. Aufbauend auf einer breiten fachtheoretischen Qualifizierung im von den Studierenden erfolgreich abgeschlossenen ersten Hochschulstudium sollen diese fachwissenschaftlichen Kenntnisse im Masterstudium vertieft und spezifiziert werden.

Lehrkräfte im Studiengang

Das Institut für Sozialwesen zeichnet sich für den Masterstudiengang verantwortlich, so dass viele der hier Lehrenden und Forschenden im Master "Sozialpädagogik in Aus-, Fort- und Weiterbildung" aktiv sind und je nach Forschungs- und Lehrschwerpunkte Seminare anbieten. Zudem werden mit dem Anspruch der Verknüpfung von Theorie und Praxis Dozierende mit besonderer Expertise aus den Berufspraxisfeldern der beruflichen Schulen sowie der Fort-, Weiter- und Erwachsenenbildung engagiert.

In Seminaren und Vorlesungen, die fachbereichsübergreifend im gesellschafts- und bildungswissenschaftlichen Kernstudium angeboten werden, finden sich Vertreter*innen aus einer Vielzahl relevanter Disziplinen, hervorzuheben sind etwa die (Entwicklungs-)Psychologie, die berufliche Bildung oder Schulpädagogik.