Aus­bil­dung zur Fach­in­for­ma­ti­ke­rin /zum Fach­in­for­ma­ti­ker Fach­rich­tung Sys­tem­in­te­gra­ti­on

Mann mit einem Laptop steht an einem ServerschrankBild: Sonja Rode

Was macht ei­ne Fach­in­for­ma­ti­ke­rin/ein Fach­in­for­ma­ti­ker Fach­rich­tung Sys­tem­in­te­gra­ti­on an der Universität Kassel?

Kun­den­wün­sche ana­ly­sie­ren

Die Universität benötigt neue Hard- und Software. Dafür müssen zunächst die Bedürfnisse und Anforderungen analysiert werden. Welcher Server soll verwendet werden, welche Soft- und welche Hardware eignet sich für den Beschäftigten? Müssen die Netzwerke erweiterbar sein? Fachinformatikerinnen/Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration wissen auf diese Fragen eine Antwort und stellen genaue Bedarfspläne auf.

Be­gut­ach­tung der Bü­ro­räu­me

Eine übliche Bestimmung für Büroräumlichkeiten sagt vor, dass Kabel nicht frei durch den Raum laufen dürfen. Unter anderem deshalb betrachten Fachinformatikerinnen/Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration auch die Räumlichkeiten vor Ort. Wie viele PC-Plätze verteilen sich auf die Büroräume, wo können Kabel verlegt und müssen auch kabellose Netzwerke berücksichtigt werden? Außerdem wichtig für Büros oder Geschäftsräume ist die Frage nach der Anzahl an verfügbaren Steckdosen für die Installationsarbeiten.

Ein­rich­tung der Netz­wer­ke

Zur eigentlichen Installationsarbeit zählen der Aufbau und die Installation von Hard- und Software. Zur Hardware zählen Computer, Telefonanlagen oder Drucker, die von Fachinformatikerinnen/Fachinformatikern Fachrichtung Systemintegration jeweils aufgebaut und professionell verkabelt werden. Anschließend wird die Software installiert. Rechner müssen zum Beispiel mit den benötigten Office- und Antiviren-Programmen ausgestattet werden und einen Zugriff zum Server haben – entscheidend sind auch einzelne Lizenzen, die erworben werden müssen.

IT-Sup­port und War­tung

Der Beschäftigte kann seinen Computer plötzlich nicht mehr starten oder seine Mails nicht abrufen – ein klassischer Fall für die Fachinformatikerin/den Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration. Gleiches gilt für Wartung von Hard- und Software – ob bei der Aktualisierung von Updates oder der Überprüfung der Leistungsfähigkeit.

Wann be­ginnt die Aus­bil­dung als Fach­in­for­ma­ti­ke­rin/Fach­in­for­ma­ti­ker Fach­rich­tung Sys­tem­in­te­gra­ti­on an der Universität Kassel und wo fin­det sie statt?

Die Ausbildung zur Fachinformatikerin/zum Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration beginnt zum 15.08. dieses Jahres und erfolgt im IT-Servicezentrum am Holländischen Platz, im Fachbereich Elektrotechnik/Informatik am Standort Wilhelmshöher Allee sowie im Fachbereich Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung am Standort Holländischer Platz der Universität Kassel.
Die theoretische Ausbildung erfolgt an der Oskar-von-Miller-Schule in Kassel.

Zum Zeitpunkt des Ausbildungsbeginns solltest Du einen mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) haben. Die Noten in Mathematik und Englisch sollten mindestens „befriedigend“ oder besser im Schulabschlusszeugnis sein. Zudem ist Interesse an Datenverarbeitung, vor allem an Netzwerktechnik, von Vorteil. Die Fähigkeit logischen Denkens und Verantwortungsbewusstsein sind wünschenswert.

Die Arbeitszeit beträgt 40 Stunden pro Woche. Die Beschäftigten des IT-Servicezentrums und somit auch die Auszubildenden des IT-Servicezentrums nehmen an der gleitenden Arbeitszeit teil, d.h. Du kannst Dir den Beginn und das Ende der täglichen individuellen Arbeitszeit im Rahmen der geltenden Vor- und Nachgleitzeit und der geltenden Kernarbeitszeit selbst bestimmen. Beachte aber, dass es sinnvoll ist, wenn Du auch dann anwesend bist, wenn auch Dein Ausbilder vor Ort ist.

Die Ausbildung zur Fachinformatikerin/zum Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration ist eine klassische duale Ausbildung und dauert insgesamt drei Jahre. Während der Unterricht an bis zu zwei Tagen an der Berufsschule oder in Form von Blockunterricht stattfindet, wird das erlernte Wissen an der Universität Kassel direkt in die Praxis umgesetzt. Im dritten Ausbildungsjahr wird die Ausbildung mit einer Prüfung abgeschlossen.

Du lernst theoretische und praktische Grundlagen, die in allen Fachinformatiker-Fachrichtungen gleich sind und die später durch spezielle Fachkenntnisse der Anwendungsentwicklung und betriebliche Projektarbeit ergänzt werden.

Seit August 2020 gibt es eine gestreckte Abschlussprüfung. Teil eins der Prüfung ist in allen IT-Berufen gleich. Der zweite Prüfungsteil besteht aus berufsspezifischen Aufgaben und einer betrieblichen Projektarbeit.

Prinzipiell sind beide Ausbildungsberufe Schwerpunkte der Ausbildung Fachinformatikerin/Fachinformatiker Fachrichtung Anwendungsentwicklung. Obwohl sich die Auszubildenden bereits zu Beginn der Ausbildung für einen der Schwerpunkte entscheiden, haben sie in den ersten Ausbildungsjahren gemeinsame Grundlagenfächer in der Berufsschule.

Während sich die Ausbildung zur Fachinformatikerin/zum Fachinformatiker Fachrichtung Anwendungsentwicklung hauptsächlich mit der Webentwicklung sowie der Entwicklung von Plugins und Patches für Typo3, Moodle und Mahara befasst, richten Fachinformatikerinnen/Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration Netzwerke ein, installieren Systeme und sind die erste Ansprechpartnerin/der erste Ansprechpartner bei Problemen im technischen Bereich.

Allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Englisch und Sport stehen fast immer auf dem Stundenplan. Den Kern machen allerdings die berufsspezifischen Fächer aus, in denen sich angehende Fachinformatikerinnen/Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration unter anderem mit IT-Systemen, dem Programmieren, Fachenglisch, Controlling und Rechnungswesen beschäftigen.

Es werden auch fachrichtungsübergreifende Kenntnisse erlernt, zum Beispiel aus den Bereichen Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht, Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes, Sicherheit und Gesundheitsschutz, Umweltschutz und Vernetztes Zusammenarbeiten unter Nutzung digitaler Medien.

Es wird ein monatliches Ausbildungsentgelt gem. § 8 Abs. 1 des Tarifvertrages für Auszubildende des Landes Hessen (TVA-H BBiG gezahlt). Dies beträgt derzeit

  • 1.091,85 EUR im 1. Ausbildungsjahr
  • 1.146,43 EUR im 2. Ausbildungsjahr
  • 1.196,51 EUR im 3. Ausbildungsjahr

Systematisch/organisiert: Moderne IT-Systeme sind keine Inseln, sondern mit vielen anderen Systemen und nicht zuletzt dem Anwender verbunden. Aufgrund der Komplexität lassen sich Fehler nur finden, wenn man nicht den Überblick verliert.

Neugierig: Die IT ist schnelllebig. Trends kommen und gehen, manche bleiben. Produkte werden verbessert. Du musst also bereit sein, ständig am Ball zu bleiben um zu wissen, was am Markt gerade los ist.

Einfallsreich: Die Anforderungen an moderne IT-Systeme sind heute komplex und vielfältig. Anspruchsvolle und gute Lösungen gibt es nicht von der Stange. Oftmals ist es also nötig, eigene Lösungen zu entwickeln, um die gestellte Aufgabe optimal zu lösen.

Kommunikativ: ITler sind heute keine Nerds mehr, die nur stumm auf den Monitor starren und kontaktscheu sind (na gut... einige vielleicht schon...). Um gute Lösungen zu entwickeln, ist es nötig, die Anforderungen zu kennen und zu verstehen. Das geht nur im Dialog mit dem Kunden. Und Kommunikation ist auch nötig, um sich mit den Kollegen gut verständigen zu können, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten und sein Wissen weiterzugeben.

Erik von Pein, Azu­bi zum Fach­in­for­ma­ti­ker an der Uni Kassel im In­ter­view

Mit welchen Inhalten beschäftigst du dich in der Ausbildung?

In der Ausbildung beschäftige ich mich aktuell mit Betriebssystemen wie z.B. Raspian, CentOS, Ubuntu und Ubuntu Server. High Availablity von Systemen z.B. wenn eine Maschine mit Webserver ausfällt, dann springt eine zweite Maschine mit Webserver ein. Netzwerkgrundlagen wie IPv4 und IPv6, Subnetting und VLAN. Außerdem Ein- und Umbau sowie Verkabelung von Servern.

Portraitfoto
Erik im Gespräch

Warum hast du dich für eine Ausbildung und speziell für diese entschieden?

Durch mein erstes Praktikum im Medianzentrum der Stadt Kassel, welches ich in der 8. Klasse absolvierte, wurde mein Interesse für den Bereich Informatik geweckt. Mein Praktikum für die 11. Klasse der Fachoberschule habe ich im IT-Servicezentrum der Universität Kassel absolviert und habe mich dann entschieden, mich für die Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration zu bewerben. Ich habe mich für speziell diese Ausbildung entschieden, da ich gerne mit Hardware arbeite und mich auch im privaten Bereich mit Hardware z.B. Planen und Zusammenbauen von PCs beschäftige. Für ein Studium habe ich mich erstmal nicht entschieden, da ich im Moment nicht so interessiert daran bin und aktuell lieber Berufserfahrung sammeln möchte.

Was möchtest du anderen gerne noch mitgeben?

In diesem Ausbildungsberuf arbeitet man entgegen der weitverbreiteten Meinung nicht nur mit Maschinen (Computern), sondern auch bei vielen Tätigkeiten mit Menschen, da sich vieles nur als Team realisieren lässt. Außerdem ist dieser Beruf nicht nur etwas für Männer, denn auch Frauen sind sehr gerne gesehen und akzeptiert. Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass der Ausbildungsberuf zum/zur Fachinformatiker*in für Systemintegration sehr spannend und vielseitig ist.

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  • ... draußen an der frischen Luft arbeiten möchtest