Aus­bil­dung zur Gärt­ne­rin/zum Gärt­ner Fach­rich­tung Zier­pflan­zen­bau

BlumenstraußBild: Sonja Rode

Was macht ei­ne Gärt­ne­rin/ein Gärt­ner Fach­rich­tung Zier­pflan­zen­bau an der Universität Kassel?

Pflan­zen wach­sen las­sen

Im Gewächshaus der Universität Kassel lernt der/die Auszubildende Pflanzen zu kultivieren und die unterschiedlichen Wachstumsbedingungen und Faktoren einzuschätzen. Dabei spielt die Saatgutqualität, der Aussaattermin bis hin zum Substrat eine wichtige Rolle. Das Anlegen und Pflegen der Beete am Außengelände zählt ebenfalls zum Aufgabenfeld. Der Einsatz und der richtige Umgang mit Geräten, Maschinen und Werkzeugen erleichtert die Arbeit.

Frucht­ba­ren Bo­den be­rei­ten

Im ersten und zweiten Ausbildungsjahr erfolgt die berufliche Grundbildung. Hierzu lernt die/der angehende Gärtnerin/Gärtner zunächst den Ausbildungsbetrieb sowie die dazugehörigen betrieblichen Abläufe und Zusammenhänge kennen. Ganz praktisch lernt sie/er unter den Gesichtspunkten des Umwelt- und Naturschutzes auch, Pflanzen auf Grundlage des richtigen Bodens und Düngers zu vermehren. Zudem erfährt sie/er vom Ausbilder, wie man Schädlinge an Pflanzen feststellt und Pflanzenschutzmaßnahmen durchführt. Auch der betriebliche Pflanzenschutz wird eine Rolle spielen.

Pflan­zen züch­ten und ver­kau­fen

Das dritte Ausbildungsjahr dient der fachrichtungsbezogenen Ausbildung. Die Fachrichtung Zierpflanzenbau konzentriert sich auf den Anbau von Schnittblumen, Beet-, Topf- und Balkonpflanzen. Dazu arbeiten Gärtnerinnen/Gärtner im Zierpflanzenbau viel in Gewächshäusern, aber im Sommer auch im Freien. Gärtnerinnen/Gärtner vermehren die Pflanzen durch den Einsatz von Saat oder Stecklingen und pflegen sie, bis sie die entsprechende Verkaufsreife erreicht haben. Danach koordiniert die Gärtnerin/der Gärtner die entsprechende Lagerung und den Verkauf der Pflanzen. Auch die Beratung von Kunden gehört zu ihren Aufgaben.

Wann be­ginnt die Aus­bil­dung als Gärt­ne­rin/Gärt­ner Fach­rich­tung Zier­pflan­zen­bau an der Universität Kassel und wo fin­det sie statt?

Die Ausbildung beginnt zum 01.09. eines Jahres und findet in den Botanischen Lehr- und Versuchsanlagen des Fachbereichs Naturwissenschaften der Universität Kassel in der Heinrich-Plett-Straße in Kassel statt.

Zum Zeitpunkt des Ausbildungsbeginns sollte mindestens ein guter Hauptschulabschluss vorliegen. Die Noten in Deutsch und Mathematik sollten mindestens „befriedigend“ oder besser im Schulabschlusszeugnis sein.

Die Arbeitszeit beträgt 40 Stunden pro Woche. Es gibt feste Arbeitszeiten von Montag bis Freitag jeweils 7:45 bis 16:15 Uhr.

Die Ausbildung zur Gärtnerin/zum Gärtner Fachrichtung Zierpflanzenbau ist dual aufgebaut und dauert drei Jahre. Die Auszubildenden arbeiten im eigenen Gewächshaus des Fachbereichs Mathematik und Naturwissenschaften, wo sie von Anfang an Praxiserfahrung sammeln.

Die Theorie wird an bestimmten Wochentagen in der Berufsschule, der Willy-Brandt-Schule in Kassel, vermittelt.

Die Auszubildenden zur Gärtnerin/zum Gärtner Fachrichtung Zierpflanzenbau lernen während der Theoriephase in der Berufsschule Folgendes:

1. Ausbildungsjahr

Im ersten Ausbildungsjahr lernt die/der angehende Gärtnerin/Gärtner in der Theorie alles über Pflanzen und ihre Verwendung innerhalb von 2 Berufsschultagen pro Woche. Dabei liegt ein starker Fokus auf dem Natur- und Umweltschutz, zum Beispiel im Vermitteln von umweltbewussten Bau- und Pflegemaßnahmen. Weitere Schwerpunkte sind die Organisation und Vermarktung des Ausbildungsbetriebs.

2. Ausbildungsjahr

Das zweite Ausbildungsjahr dient weitestgehend der Vertiefung des bereits Erlernten und zur Vorbereitung auf die Zwischenprüfung. Außerdem lernen die Auszubildenden unterschiedliche Betriebsausstattungen kennen und wie Arbeitsabläufe richtig zu organisieren sind. Dabei wird der Unterricht auf einen Berufsschultag pro Woche begrenzt.

3. Ausbildungsjahr

Im letzten Jahr der Ausbildung steht der gewählte Schwerpunkt im Fokus, in dem man fachbezogene Kenntnisse erlangt. Dieser wird an einem zweiten Berufsschultag pro Woche vermittelt. Bei der Fachrichtung Zierpflanzenbau erfahren die Auszubildenden zum Beispiel mehr über Verkaufsabläufe, Weiterbildungsmöglichkeiten und Hilfestellungen zur Vorbereitung ihrer Hauptkultur für die Abschlussprüfung.

Es wird ein monatliches Ausbildungsentgelt gem. § 8 Abs. 1 des Tarifvertrages für Auszubildende des Landes Hessen (TVA-H BBiG gezahlt). Dies beträgt derzeit

  • 1.091,85 EUR im 1. Ausbildungsjahr
  • 1.146,43 EUR im 2. Ausbildungsjahr
  • 1.196,51 EUR im 3. Ausbildungsjahr

Sportler: Als Gärtnerin/Gärtner Fachrichtung Zierpflanzenbau musst Du eine gewisse körperliche Fitness mitbringen. Oft arbeitest Du längere Zeit in derselben Körperhaltung, wie auf den Knien oder in der Hocke. Zudem solltest Du einigermaßen kräftig sein, weil Du häufig schwere Säcke mit Erde oder Dünger tragen wirst.

Naturliebhaber:  Gärtnerinnen/Gärtner Fachrichtung Zierpflanzenbau arbeiten den größten Teil ihrer Arbeitszeit im Freien – und dass bei Sonne, Regen oder Schnee. Darum sollten Dir die verschiedenen Wetterbedingungen nichts ausmachen, weil Du immer gerne an der freien Luft bist.

Perfektionist: Im Zierpflanzenbau wird mit empfindlichen und filigranen Aussaaten, beziehungsweise Keimlingen gearbeitet, die vereinzelt werden müssen. Darum solltest Du verantwortungsvoll mit den Pflanzen umgehen und eine sehr gründliche Arbeitsweise an den Tag legen.

La­ra, Azu­­­bi zur Gärt­ne­rin - Fach­rich­tung Zier­pflan­zen­bau im In­ter­view

Erzähl mal von deiner Ausbildung

Der Beruf Gärtner ist vielseitig gestaltet, es fallen Arbeiten im Gewächshaus als auch im Freien an. Man begleitet die Pflanze von Sämling an bis zu deren Auspflanzung und Verkauf. Dabei ist auf die optimale Versorgung der Pflanze zu achten, wozu der Nährstoffbedarf, die Substratwahl als auch der Einsatz von Düngemitteln zählt. Hinzu kommt, dass eine Vorbeugung von Krankheiten und Schädlingen im Wachstumsverluaf eine wichtige Rolle spielen.

Portraitfoto
Lara im Gespräch

Warum hast du dich für eine Ausbildung und speziell für diese entschieden?

Nach meinem Schulabschluss habe ich gezielt kein Studium gewählt, da ich mir eine berufliche Sicherheit schaffen und  vorerst praktische Erfahrungen sammeln wollte. Seit dem ersten Praktikum in der 9. Klasse interessiere ich mich für gärtnerische Berufe, unabhänig von der Fachrichtung. Während des Praktikums bin ich ebenfalls auf den Beruf Landschaftsarchitektin aufmerksam geworden und konnte im späteren Verlauf Praxiserfahrungen im Fachbereich Gemüsebau und Garten- und Landschaftsbau sammeln. Durch diese Erfahrungen wurde mein Entschluss gefestigt, eine neue Fachrichtung zu wählen. Nach der Ausbildung zur Gärtnerin habe ich den Wunsch ein Studium zur Landschaftsarchitektin zu starten und meine erlernten Kenntnisse einzubringen.

Was möchtest du anderen noch mitgeben?

Ich persönlich wurde von vielen darüber in Kenntnis gesetzt, dass der Fachbereich "Zierpflanzenbau" immer geringer vertreten ist. Aus diesem Grund möchte ich mehr Menschen davon überzeugen diesen Bereich zu wählen und zu unterstützen. Die Industrialisierung verienfacht den Beruf, wodurch Handfertigkeiten verloren gehen. Hier an der Universität Kassel wird das Berufbild, als auch die dazugehörigen Lerninhalte, sehr gut vermittelt. Für jeden der ein Studium absolvieren möchte, empfehle ich im Voraus praktische Erfahrungen zu sammeln, um Erlerntes in das darauffolgende Studium einbringen zu können.

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Frag dich vor­her, ob du ...

  • ... Du einen grünen Daumen hast
  • ... Du „wetterfest“ bist
  • ... Du gerne in der Erde wühlst

Oder ob …

  • ... Deine Zimmerpflanzen nicht lange überleben
  • ... Du lieber einen Schreibtischjob möchtest
  • ... Du für deine Arbeit deine Fremdsprachenkenntnisse einsetzen willst